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Herzlich willkommen bei unserem Gewinnwebinar zum Thema "Ihr rascher Geldanlage-Check", powered by FineUp. Da wir Ihnen in den nächsten gut 60 Minuten sehr geballt viel Wissenswertes rund um die richtige Geldanlage mitgeben wollen, werden wir auch jetzt gleich loslegen. Davor möchte ich Ihnen aber unsere Gäste im heutigen Studio vorstellen. An meiner Seite ist Wolfgang Staudinger, langjähriger Geldanlage-Experte sowie CEO und natürlich auch Gründer von FineUp. Hallo. Hallo. Auf meiner anderen Seite ist Peter Kolber vom Verbraucherschutzverein, der heute bei uns ist und seit gut drei Jahrzehnten als eines der bekanntesten Gesichter im österreichischen Verbraucherschutz gilt. Gut 26 Jahre war er auch Chefjurist des VKI. Es freut mich, dass ihr beide hier seid.
Guten Abend, danke für die Einladung.
Mein Name ist Susanne Kovac, ich bin Redakteurin beim Gewinn und leite die Bereiche Recht und Steuer sowie Geld. Eine Anmerkung hätte ich noch, bevor wir loslegen: Sie können gerne jederzeit Fragen stellen. Unten auf dem Bildschirm sehen Sie F&A oder Fragen und Antworten. Wenn Sie das anklicken, können Sie Fragen stellen, und wir versuchen, diese im Laufe der Zeit, wahrscheinlich gegen Ende oder wann auch immer es passt, zu beantworten, so viel wie es halt geht. Unsere Zeit ist leider ein bisschen beschränkt. Und jetzt, Wolfgang, würde ich bitten, gleich anzufangen.
Danke, Susanne. Herzlich willkommen auch von meiner Seite. Es freut mich, dass so viele Interessierte dabei sind bei dem Thema Geldanlage-Check. Worum geht es? Ich habe das Webinar in drei Teile geteilt. Der erste Teil ist der Status-Check. Man muss einmal bestimmen, wo stehe ich? Ich muss bestimmen, wo will ich hin? Und dann kann ich den richtigen Weg finden. Der zweite Teil ist der Investmentcheck, momentan gerade sehr spannend in bewegten Zeiten. Inflation ist ein wichtiges Thema bei der Geldanlage, und natürlich bewegt uns auch die Sicherheit und Rendite. Und der dritte Teil ist dann der klar messbare Teil bei der Geldanlage, das ist der Produktecheck. Hier geht es um die messbaren Themen Kosten, Steuern und Flexibilität. Und das schauen wir uns jetzt in den nächsten circa 50 Minuten an.
Bevor wir richtig losstarten, muss ich auch noch auf die Haftung hinweisen: Geldanlage ersetzt natürlich keine einzelne Beratung, und alle Performanceergebnisse der Vergangenheit stellen keine Prognose für die Zukunft dar. Als Honorarberater bieten wir natürlich sehr gerne individuelle Beratung an. Und jetzt starten wir mit dem Status-Check, mit dem Finanzplan. Ein Finanzplan kann sich im Prinzip jeder selbst machen, wenn er möchte, mit einer Excel-Datei. Worum geht es da? Einnahmen, Ausgaben, Vermögen, Verbindlichkeiten, die Gegenüberstellung und dann natürlich die Ziele zu definieren und dann zu schauen, ob mein aktueller Vermögenszustand zu den Zielen überhaupt zusammenpasst. Jeder, der so einen Finanzplan schon hat, kann sich jetzt einfach nur prüfen, ob er entsprechend passt. Wir stellen einen zur Verfügung, und im Anschluss zum Webinar werde ich euch auch gerne einen Link zur Verfügung stellen, wo man dann diesen Finanzplan downloaden kann.
Schauen wir kurz rein, wie ein guter Finanzplan aussieht. Ich habe hier Nettogehalt aus Arbeit. Ich und meine Partnerin hier im Beispiel verdienen gemeinsam 5.000 Euro. Sie haben auch zwei Kinder und bekommen eine Familienbeihilfe von 500 Euro, also ein Einkommen von 5.500 Euro. Die Grafik daneben zeigt, wie sich das Einkommen zusammensetzt. Es könnte ja auch Einkommen aus Vermietung, Verpachtung oder Kapitalvermögen dabei sein. Bei den Ausgaben wird es schon ein bisschen bunter. Das heißt, habe ich eine Miete oder Hypothekar-Kredit, Betriebskosten und so weiter. Dann haben wir eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung. Wie viel bleibt über? Dem Pärchen bleiben 2.600 Euro monatlich eigentlich frei zur Verfügung.
Und jetzt wird es spannender, die Vermögen einmal aufzustellen. In Sparbuch, Mitarbeitervorsorgekasse, hat jeder Mitarbeitervorsorgekasse, ist die Abfertigung neu, die man ja verpflichtet einzahlen muss. Dann hat die Frau hier einen Bausparer, die sind beide ausgelaufen. Das ist ein Echtbeispiel, das wir vor kurzem eben gehabt haben. Das habe ich da eben so übernommen. Das sind zwei Bausparer, die in kurzer Zeit auslaufen und ein Garantieprodukt, eine klassische Lebensversicherung mit einem Rückkaufwert von 15.000 Euro. Und der Mann hat ein Anleihen und ein Aktienportfolio mit 13.000. Gemeinsam haben sie 250.000 Euro Finanzvermögen. Aufteilung denn strukturiert? Und da sieht man relativ schnell auf einen Blick, dass der Großteil der gesamten Anlagen, und zwar 92 Prozent, sind in sogenannten Geldwerten. Das heißt, das sind Konto, Mitarbeitervorsorgekasse, Bausparer, Garantieprodukte und Anleihen, das sind alles Zinsprodukte, sogenannte Geldwerte. Auf der anderen Seite hätte man Sachwerte wie Edelmetalle, Gold, Silber oder Aktien oder eben Immobilien. Hier hat man eben nur einen kleinen Teil, 8% in Aktien. Und es ist mal wichtig, das zu wissen, dass man weiß, wo steht man denn? Ob man dann etwas verändert oder nicht, das kommt dann in den nächsten zwei Teilen jetzt. Verbindlichkeiten haben die beiden nicht.
Und dann habe ich die zweite Seite, Ziele und Konzepte. Das heißt, empfohlen ist einmal grundsätzlich, dass man immer eine Liquiditätsreserve von sechs Monatsgehältern haben sollte. Das heißt, hier habe ich 33.000 Euro, sollte dieses Paar immer liquide halten und Liquidität hält man am besten in Geldwerten. Der nächste Punkt ist dann mittelfristige Ziele. Hier haben wir zum Beispiel einen Autokauf in den nächsten sechs bis acht Jahren und hier wird geplant, 20.000 Euro dafür zu investieren. Und dann möchte Mann und Frau jeweils 300 Euro für die Altersvorsorge sparen und für die beiden Kinder wollen sie eine Kindervorsorge von jeweils 150 Euro sparen. Das sind die Ziele. Und dieser Finanzplan zeigt jetzt, ob diese Vermögenstruktur, die Sie bisher haben, mit den neuen Zielen übereinstimmt. Wenn ich nämlich wirklich jetzt die Vermögenstruktur neu beschreibe, dann sehe ich hier, dass ich 100.000 Euro eigentlich nur brauche für meine Ziele und 150.000 Euro sind eigentlich... frei verfügbar, weil es dafür keine konkreten Ziele gibt. Das heißt, dieses Pärchen könnte sich jetzt entscheiden, wie sie diese 150.000 Euro, welchen Zielen, dass sie die zuordnet. Und wenn wir das jetzt zum Beispiel hier machen, dass ich sage, dieses Pärchen hat sich dann entschieden, dass sie gemeint hat, momentan. Sie hätte gern die Liquiditätsreserve ein bisschen erhöht. Da kommen 20.000 Euro in die Liquiditätsreserve. Dann hätten Sie gern 30.000 Euro mittelfristig veranlagt und den Rest, jeweils 50.000 Euro, könnten Sie dann wirklich für die Altersvorsorge verwenden. Für den Mann 50.000, das war jetzt ein Nuller zu viel, und für die Frau 50.000, weil das Geld in den nächsten... Da war jetzt ein Nuller zu wenig. Beim Mann einen zu viel, bei der Frau einen zu wenig. Das geht natürlich nicht. Jetzt haben wir es aber geschafft. Und jetzt sieht man, grundsätzlich sagt einmal der Finanzplan, blau ist Geldwerte, rot sind eher Sachwerte, hier Aktien, dass man hier unterschiedliche Ziele mit unterschiedlichen Laufzeiten hat. Und aus diesen unterschiedlichen Zielen und Laufzeiten ergibt sich dann eine gesamte Vermögenstruktur, die hier so aussieht. Hoppala, da habe ich jetzt nur einmal irgendwo einen Nuller zu viel. Genau, bei beiden 50.000. Das ist natürlich ein typischer Anwenderfehler. Und jetzt schauen wir runter. Und jetzt sehen wir, wenn man das so macht, dann habe ich eigentlich eine sehr ausgewogene Vermögenstruktur. Das heißt, wir erleben es in der Praxis immer sehr häufig, dass die Leute sich scheuen davor, langfristig in Aktien zu investieren. Wenn man aber die gesamte Vermögenstruktur betrachtet, dann sieht man zum Beispiel hier, dass es im Prinzip unterm Strich noch immer sehr ausgewogen ist, 50 Prozent in Geldwerte, 50 Prozent in Sachwerte. Wichtig ist, dass immer die jeweiligen Finanzziele den jeweiligen finanziellen Zeitraum, also den Veranlagungszeitraum widerspiegeln. Wie gesagt, das ist jetzt keine Raketenwissenschaft, das kann sich jeder selber bauen. Jeder kann aber auch gerne unseren Rechner dafür verwenden. Wir werden den in Zukunft auch programmieren und dann noch mit ein paar zukünftigen Features versehen. Wichtig ist aber an der Stelle einfach einmal festzuhalten, Standort bestimmen, Ziel bestimmen, damit man dann strategisch den Weg gehen kann. Das ist auch deswegen so wichtig, wenn speziell solche Situationen eintreten, wie wir es derzeit haben an den Börsen, wo es einmal 5% am Tag nach unten geht und wieder nach oben am nächsten Tag, dass man weiß, dass man mit einer Strategie vorgeht bei der Geldanlage und sich nicht von tagesaktuellen Ereignissen zu viel ablenken lässt.
Und dann sind wir schon beim Thema 2, beim Investmentcheck. Und der Investmentcheck ist natürlich einmal ganz wichtig, dass man versteht, was die Inflation bedeutet, speziell beim langfristigen Geldanlegen. Wir haben in den letzten sechs Jahren, und sechs Jahre ist ein typischer Zeitraum für einen Bausparer, wie wir wissen, haben wir tatsächlich in Österreich 30% des Geldwertes verloren. 30% des Geldwertes, wenn ich dafür nicht mit Zinsen entschädigt wurde, wie es ja derzeit der Fall ist, dass man am Sparbuch und Co. kaum Zinsen bekommt, muss man sich das schon einmal auf der Zunge zergehen lassen, dass real 30% des Geldes verloren ist. Das ist so schwer oder für viele Leute wirklich oft schwer nachzuvollziehen, was Inflation bedeutet. Ich sage immer, wenn man... Wenn du 100.000 Euro im Bankkonto hättest und plötzlich hättest du nur mehr 70.000, wie würdest du reagieren? Das Geld ist tatsächlich weg, die Kaufkraft ist weg. Da würden viele Leute anders reagieren, als wenn die 100.000 immer noch 100.000 sind, aber alle Waren und Dienstleistungen um 30% gestiegen sind. Von der Wahrnehmung her eine ganz andere Wahrnehmung. Tatsächlich ist aber beides gleich. 30% Inflation bedeutet, ich habe 30% weniger Kaufkraft zur Verfügung. Und deswegen ist es ganz, ganz wichtig bei der Geldanlage, auf den Erhalt der Inflation zu achten. Das Ziel muss es sein, wenn ich längerfristig Geld investiere, dass ich zumindest den Wert, den ich heute habe, für später erhalten bleibe. Leider Gottes funktioniert dies derzeit mit dem Sparbuch nicht. Ihr seht hier eine Grafik in der grauen Fläche, sieht man wieder das, was ich vorher gezeigt habe in der ORF-Grafik. Das heißt, 10.000 Euro investiert vor sechs Jahren, bräuchte ich heute 3.000 Euro Gewinn, also circa 30 Prozent bräuchte ich mehr, damit der Geldwert gleich bleibt, dass ich mir heute die Miete leisten kann, wie vor sechs Jahren die Betriebskosten leisten kann, die Lebensmittel leisten kann und so weiter. Und die rote Linie zeigt die Zinsen eines täglich fälligen Sparbuches. Und das täglich fällige Sparbuch hat in den letzten sechs Jahren gerade mal nach Abzug der Kapitalertragssteuer 209 Euro erwirtschaftet. Das heißt, der Kaufkraftverlust, wenn das Geld auf einem täglich fälligen Sparbuch war, ist real.
Staatsanleihen. Staatsanleihen ist hier dargestellt in der orangefarbenen Linie. Staatsanleihen haben in den letzten 50 Jahren den Inflation sehr gut ausgleichen können. Für diejenigen, die schon mein Jahrgang oder älter sind, die können sich vielleicht nur erinnern oder von den Eltern, dass in den 80er Jahren haben wir sehr hohe Zinsniveaus gehabt. Das heißt, da war die Inflation auch höher und die Zinsen waren höher. Kreditzinsen in den 70er, 80er Jahren waren teilweise über 10% und am Sparbuch hat man auch ordentlich Zinsen bekommen. Hier hat man dann in den Jahren den Inflation mit Staatsanleihen sehr gut ausgleichen können. Und hier sieht man aber diesen Knick. Im Jahr 2021 geht die Inflation, die graue Fläche, ist sehr stark angestiegen. Wir haben Inflationen gehabt von 10%. bis zu 10% knapp und die Anleihenkurse sind gefallen. Aufgrund der starken Zinsanstiege, die passiert sind, das war ein außergewöhnlicher, starker Zinsanstieg, sind die Anleihenkurse sehr, sehr stark eingebrochen. Vielleicht hat es der eine oder andere miterlebt bei der Mitarbeitervorsorgekasse, die ich vorher schon erwähnt habe, oder bei irgendwelchen Geldmarktprodukten, dass hier die Rendite in diesem Zeitraum eben sehr... Und die Prognose mit der derzeitigen Inflationsaussicht, mit der derzeitigen Inflationserwartung und mit der derzeitigen Zinssituation kann man sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass man mit Zinsprodukten, mit Staatsanleihen den Inflation ausgleicht, sehr, sehr gering ist. Also die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass man damit Geld verliert. Zu dem Thema habe ich vor kurzem ein Webinar gehalten. Das heißt Risiko Staatsanleihen, Staatsverschuldung, wo es um das ganze Thema geht, das ist aufgezeichnet und steht auch gerne zur Nachschau zur Verfügung. Wie gesagt, wir geben im Anschluss, gibt es einen QR-Code und einen Link auf eine Folgeseite, wo wir alle erwähnten Artikeln und Informationen zur Verfügung stellen, wo Sie sich quasi dann gerne ein bisschen in einem einzelnen Thema vertiefen können.
Wie schaut es aus bei Immobilien? Hier sieht man eine sehr gerade Entwicklung. Das ist der Real Invest Austria, ein sehr großer und bekannter österreichischer Immobilienfonds. Und diese Immobilienfonds sind deswegen sehr beliebt, weil sie kaum Schwankungen haben. Das heißt, diese Fonds sind so stabil quasi wie ein Sparbuch, aber bringen höhere Renditen. Da muss man allerdings aufpassen, weil wir auch schon andere Beispiele gesehen haben, wie hier zum Beispiel die blaue Linie, das ist der Semper Real Estate von der Landesbank Lichtenstein, lichtensteinische Landesbank. Was ist hier passiert? Beim Immobilienfonds werden die Gelder der Investoren in Immobilien investiert natürlich und hier war plötzlich die Situation, dass mehr Anleger plötzlich Kapital aus dem Fonds entnehmen wollten. Der Fonds hat zu wenig Kapital, Liquidität zur Verfügung gehabt, müsste Immobilien verkaufen, hat er in der Zeit nicht geschafft. Der Immobilienfonds ist derzeit ein Auszahlungsstopp. Und deswegen ist auch der Kurs entsprechend gefallen. Das heißt, man muss immer aufpassen, wenn... dass man unterscheidet Stabilität und Sicherheit. Das sind zwei unterschiedliche Sachen. Ein Sparbuch ist stabil, der Immobilienfonds kann stabil sein, das heißt aber nicht, dass ein stabiles Investment unbedingt sicher sein muss. Speziell wenn man betrachtet den Inflation, dann habe ich zwar eine stabile Gerade, aber die im Prinzip in die falsche Richtung zeigt, nämlich noch unten, weil ich damit garantiert Geld verliere. Und natürlich kann es auch passieren, dass ein scheinbar stabiles Investment, wie hier der Immobilienfonds, plötzlich bricht, weil plötzlich irgendwelche Faktoren passieren, die dazu führen, dass eben diese Stabilität verloren geht. Und dann habe ich auch nichts an Sicherheit gewonnen. Und ein drittes Beispiel haben wir hier auch noch, den Immofonds. 1a von den Volksbanken, die haben auch offensichtlich in der Finanzkrise da mal ein kleines Problem gehabt. Wir kennen einen anderen Immobilienfonds, den Kredit Suisse Euro Real, der hat hier ein größeres Problem gehabt, der wurde auch abgewickelt, ähnlich wie der Semper Real Estate Fund. Deswegen sollte man bei Immobilien einfach immer darauf aufpassen, wie ist das Ganze liquiditätsbezogen zu sehen.
Schauen wir uns die anderen Sachwerte an. Gold ist ja in aller Munde und hier sieht man den Goldchart seit 1985, 1986 konkret, also die letzten 40 Jahren. Da hat sich man von 1986 bis zum Jahr 2002, 2004 sehr wenig bewegt bei Gold. Das heißt, Gold war in der Zeit nicht sehr interessant. Der Goldpreis entsteht ja einzig und allein durch Angebot und Nachfrage. Gold hat keine Miete, keine Dividende, keinen inneren Wert. Der Wert entsteht einzig und allein aus Angebot und Nachfrage. Und für mich ist Gold der Spiegel unseres Geldes. Das heißt, wenn man sich den Goldkurs anschaut, dann kann man Rückschlüsse darauf ziehen, wie unser Geldsystem zu bewerten ist. Wir haben hier schon einen Anstieg des Goldpreises, der speziell dann nach der Finanzkrise 2007, 2008 sehr stark angestiegen ist. Da war sehr viel Unsicherheit im Markt. Dann hat sich diese Unsicherheit wieder bereinigt. Die Leute waren wieder sehr zuversichtlich, was unser Geldsystem betrifft. Und wir sehen aber, dass speziell in den letzten zwei, drei Jahren der Goldkurs explodiert ist nahezu. Wir haben jetzt einen Goldkurs von 4.500, 4.700 Dollar pro Feinunze. war zu der Zeit 2022 halb so hoch, ist stark gestiegen auf 5.500 Dollar pro Feinunze und jetzt ist er wieder ein bisschen zurückgekommen. Wie vor kurzem interviewt worden von Salzburg TV, wo es darum gegangen ist, warum fällt der Goldkurs jetzt so dramatisch, ist Gold nicht mehr sicher? Wenn man sich das anschaut, was der Chart zeigt, dann ist Gold immer ein gutes Investment gewesen, langfristig. Kurzfristig muss man immer mit Schwankungen rechnen. Gold, wie gesagt, besteht aus Angebot und Nachfrage und deswegen wird es auch immer schwanken. Langfristig hat Gold seit 1970 pro Jahr 9% Rendite erwirtschaftet. 9% durchschnittliche Rendite. Das heißt, nach Aufkündigung des Bretton-Woods-Systems 1971 war der Goldpreis oder im Bretton-Woods-System war der Goldpreis bei 35 Dollar pro Feinunze. Jetzt stehen wir bei 4.700 Dollar. Das ist eine jährliche durchschnittliche Rendite von 9%. Und Gold hat über diese Zeit hinaus immer bewiesen, dass sie eigentlich ein guter Stabilisator ist. Stabilitätsfaktor war bei der Geldanlage, aber auch sehr volatil. Das heißt, Gold ist keine stabile wie ein Sparbuch, sondern eine sehr schwankende Geldanlage.
Im Vergleich dazu ein globales Aktienportfolio. Hier als Beispiel der DWS Vermögensbildungsfonds I, weil da gibt es Echtdaten seit den letzten 50 Jahren. Und der widerspiegelt im Prinzip den MSCI All Country World Index. Also die gesamte Welt wird hier abgebildet. Und da sieht man, man hat mit Aktien hier schon Kosten und Steuern sind schon rausgerechnet. Wenn man es richtig macht, das schauen wir uns dann im dritten Teil genauer an, sieht man, hat man hier doch wesentlich eine höhere Nettorendite erwirtschaften können als mit Gold. Warum investiert nicht jeder in Aktien, könnte man sich fragen. Das hängt damit zusammen, weil viele Menschen genau diese Volatilitäten hier scheuen. Das heißt, der Aktienkurs ist zum Beispiel im Jahr 2000 vor der Dotcom-Blase sehr stark gestiegen. Und dann ist es drei Jahre nach unten gegangen. Dieser Hacker, den man hier sieht, das ist zum Beispiel der 9-11. Und dann war einfach mal drei Jahre, war... war es nicht lustig, an der Börse sein Geld investiert zu haben. Dann ist es wieder angestiegen bis 2007, dann war die Finanzkrise wieder stark nach unten. Wenn man durchgehalten hat, dann hat man mit Aktien in den letzten 50 Jahren 11% Rendite vor Kosten erwirtschaften können. Nach Kosten hängt es ganz davon ab, welches Produkt, welches Steuermodell man hier gewählt hat. Das schauen wir uns jetzt eben dann im dritten Teil an. Aber wie gesagt, Warren Buffett, wenn das vielleicht jemand von euch kennt, einer der bekanntesten Investoren weltweit, mittlerweile 95 Jahre alt und eine lebende Legende. Der wurde auch einmal gefragt, warum investieren nicht alle Menschen in Aktien? Und seine einfache Antwort ist, die meisten Leute wollen schnell reich werden und nicht langsam. Und das ist dann der große Fehler, der passiert, wenn man an der Börse Geld investiert, dass man den schnellen Reichtum sucht, dass man beginnt zu zocken, kaufen, verkaufen. gescheiter sein wie der Markt. Das funktioniert meistens nicht. Ich bin seit über 30 Jahren in der Branche, kenne keinen einzigen, der damit wirklich viel Geld verdient hat. Das, was wir machen und wofür wir plädieren, ist wirklich eine ganz einfache strategische Investition. Strategisch etwas zu kaufen, von dem man überzeugt ist und dann mit ruhiger Hand zu lassen. Und wichtig ist, gerade in diesen Krisensituationen wie 2003 oder 2007, 2008 nicht die Nerven zu verlieren, sondern mit Zuversicht und Durchhaltevermögen einfach in den Markt bleiben. Das kann ich natürlich nur dann, wenn die Finanzstruktur richtig aufgestellt ist. Dass ich für meine kurzfristigen Ziele nicht im Aktienmarkt bin, für meine mittelfristigen Ziele nur ganz wenig im Aktienmarkt investiert habe. sondern den Aktienmarkt wirklich nur nutze für die Investition, die ich 10, 15 Jahre lang und länger investieren kann. Und Altersvorsorge ist ein typisches Beispiel dafür, weil bei der Altersvorsorge habe ich ja nicht nur die Sparphase. Mir werden ja auch oft gefragt, ein 50-Jähriger kommt zu mir und sagt, Wolfgang, ich habe nur mehr 15 Jahre Zeit, mein Geld zu veranlagen. Dann sage ich, wieso, welches Ziel verfolgst du? Ich möchte eine Altersvorsorge haben. Wie lange möchtest du leben? Ja, weiß ich nicht. Aber wenn es gut geht, 90. Sag ich, ja, wenn du 90 wirst, dann hast du eine Investitionsdauer von 40 Jahren als 50-Jähriger. Nicht 15 Jahre. 15 Jahre ist die Spardauer. Aber danach kannst du noch 35 Jahre Geld... oder 25 Jahre Geld entnehmen. Das heißt, deine gesamte Investitionsdauer als 50-Jähriger für die Altersvorsorge sollte mit 40 Jahren kalkuliert sein. Und für 40 Jahren eignet sich der Aktienmarkt zum Investieren sehr wohl, weil man ja kurzfristig Geld reingibt und dann gibt man Geld über einen längeren Zeitraum wieder raus. Und wenn man langfristig betrachtet, habe ich in den letzten fünf bei einem Investitionszeitraum von 15 Jahren noch nie einen Verlust gemacht in der Geschichte des Aktienmarktes, sondern ab 15 Jahren hat sich das immer ausgeglichen. Das heißt, es zählt beim langfristigen Investieren nicht die Volatilität, sondern beim langfristigen Investieren zählt die durchschnittliche Nettorendite. Und wenn die durchschnittliche Nettorendite entsprechend hoch ist, dann kann ich sehr gut im Aktienmarkt... Und hier den Inflation, der hier sehr klein ausschaut, da sieht man hier 15.000 Euro, bräuchte ich Gewinn für einen Inflationausgleich. Ich habe tatsächlich bei der Investition von 10.000 Euro 251.000 Euro Gewinn gemacht. Hier kann ich den Inflation sehr wohl ausgleichen. Das ist unsere Hauptanlageklasse, die wir hier empfehlen. Und einfach nur als Vergleich habe ich hier noch hergeschrieben, Die Renditen zwischen 1970 bis 2025 bei Aktien, habe ich schon erwähnt, durchschnittlich 11% pro Jahr, Gold 9% pro Jahr. Eine interessante Gleichung, die Staatsschulden Österreichs sind seit 1970 auch um 9% pro Jahr gestiegen. Welch ein Wunder, da gibt es schon ein bisschen einen Gleichlauf, wie viel Geld ist im Umlauf im Verhältnis zum Gold. Auch das Bruttoinlandsprodukt in Österreich ist in dem Zeitraum um 5,3% gestiegen, das durchschnittliche Einkommen auch um 4,8%, die offizielle Inflation nur um 3%. Kritiker der offiziellen Inflationsberechnung sagen deswegen, dass die tatsächliche Inflation höher sein muss. Aber das überlasse ich mal den Kritikern.
Ich möchte nur ganz kurz, bevor wir zum dritten Teil kommen, auch eine Lanze brechen für Unternehmen. Aktien werden oft so wild gesehen. Man sieht meistens die Börse. Man sieht wilde Spekulationen, Stress an den Börsen. In den Nachrichten wird über Aktien nur dann berichtet, wenn es einmal 5% nach unten gegangen ist, wenn irgendeine Katastrophe passiert. Wenn es langsam nach oben geht, ist es nicht berichtenswert. Was ist es, wenn man in Aktien investiert? Wenn man in Aktien investiert, investiert man in Unternehmen. Und Unternehmen sind das Herz unseres Herz-Kreislauf-Systems. Ohne Unternehmen kann eine Gesellschaft, wie wir sie sind, eine arbeitsteilige Gesellschaft, nicht funktionieren. Wir haben den Wirtschaftskreislauf, also der blaue Bereich. Wir Menschen, Privatpersonen, arbeiten bei Unternehmen. Jeder arbeitet. Bei einem Unternehmen, auch wenn es ein Beamter ist, ist es indirekt natürlich auch wie ein Unternehmen zu sehen. Man konsumiert bei einem Unternehmen. Das heißt, der ganze Wirtschaftskreislauf geht über ein Unternehmen. Und auch unser Geldkreislauf funktioniert über Unternehmen, indem wir Konsumausgaben tätigen. Das heißt, wir geben Geld für Güter und Dienstleistungen an Unternehmen. Und wir bekommen von Unternehmen Einkommen. Daraus resultieren auch die ganzen Steuereinnahmen, Mehrwertsteuer, Einkommensteuer und so weiter. Mit diesen Steuereinnahmen wird ja auch wieder finanziert unsere ganze gesellschaftliche Infrastruktur, Schulen, Bildung, Krankenhäuser und so weiter. Das heißt, ohne Unternehmen ist es nicht möglich, in unserer Gesellschaft zu funktionieren. Im Herz-Kreislauf-System kann man aber austauschen. Das heißt, das Geld könnte man sehr wohl austauschen. Man kann statt an Schilling einen Euro haben, wie wir es erlebt haben in der Währungsumstellung. Und auch, wie wir es früher schon erlebt haben, von der Reichsmark zum Schilling. Da hat es ein bisschen weh getan, weil da hat man wirklich viel Geld verloren mit dieser Währungsumstellung. Oder in der HyperInflation. in der Weimarer Republik, also in der Zwischenkriegszeit, war es auch so, dass man mit... scheinbar stabilen Geldinstrumenten Geld verloren hat. Die Leute, die bei Unternehmen beteiligt waren, die haben tatsächlich auch diese Krisen überstanden. Und Unternehmen machen Gewinne. Unternehmen müssen Gewinne machen, wenn Unternehmen tatsächlich bestehen wollen. Hier ein paar Auszüge. Apple macht 2025 133 Milliarden Gewinn. Allianz. 10 Milliarden Euro, das ist noch aus 2024. Sogar Mercedes und VW machen Gewinne, obwohl es die Autobauer in Deutschland gerade nicht am einfachsten haben. Und was macht der Staat? Der Staat macht im Jahr 2024 ein öffentliches Defizit von 22 Milliarden Euro. Staaten haben seit 1970 noch nie Gewinne gemacht. Das heißt, die Staatsverschuldung steigt jedes Jahr. Und da ist natürlich die Frage, wie lange... kann das in dieser Richtung so noch funktionieren. Deswegen sollte man schon zumindest andenken, einen Teil seines Geldes in Aktien zu geben. Das ist jetzt kein Appell dazu, alles umzuschiften, sondern einfach nur den Regler einmal zu... bestimmen, wo steht man, wie ist die Aufteilung und sich ein bisschen breiter aufzustellen. Die meisten portfolios, die wir sehen, das sind sehr einseitig oder gerade sicherheitsorientierte, sogenannte sicherheitsorientierte Investoren, haben doch sehr häufig einen sehr großen Überhang mit Geldwerten. Im Gegensatz wird ja Gold, wie ich schon vorher erwähnt habe, sehr oft als sicherer Anker gesehen. Was ist Gold? Alles bis jetzt geschürfte Gold der Welt kann man in einem Würfel zusammenbauen, der nur 22,37 Meter Länge, Breite, Höhe hat. Und Gold ist für uns Menschen überhaupt nicht wichtig. Ob wir Gold haben oder nicht, ist absolut unwichtig. Das heißt, wir brauchen Unternehmen, damit wir wohnen können, essen können, Kleidung haben. Alles, was wir täglich verwenden, dafür brauchen wir Unternehmen. Ob es Gold gibt oder nicht. ist für uns in der Gesellschaft relativ egal. Verwendet wird Gold zu 45% in der Schmuckindustrie, ca. 22% für Investment, 17% halten die Zentralbanken, 15% sonstige. Gold ist ein interessantes Investment als Beimischung. Wir empfehlen zwischen 5 und 15% des Vermögens auch in Edelmetalle. Aber die Hauptanlageklasse für langfristige Geldanlagen sehen wir in Unternehmen, weil ich es auch viel besser streuen kann. Ich kann mir verschiedene Unternehmen in verschiedenen Regionen, Amerika, Japan, Asien, Europa kaufen und in verschiedenen Branchen, Technologie, Pharma, Lebensmittel und so weiter.
Jetzt sind wir schon beim dritten Punkt unseres Geldanlage-Checks. Wichtig ist, wie gesagt, der Investmentcheck, dass man sich einmal wirklich orientiert, wo steht man und für was, für welche Ziele? sind denn welche Investmentklassen, sogenannte Assetklassen oder Anlageklassen wirklich auch passend. Beim dritten Punkt geht es jetzt darum, einen Überblick zu bekommen. über die Produktmöglichkeiten. Der wird nämlich sehr oft vernachlässigt. Wir sehen sehr häufig, dass sich Menschen schon Gedanken machen, welche Aktie, welchen Aktienfonds oder Anleihen oder Gold. Bei dem Thema, wo kaufe ich es, wie viel kostet das, schauen manche Menschen zu wenig hin. Dabei ist das aber genau der Punkt, der am klarsten messbar ist. setzen sich die Kosten auf drei Ebenen zusammen. Ich habe auf der ersten Ebene die Kosten eines Fonds oder eines ETFs, hier in gelb dargestellt. Auf der zweiten Ebene habe ich eben die Kosten eines Wertpapierdepots bei einer Bank oder einer Versicherungspolizze bei einer Versicherung. Und daraus resultiert dann die Steuer. Das heißt, wenn ich den gleichen ETF kaufe in einem Wertpapierdepots, egal ob es die Hausbank ist oder eine Onlinebank, bezahle ich für die Gewinne 27,5% Kapitalertragssteuer. Kaufe ich denselben ETF über eine Polizze bei einer Versicherung, bezahle ich keine Kapitalertragssteuer, absolut kapitalertragssteuerfrei, ich bezahle 4% Eingangsteuer. Und das macht einen riesengroßen Unterschied auf das Ergebnis. Für langfristige Investments ist natürlich die Besteuerung einer Polizze wesentlich interessanter. Für kurzfristige Investments mit niedrigen Renditen ist ein Wertpapierdepots interessanter. Das heißt, man muss schauen, für welches Investment mit welcher Laufzeit ist welche Lagerstelle optimal. Komischerweise macht es der Österreicher genau verkehrt. Wir sehen, dass langfristige Altersvorsorgeprodukte in Lebensversicherungen liegen, wo hauptsächlich in Staatsanleihen investiert wird mit geringer Rendite. Da ist die Steuer der Versicherungssteuer nachteilig. Und der typische Aktionär, der Aktienfonds, Aktien, ETFs oder Einzelaktien hat, der ist typischerweise im Wertpapierdepots, wo er die hohe Kapitalertragssteuer zahlt. Genau umgekehrt wäre es steuerlich effizienter. Wir haben vor vier Jahren eine Studie gemacht mit über 50.000 Produktanlagekombinationen und haben festgestellt, dass im Durchschnitt in Österreich 50% der am Markt erwirtschafteten Rendite durch Kosten und Steuern abgerieben wird. Das heißt, wenn am Markt 7% Rendite erwirtschaftet werden, kommen beim Kunden durchschnittlich nur 3,5% Rendite an. Der Rest geht an Kosten und Steuern verloren. Wenn man es optimal macht, kann man diesen Renditeverlust auf bis zu 10% reduzieren. Das heißt, von der am Markt erwirtschafteten Rendite, auf die wir ja keinen Einfluss haben, weil der Markt gibt die Rendite her, so oder so. Aber ich kann heute schon berechnen, wie viel bleibt bei mir und wie viel geht verloren an Kosten, an die Finanzindustrie oder an Steuern. Und das schauen wir uns jetzt noch kurz genauer an. Wir sehen hier eine Renditannahme von 7% Marktrendite, also der Rendite vor Abzug aller Kosten.
Und die gelbe Linie zeigt einen ETF, einen Vanguard Global Stock ETF mit 0,2% Kosten in einem Wertpapierdepots, wenn es dafür keine Steuer gäbe. Das sieht man hier in der gelben Linie. Von 7% Marktrendite bleiben 6,8% beim Kunden, weil der ETF nur 0,2% Kosten hat und Online-Broker wie Flatex oder Trade Republic bei ETFs kaum Kosten verursachen. Wenn man die Kapitalertragssteuer abzieht, sieht man hier die rote Linie. Das Problem ist, dass die Kapitalertragssteuer überwiegend erst dann abgezogen wird, wenn man wirklich verkauft. Solange man investiert, werden nur Ausschüttungen und ausschüttungsgleiche Erträge versteuert. Der Großteil des Geldes bleibt im Depot liegen. Man hat jedoch immer eine Steuerschuld. Wir haben Kunden, die aufgrund der guten Börsenentwicklung in den letzten zehn Jahren 100.000 Euro Gewinne im Wertpapierdepots haben. Diese Kunden wissen, dass von den 100.000 Euro Gewinn beim Verkauf bis zu 27.500 Euro an Kapitalertragssteuer abgeführt werden müssen. In der Berechnung haben wir unterjährige Kapitalertragsteuern nicht berücksichtigt. Das heißt, in der Realität werden Ausschüttungen und ausschüttungsgleiche Erträge jährlich besteuert und beim Verkauf nur die Differenz. Deswegen sieht man hier eine relativ hohe Ablaufrendite von 5,84 Prozent in Rot, die beim Kunden ankommt. Diese ist in der Realität ein bisschen größer. Wenn man 27,5% jährlich abziehen würde, würden nur etwa 4,8% überbleiben. Die tatsächliche Netto-Rendite hängt davon ab, wie viel jährlich besteuert wird. Je mehr jährlich besteuert wird, desto weiter unten muss man sich diese rote Linie vorstellen.
Jetzt zeige ich im Vergleich, wie sich das entwickelt hätte, wenn man denselben ETF in einer Netto-Police investiert hätte. Dann hätte man bei 100.000 Euro Investment nach 30 Jahren tatsächlich 100.000 Euro mehr. Das ist der reine Steuerunterschied. Der könnte noch einmal 100.000 Euro betragen, wenn man häufiger den ETF wechselt. Bei jedem Wechsel muss man sofort die Kapitalertragssteuer bezahlen. Das heißt, nicht nur beim Verkauf, sondern auch beim Wechsel von ETF A auf ETF B muss man die Steuer bezahlen, und auch die unterjährigen Ausschüttungen und ausschüttungsgleichen Erträge werden berücksichtigt. Das ist ein großer Steuervorteil. Wichtig ist, nicht nur die Sparphase zu berücksichtigen, sondern speziell die Entnahmephase. Speziell wenn man die Steuer gegenüberstellt, weil die Steuer hauptsächlich erst dann anfällt, wenn verkauft wird. Ich zeige hier in dem Berechnungsbeispiel wieder 100.000 Euro Einmalzahlung, aber ich entnehme ab dem 21. Jahr monatlich 1.850 Euro. Das heißt, ich nehme 1.850 Euro heraus, gehe in Rente und möchte mein Geld genießen. Man sieht hier in der Gewinn-Verlust-Grafik trotzdem weiter einen Anstieg. Schauen Sie auf die Null-Linie. Ich habe ein Investment von 101.000 Euro. Da ist unser Vermittlungshonorar schon mit berücksichtigt. Die nimmt ab. Das heißt, ich sehe hier in der Null-Linie abnehmende Zahlen. In dem Zeitpunkt, wo oben die Linie gerade bleibt, ist quasi mein Einsatz schon wieder heraus. Bei 7% Marktrendite habe ich mit dieser effizienten Steuersituation einer Doppel-Netto-Police die Situation, dass ich tatsächlich monatlich 1.850 Euro entnehmen kann. Das heißt, die 1.850 Euro werden gespeist durch den jährlichen Ertrag und der Geldwert von 350.000 Euro oder 343.000 Euro bleibt gleich. Ich hätte damit quasi ein lebenslanges passives Kapitaleinkommen unter der Voraussetzung, dass ich durchschnittlich 7% Rendite erwirtschafte. Hätte ich das Ganze in einem Wertpapierdepots gemacht, dann sieht man, dass hier die Schere noch wesentlich steiler auseinander geht, weil natürlich für diese beim Verkauf dann tatsächlich auch die Steuer anfällt. Und hätte ich das in einem Wertpapierdepots gemacht, wäre das Geld quasi nach 25 Jahren Entnahmephase aufgebraucht. Und da sieht man den enormen Steuervorteil, wenn ich ein ETF in eine Versicherungslösung packe. Das ist aber ganz wichtig. Welche Versicherungslösung? Wenn man das Ganze nämlich in eine typische Versicherungslösung mit Provisionen packt, das zeigt hier die gelbe Linie, dann ist der gesamte Steuervorteil verpufft. Der Steuervorteil alleine als Argument zu nehmen, um ein bestimmtes Produkt zu kaufen, ist sehr gefährlich. Da gibt es 37.500 Berater da draußen, die diese fondsgebundene Lebensversicherung nur mit dem Argument des Steuervorteils verkaufen. Diese Produkte haben aber derart hohe Kosten, dass der gesamte Steuervorteil zunichte gemacht wird oder sogar schädlicher ist als der Steuervorteil. Ich habe hier sogar das Produkt derselben Versicherungsgesellschaft. Das heißt, man sieht hier immer den Vanguard Global Stock Index, also ein passiver Indexfonds. Und beide Male den Produktanbieter Standard Life, Parkallee SE. In der blauen Linie Tarifbezeichnung N für Netto und in der gelben Linie die Tarifbezeichnung MA. Ich weiß jetzt gar nicht, wofür die steht, aber da sieht man den Unterschied. Das heißt, jetzt habe ich die Entwicklung, beide haben dieselbe Steuer, beide Male investiere ich in dasselbe Investment bei derselben Versicherungsgesellschaft. Die Differenz ist einzig und allein, wie viel davon bekomme ich als Anleger und wie viel davon gebe ich ab an die Vermittler, die dieses Produkt vermitteln. Und das wirkt sich langfristig derart dramatisch aus. Deswegen ist unsere Empfehlung, und wir bieten das auch gerne an, Finanzprodukte immer provisionsfrei zu kaufen. Wir verrechnen für unsere Dienstleistung ein Honorar. Sie haben den Vorteil, dass es immer transparent ist. Das heißt, Sie wissen, welche Leistung bieten wir zu welchem Preis. Sie können das bestimmen, Sie können das einordnen. Wie viel Leistung bekomme ich und was bezahle ich dafür? Genauso, wenn Sie sich ein Radl kaufen, dann wissen Sie es auch. Wenn Sie eine Küche kaufen, wissen Sie es auch. In Österreich haben wir leider Gottes dieses Dilemma, auch in Deutschland, dass Finanzprodukte immer die Kosten des Produktgebers vermischt werden mit den Kosten des jeweiligen Vermittlers. Egal ob der Vermittler eine Bank ist, ein Versicherungsangestellter ist oder ein freier Berater ist, ich habe immer die Kosten dieser Dienstleistung verpackt im Finanzprodukt und damit kann ich sehr schwer einordnen, wie viel kostet das und welche Leistung bekomme ich dafür. Nur wenn es getrennt ist, dann weiß ich es. Unser Vermittlungshonorar ist hier übrigens in der blauen Linie schon eingerechnet. Und wenn jemand eine Betreuung haben möchte in der digitalen Finanzberatung, dann bieten wir die um 5 Euro im Monat an. Mehr dazu gerne dann im Nachgang im Detail oder bei einer Beratung. Jetzt schauen wir uns nur an, wie wichtig es ist, auch die Qualität mit einzubeziehen. Viele sagen dann, okay. Kostenunterschied habe ich verstanden, aber Kosten alleine ist ja auch noch nicht alles. Ich muss ja immer Preis-Leistung im Verhältnis stellen. Was habe ich denn für Qualität? Wir zeigen hier jetzt in die Vergangenheit die Entwicklung der letzten 15 Jahre. Wie hat sich denn der MSCI World oder in dem Fall der FUZI World entwickelt? In einem Online-Depot. Das heißt, die gelbe Linie ist ein Online-Depot wie Flatex zum Beispiel. In den letzten 15 Jahren, welche Rendite habe ich denn erwirtschaftet? Die blaue Linie zeigt jetzt unsere Doppel-Netto-Police, wo ich den Steuervorteil nutze, aber zusätzlich auch noch aktives Management beimische. Wir haben die Möglichkeit, in einer Doppelnetto-Police sogenannte Clean-Share-Tranchen zu kaufen. Das heißt, man kann Fonds provisionsfrei kaufen. Ganz wichtig, wenn Sie einen aktive gemanagten Fonds kaufen, dann sind da in der Regel immer Provisionen für den Vertrieb drinnen. Das kann man ausschließen, wenn man sogenannte Clean-Shares kauft, wird Ihnen aber meistens nicht angeboten werden, weil dadurch Kosten, je weniger Sie bezahlen, desto weniger bekommt natürlich der Vertrieb. Und das ist eine sehr angenehme Situation für die Vertriebe dieser Produkte, weil sie diese Kosten ja nicht rechtfertigen müssen, weil sie nicht auf der eigenen Seite stehen. Sie als Kunde zahlen es aber und aus diesen Kosten werden auch sogenannte Kickbacks bezahlt an die Vertriebe. Wenn man sich diese Provisionen sparen möchte, ich möchte jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, weil die Zeit haben wir dann auch nicht mehr dafür, oder wie gesagt, es gibt dann im Nachgang die Informationen, wo Sie das genau nachlesen können, gelingt es uns, bessere Marktrenditen als der Markt zu erwirtschaften, in dem Zeitraum ca. 1%. Und in Kombination mit den Kosten-Steuer-Vorteilen wäre hier beim Kunden ca. 2% mehr angekommen. Und 2% mehr Nettorendite bedeutet in dem Fall 130.000 Euro mehr Ertrag netto für Sie, weniger bei der Finanzindustrie. Was wir meistens erleben, ist eher sowas wie hier in der roten Linie. Das war ein Kunde, der hat sich ein Angebot geholt von der Hausbank und hat empfohlen bekommen einen Hausbankfonds. Die Marktrendite mit 9,92% war ja überhaupt nicht schlecht. Nur im Vergleich zum ETF oder zum Clean-Share-ETF-portfolio war es in den letzten 15 Jahren doch schlechter. Und nicht die Rendite ist das Entscheidende, sondern die Kosten. Sehr hohe Depotkosten, sehr hohe Fonds mit Kosten. Das heißt, bei diesem Kunden, bei diesem konkreten Depot mit dem Fonds, sind aus fast 10% Rendite, die am Markt erwirtschaftet wurden, nur 5,23% beim Kunden angekommen. Die Hälfte, wie ich vorher gesagt habe. Ich muss ein bisschen auf die Zeit schauen, muss ein bisschen draufdrucken. Was ganz wichtig ist bei der Geldanlagecheck, bitte vermeiden Sie bei Lebensversicherungen, bei Sparplänen, Lebensversicherungen, sogenannte Abschlusskostenzimmerung, auch genannt im Fachjargon. Häufig die Situation, dass man hier bei einem 200-Euro-Sparplan bezahlt man in den ersten fünf Jahren enorm hohe Abschlusskosten. Bei einem 200-Euro-Monatssparplan werden für die vermittelnde Stelle, egal ob es Bank, Versicherungsangestellter oder eben freier Berater ist, oft die Hälfte der ersten fünf Jahresprämien an Provisionen bezahlt, obwohl 6% Rendite für die Zukunft angenommen wurden. Ist der Kunde nach fünf Jahren 5.000 Euro im Minus? Wie gibt es das, dass ich 5.000 Euro Verlust habe, obwohl ja die Märkte 6% Rendite jedes Jahr machen? Das ist Provision für den Vertrieb. Meiner Meinung nach sollte das verboten werden. Deswegen braucht der Kunde oft 14 Jahre, bis er den Verlust ausgeglichen hat. Und natürlich am Ende kommt dann natürlich auch sehr wenig Rendite raus. Produkte. Speziell bei Lebensversicherungen, Sparpläne, bitte aufpassen auf die Kosten. Manche machen es ungezillmert, also wo am Anfang keine so hohen Kosten abgezogen werden, das ist wesentlich besser. Die Gesamtkostenbelastung ist aber meistens auch dramatisch hoch. Hier kommt von 6% Rendite am Markt auch nur die Hälfte beim Kunden an. Wenn man es provisionsfrei macht, kann man wesentlich mehr für sich rausholen. Die Finanzvertriebe machen Milliarden Provisionserlöse. Die Top 3 sind die DVAG, das ist nicht von mir, sondern vom Artikel von Versicherungsbote.de, also das heißt auch das Bild ist von denen. 2,5 Milliarden pro Jahr Provisionserlöse, die MLB fast eine Milliarde und die Swiss Life, ehemalige AWD, 775 Millionen Provisionserlöse. Geld, das den Anlegern fehlt. Prüfe, wer ist dein Gegenüber. Wenn man sich Unterstützung und Rat holt, dann bitte sollte man sich anschauen, von wem beziehe ich diese Unterstützung und Rat. Wir haben in Österreich ca. 30.000 Berater, die angestellt sind bei Banken, Versicherungen oder in sogenannten Agenturverhältnissen. Die haben keinen unabhängigen Marktvergleich. Sagen sie auch nicht, behaupten sie auch nicht, sondern werden bestimmte Produkte verkauft. Wenn Sie bei einem dieser 30.000 Berater sind, dürfen Sie sich nicht erwarten, dass Sie einen unabhängigen Marktvergleich bekommen. Sie haben die Möglichkeit, zu 7.500 Berater zu gehen, die unabhängigen Marktvergleich machen müssen per Gesetz. Das sind Vermögensberater und Versicherungsmakler. Wir gehören auch zu den Vermögensberatern. Von den 7.500 gibt es nur unter 100 oder noch weniger in der Realität, die auf Honorarbasis arbeiten und keine Provisionen nehmen. Viele, speziell Jüngere, wenden sich deswegen von der Beraterseite ab, holen sich die Informationen im Netz und kaufen dann bei RoboAdvisor, Neobroker, Online-Banken, machen es dann selbstständig. Hier darf man sich aber auch nicht erwarten, dass die Information immer so vollständig ist. Zum Beispiel wird ein Neobroker nie ein Interesse haben, auf Versicherungslösungen hinzuweisen, weil sie damit nicht kooperieren. fynup, wir sind hier auf dieser Seite, wir sind digital unterwegs, wir bieten provisionsfreie Produkte an, sowohl im Versicherungsbereich als auch im Bankenbereich und unsere Dienstleistung basiert auf Honorarbasis, damit alles transparent und klar ersichtlich. Wir haben starke Partner, wie der Peter Kolber, einer Mitstreiter schon seit vielen Jahren ist. Konsumentenschutz, aber auch der VKI darf ich an der Stelle erwähnen oder die Arbeiterkammer Wien, mit denen wir gemeinsam gemacht haben, auch eine Studie über die Provisionssituation, Medien wie der Gewinn sind wir immer wieder vertreten und es freut uns natürlich sehr, wenn wir eingeladen werden für Artikel oder Interviews. Vor kurzem waren wir auch sehr stark im ServusTV mit Pragmaticus und Co. vertreten. Und was uns natürlich am meisten freut, sind unsere Kunden. Wir haben bei Trustpilot ein Bewertungssystem. Das können wir nicht beeinflussen, Gott sei Dank. Deswegen ist es neutral. Und lesen Sie eine dieser Bewertungen durch. Wir haben hier von fünf Sternen 4,9. Wir haben wirklich eine sehr hohe Zufriedenheit. Wie schaffen wir das? Durch Technik. Das heißt, Damit es gelingt, maximale Qualität zu bieten, zum maximal günstigen Preis, ist es notwendig, die technischen Mittel einzusetzen. Wir arbeiten mit künstlicher Intelligenz und verschiedenen Instrumenten. Dafür reicht heute natürlich die Zeit nicht, aber ich hoffe, dass ich Interesse geweckt habe, dass Sie sich näher mit dem Thema beschäftigen. Schauen Sie vorbei, scannen Sie vielleicht den QR-Code. Derjenige, der den QR-Code nicht scannen kann. ist hier die Uhr eingeblendet. Die ist ein bisschen lang, die hätte man kürzer machen können. Wir verschicken aber sowieso in den nächsten Tagen einen Newsletter an alle Angemeldeten, wo das alles noch einmal drinnen steht. Und auf dieser Landingpage erhalten Sie dann nicht nur Die Aufzeichnung dieses Webinars, das heißt, Sie können auch dieses Webinar noch einmal sehr gerne nachschauen. Sie haben hier auch den Link dabei für den Finanzplan, dass Sie ihn kostenlos runterladen können. Wir haben hier verschiedene Links zu Artikeln, die ich heute angesprochen habe. Staatsanleihen, Gold, Aktien, Doppelnetto, Polizzei, Studie zur AK und so weiter. Und Sie können natürlich auch jederzeit gerne eine kostenlose Erstberatung bei uns buchen. Wir haben die ersten 30 Minuten kostenfrei. Sie können einmal reinschnuppern, wie wir Ihnen helfen können und 30 Minuten mal kostenfrei verwenden. An dieser Stelle sage ich herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich jetzt natürlich auch noch auf die Ausführungen von Peter Kolber, der speziell, glaube ich, auf die Kosten ein bisschen eingehen wird, was so im Versicherungsvertrieb da alles so, was du so erlebt hast.
Und die Gefahren.
Und die Gefahren. Danke, Wolfgang. Genau. Peter, ich wollte gleich fragen: Die hohen Kosten und die mangelnde Transparenz bei Finanzprodukten sind ja wahrscheinlich in deinem Berufsleben öfters vorgekommen. Hat sich da im Laufe der Jahre etwas gebessert oder nicht wirklich? Und kann man da bestimmte Muster erkennen?
Naja, man kann erkennen, dass die Leute, die zu uns kommen und die zum Beispiel in fondsgebundene Lebensversicherungen investiert haben, das waren ja immerhin diese hochtoxischen Produkte, Fremdwährungskredite, entfällige Fremdwährungskredite mit einem Tilgungsträger, das waren dann oft fondsgebundene Lebensversicherungen. Und das Erwachen war doppelt schlimm. Nämlich zum einen beim Fremdwährungskredit, weil die Schweizer Franken im Wert gestiegen sind. Und auf der anderen Seite, dass die Performance bei diesen fondsgebundenen Lebensversicherungen lange nicht das gebracht hat, was man versprochen hat. Das heißt, die Leute haben Deckungslücken von sehr viel Geld. Und wenn man jetzt also die Situation bei der Lebensversicherung betrachtet, dann war denen allen zusammen nicht bewusst, wie viel sie an Kosten zahlen, die ihnen aber nicht offen liegen, sondern die halt sozusagen von dem Geld, das sie einzahlen und von dem sie erwarten, dass es eigentlich schon für sie arbeitet. Und das in Wahrheit auf Kosten geht. Und das ist eine Situation, die meines Erachtens untragbar ist. Also da gehören gesetzliche Regeln her, dass man das besser transparent macht. Insgesamt muss man sagen, dass die Situation in Österreich auch die ist, dass wir in der Schule relativ wenig Finanzbildung haben. Selbst wenn wir als Erste aus der Schule rauskommen und vielleicht noch gerade einmal eine Definition für Aktien wissen, dann ist das schon gut. ETFs kennen die sicher nicht. Auch da müsste eigentlich einiges passieren.
Das Problem bei diesen Tilgungsträgern war gar nicht, dass die Aktien so schlecht performt haben, sondern dass die Kosten einfach so groß waren.
Es war sicher schon auch die Finanzkrise, die sich ausgewirkt hat, keine Frage. Vor allem, wenn es genau da abgereift ist. Ja, also die Leute, das sind immerhin 250.000 Fremdwährungskredite, die da an Konsumenten vergeben worden sind. Und da sieht man auch gleich noch etwas, nämlich: Die Finanzmarktaufsicht, die uns sozusagen beschützen sollte, hat im Jahr 2008 den Banken dann verboten, Fremdwährungskredite zu vergeben. Das war allerdings genau in dem Augenblick, wo die Finanzkrise offenbar gemacht hat, dass das ein hochtoxisches Produkt ist.
Also sehr spät, kann man sagen.
Zu spät, eindeutig zu spät. Und das ist eigentlich etwas, was man wirklich kritisieren muss. Die FMA ist so organisiert, dass sie bei allen Dingen zu spät kommt. Und der Staat, der ja einmal in der Vergangenheit für Fehler der Finanzprokuratur auch gegenüber Anlegern gehaftet hat, der Gesetzgeber hat sich überlegt, das wollen wir nicht mehr und hat dann eine Wahnsinnsbestimmung geschaffen, nämlich: Die FMA ist gegenüber den von ihr beaufsichtigten Finanzdienstleistern weiter zum Schadenersatz verpflichtet, wenn sie zum Beispiel zu früh eingreifen. Aber nicht mehr gegenüber den Anlegern, denen sie Schaden verursachen, weil sie zu spät eingreifen. Und das ist ein Anreizsystem, das ist fürchterlich, denn das heißt, dass die Finanzmarktaufsicht notgedrungen lieber zuwartet und damit zu lange wartet, als allzu früh und dann in die Haftung zu kommen. Mit solchen Gesetzen ist es schwer, dann einen Finanzmarkt wirklich zu bewerben, sagen wir mal so.
Um vom Rechtspolitischen wieder zurück zum Praktischen zu kommen: Gibt es bei der Frage, von wem ich mich bei einem Finanzprodukt beraten lassen soll oder bei wem ich dann auch schlussendlich kaufen soll, hätten Sie da einen Ratschlag? Gibt es da bessere und schlechtere sozusagen?
Nein, es gibt vor allem eines. Nach der Finanzkrise hat man alle möglichen Studien gemacht. Und die deutsche Bundesregierung hat eine große Studie beauftragt. Was könnte man besser machen im Finanzsystem? Und der entscheidende Vorschlag in dieser Studie ist, weg vom Provisionssystem hin zu einer Honorarberatung. Und das hat man weder in Deutschland noch in Österreich umgesetzt. Man hat da nicht einmal Anreize dafür geschaffen, dass man in eine Honorarberatung geht, obwohl das doch eigentlich eine relativ logische Sache ist. Wenn man mir meine Kosten versteckt, dann ist es doch viel transparenter, wenn ich sage, ich gehe in eine Beratung, von der ich mir qualitativ auch einiges erwarten darf und zahle dort und habe dafür keine versteckten Kosten und habe aber auch eine Haftung desjenigen, der mir da Ratschläge gibt. Und ich würde das so vergleichen: Man geht ja bitte, wenn man eine Wohnung kauft, auch zu einem Notar oder Rechtsanwalt und auch der verlangt Geld. Und ich würde sagen, Vermögensberatung ist wahrscheinlich mindestens genauso wichtig, wenn nicht wichtiger, manchmal. Da muss man auch was dafür zahlen bereit sein.
Wolfgang, gerne. Darf ich da vielleicht noch was dazu sagen? Weil genau das ist ja immer der Punkt, den Peter anspricht. Und rechtlich ist es ja so, dass bei 100 Seiten Angebotsunterlagen das schon alles drinnen steht. Dadurch ist es natürlich rechtlich korrekt. Aber wenn man sich nur mal den Chart anschaut, hier von dieser Sparplanprämie hier, und ich zeige das dem Kunden, dann sage ich, würdest du das machen? Oder wenn du es gemacht hast, hast du das gewusst, dass bei 6% Renditannahme am Markt du 5.000 Euro im Verlust bist nach fünf Jahren und du 14 Jahre lang brauchst, bis der Verlust aufgehoben ist. Sagt mir jeder, wirklich ausnahmslos jeder, nein, das habe ich nicht gewusst und ich würde das auch nicht kaufen, wenn ich das wüsste. Deswegen ist es de facto so, dass die Leute leider Gottes nicht wissen, obwohl natürlich rechtlich alles sauber ist, weil es in den Unterlagen sehr wohl drinnen steht. Und deswegen bin ich auch sehr froh. Meistens. Oder meistens. Deswegen bin ich sehr froh, dass auch der Verbraucherschutzverein hier präventiv tätig ist. Wir haben mit dem Verbraucherschutzverein gemeinsam Webinare gemacht, weil, wie du schon gesagt hast, Peter, Aufklärung ist das, was wir machen können. Und ich bin sehr froh, dass der Gewinn als sehr relevantes Medium in Österreich hier immer sich auch dieses Thema annimmt, das ja nicht immer so das Lustigste vielleicht ist für alle.
Ich würde eines noch verstärken: Man darf sich auch nicht darauf verlassen, dass sozusagen, wenn etwas schief geht, dann einfach das gerichtlich klären wird. Weil, und das ist eine Diagnose nach 30 Jahren, der oberste Gerichtshof in Österreich tut bei Banken, bei Versicherungen, bei Energieversorgungsunternehmen, wenn es da Probleme gibt, immer das Abendland, sage ich immer, retten. Das heißt, da werden Argumentationen gefunden, weshalb man keinen Schadenersatz kriegt. Also auch auf das soll man sich nicht verlassen. Aufklärung ist der wichtigste Punkt bei der Vermögensanlage.
Danke, das ist ein schönes Schlusswort, glaube ich. Wir sind jetzt schon relativ weit mit unserer Zeit. Wir haben einige Fragen bekommen. Ein bisschen was werden wir vielleicht noch fragen. Sehr gerne. Eins war, ich verstehe nicht ganz, ich habe eine Lebensversicherung laufen, bin Ende 50. Sie haben erwähnt eben, dass man den Vertrag auf 40 Jahre dauern bis 90 auch laufen kann. Bei mir muss ich mich mit 65 entscheiden zwischen Rente und Kapital. Genau. Das ist eine Sache, wie man den Vertrag aufsetzt. Das kommt ja noch dazu. Das Wichtigste sind einmal die Kosten und die Qualität. Und dann ist noch ein ganz wichtiger Punkt natürlich die Vertragsgestaltung. Das heißt, man kann einen Versicherungsvertrag bis zum 85. Lebensjahr laufen lassen. Innerhalb dieses Zeitraumes kann ich dann frei wählen, welche Fonds investiere ich. Wie viel Kapital nehme ich wann raus? Wenn der Vertrag natürlich schon so aufgesetzt ist, dass er mit 65 endet und ich muss dann schon entscheiden, Kapital raus oder eine lebenslange Rente, die wiederum schlecht verzinst ist, dann habe ich in der Vertragsgestaltung das nicht ganz optimal umgesetzt. Das sehen wir leider Gottes sehr häufig. Das ist auch wieder Expertise, die notwendig wäre, hier in der Vermittlerschaft besser in die Breite zu gehen. Hat vielleicht auch ein bisschen was damit zu tun, weil oft auch Folgegeschäfte damit auch gemacht werden. Wenn ein Vertrag abreift, dann wird ein neuer Vertrag gemacht und mit einem neuen Vertrag entstehen neue Abschlusskosten. Aber wenn man so einen Vertrag schon laufen hat, kann man eigentlich in dem Fall jetzt nichts mehr machen? Oh ja, also wir empfehlen immer, individuell zu prüfen. Das heißt, das ist das Schöne bei uns als Honorarberater, dass wir ergebnisoffen sind. Das heißt, wir verdienen, ist total egal, wir werden für die Stunde bezahlt. Und man kann jeden Vertrag und jede Vermögenssituation prüfen. Und danach entscheidet man sich, gibt es einen Handlungsbedarf oder nicht. Und bei unserer Beratung ist immer klare Handlungsoptionen. Und manchmal gibt es dann auch eine klare Handlungsempfehlung. Dafür brauche ich aber dann auch gewisse Informationen, um die Empfehlung aussprechen zu können. Weil es immer eine Sache ist, wie passt es ins Gesamtbild des jeweiligen Kunden. Das ist dann schon eine sehr individuelle Sache, die man dann einfach in einem persönlichen Beratungsgespräch klärt. Das wir übrigens alles online machen. Danke sehr. Dann haben wir noch: Sie reden von Doppel-Nettopolizze. Ich habe dieses Wort noch nie gehört. Wenn ich zu meinem Versicherungsmakler gehe, weiß der, was Sie meinen? Der Versicherungsmakler, leider Gottes, wird kaum Interesse haben, dass er Doppel-Nettopolizze verkauft, weil das heißt einmal zum einen, er bekommt keine Provision aus dem Produkt. Das heißt, er muss seine Dienstleistung direkt vom Kunden verrechnen. Das ist leider Gottes in Österreich nicht üblich. Und ein Berater bekommt in der Regel nicht nur eine einmalige Abschlussprovision, sondern auch oft eine laufende Provision, die bis zu einem Prozent des veranlagten Vermögens pro Jahr gehen kann. Ein ganzes Prozent Rendite geht quasi verloren an den Berater. Man muss sich fragen, welche Dienstleistung steht da entgegen? Wenn man es weiß und damit einverstanden ist, alles okay. Aber wissen muss man es. Und dann kommt noch dazu, Doppelnetto-Polizzei heißt, auch keine Provisionen aus der Ebene der Fonds an das jeweilige Produkt. Das heißt, ich habe Produktkosten, die müssen sauber sein. Und ich habe auch Fonds, die dürfen keine Provision bezahlen an den Produktgeber, sei es eine Versicherung oder eine Bank. Nur so stelle ich sicher, dass jeder Beteiligte in dem Spiel direkt bezahlt wird und nicht der eine den anderen hinten rum quasi wieder was bezahlt. So habe ich es am saubersten, am transparentesten und am klarsten. Und am günstigsten. Ist fast immer so. Wenn es transparent ist, ist es für den Konsumenten in der Regel die beste Lösung. Also der Weg geht über die Transparenz. Dann haben wir noch, mein Sohn fängt gerade zum Arbeiten an und wir überlegen, was für eine Vorsorge er machen soll. Welche Höhe der Einzahlungen und ob es nicht doch eine schlechte Idee ist, eine Lebensversicherung zu wählen, weil es ja vielleicht in zehn Jahren einen Hauskauf gibt. Ja, also wichtig, glaube ich, ist eh klar, wenn eine Lebensversicherung dann provisionsfrei. Der zweite Punkt ist dann natürlich die Flexibilität. Das heißt, man muss immer betrachten, da gibt es drei Betrachtungspunkte. Wie flexibel ist das Produkt vertraglich? Welche steuerlichen Auswirkungen hat eine eventuelle Änderung? Und das dritte ist dann die wirtschaftliche Einordnung. Und da kann ich nur sagen, eine provisionsfreie, fondsgebundene Lebensversicherung oder eine Doppelnetto-Polizze, wie wir es nennen, macht dann zehn Jahre plus. Darunter macht es keinen Sinn. Also das wäre schon eine wichtige Entscheidung. Gehe ich davon aus, dass das Geld wirklich zehn Jahre und länger liegen lassen kann, dann ja. Wenn nicht, dann ist ein Online-Depot wahrscheinlich die gescheitere Wahl. Oder ein bisschen mischen. Also es ist ja nicht entweder oder, sondern sowohl als auch. Ein Teil ist gut geparkt in ein Depot, auch der Sparbuch hat seine Berechtigung, aber für das langfristige, eine doppelte Netto-Polizzei macht unheimlich viel aus. Also der Zinseszinseffekt, das Wunder Zinseszins sollte man nutzen. Das passt auch sehr gut zu der Frage, mein Kind ist drei Jahre alt, die Oma hat bis jetzt einen Bausparvertrag abgeschlossen, aber ich beginne zu überlegen. Klassiker, ja. Entschuldigung, jetzt habe ich die Frage gar nicht. Ich habe schon vorher auf den Passer gedrückt. Das geht in Ihre Richtung. Genau, das ist absoluter Klassiker. Das erleben wir sehr häufig. Oma, Opa oder Eltern schließen für ein neugeborenes Kind einen Bausparer ab. Und dafür hilft vielleicht wirklich dieser Finanzplan sehr gut. Weil da erkennt man, dass das absolut keinen Sinn macht, für ein Neugeborenes einen Sparvertrag abzuschließen, der in sechs Jahren ausläuft, wo ich heute fix weiß, ich brauche das erst in 18 oder 20 Jahren. Und dann mache ich wieder einen und wieder einen und wieder einen und ich kriege keine Rendite und die Inflation frisst mir alles weg. Das heißt, ich mache bei 3% Inflation, verliere nach 24 Jahren die Hälfte. Damit sollte man unbedingt rechnen, das ist so ein Ding. Und bei einer Kinderversorgung würde ich da sehr viel verlieren. Die Doppelnetto-Polizzei eignet sich extrem gut für die Kindervorsorge. Hier kann man nämlich auch sehr effizient Geld übergeben innerhalb des Vertrages. Details bei uns auf der Webseite im Artikel Kindervorsorge. Ich glaube, das war jetzt auch schon langsam ein gutes Schlusswort. Wir haben eh schon ein bisschen überzogen. Danke für euch beiden Gäste heute. Danke für die Einladung. Danke.