So optimierst du Steuern bei ETFs und Fonds in Österreich
Mit einem Klick direkt zum Thema
- Kapitalertragssteuer vs. Regelbesteuerung
- Gewinnarten und Fondstypen bei Fonds und ETFs
- Ausschüttungen und ausschüttungsgleiche Erträge
- Verlustausgleich und Quellensteuer
- 5 Tipps zur Steueroptimierung deiner Fonds und ETFs
- Die großen Stellschrauben beim Steuern sparen
- Finanzieller Vorteil der ETF-Nettopolizze
- Fazit zu Steuern bei ETFs und Fonds: Spar dir die KESt
- Wo du dir Unterstützung holen kannst
Kapitalertragssteuer vs. Regelbesteuerung
Gewinne und Erträge aus ETFs und anderen Kapitalanlagen werden in Österreich pauschal mit 27,5 % Kapitalertragssteuer (KESt) besteuert. Es gibt jedoch eine Ausnahme: die sogenannte Regelbesteuerungsoption, bei der stattdessen der persönliche Einkommensteuersatz angewendet wird.
Das kann sich lohnen – aber nur für Personen mit sehr geringem Einkommen, etwa Studierende oder Lehrlinge. Die Grenze liegt bei rund 1.300 Euro Nettoeinkommen pro Monat.
Warum diese Grenze? In Österreich gilt bis zu einem Jahreseinkommen von etwa 12.000 Euro Steuerfreiheit. Ab dort steigt der Grenzsteuersatz auf 20 %, und ab rund 21.000 Euro auf 30 %. Sobald der Grenzsteuersatz die 27,5 % der KESt übersteigt, ist die Regelbesteuerung nachteilig.
Wichtig: Maßgeblich ist der Grenzsteuersatz, nicht der Durchschnittssteuersatz. Beim Durchschnittssteuersatz würde die Grenze erst bei einem Jahresbruttoeinkommen von ca. 65.000 Euro (≈ 3.000 Euro Netto/Monat) liegen – das wäre jedoch die falsche Berechnungsgrundlage.
Wer die Regelbesteuerungsoption in Betracht zieht, sollte unbedingt einen Steuerberater konsultieren, da individuelle Absetzbeträge die Rechnung weiter beeinflussen können.
Hinweis: fynup ist kein Steuerberater, alle Angaben sind ohne Gewähr!
Gewinnarten und Fondstypen bei Fonds und ETFs
Bei Kapitalerträgen gibt es zwei Gewinnarten:
- ordentliche Erträge (Zinsen & Dividenden), die jährlich versteuert werden, und
- außerordentliche Erträge (Kursgewinne), die beim Verkauf anfallen. Diese entstehen bei ETFs auf zwei Ebenen – auf Ebene des Fonds/ETF selbst sowie auf Ebene der enthaltenen Einzelwerte.
Ausschüttend vs. thesaurierend
Bei ausschüttenden Fonds (Dist für Distributing) werden ordentliche Erträge – also Dividenden und Zinsen – regelmäßig an Anleger ausgezahlt. Kursgewinne aus dem Verkauf einzelner Positionen im Fonds werden hingegen in der Regel reinvestiert und nicht ausgeschüttet. Das überrascht viele.
Bei thesaurierenden Fonds (Acc für Accumulating) werden sämtliche Erträge – sowohl Dividenden als auch Kursgewinne – automatisch reinvestiert. Es fließen keine jährlichen Ausschüttungen an Anleger.
Die Wahl zwischen ausschüttend und thesaurierend ist nicht nur eine Frage der Präferenz, sondern hat auch steuerliche Konsequenzen – dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Ausschüttungen und ausschüttungsgleiche Erträge
Ausschüttungen - ob aus ordentlichen Erträgen (Dividenden, Zinsen), außerordentlichen Erträgen (Kursgewinne) oder Anteilsverkäufen des Fonds/ETFs selbst - werden sofort zu 100 % mit 27,5 % KESt besteuert.
Eine Sonderregelung gilt für ausschüttungsgleiche Erträge: Werden Kursgewinne aus Einzeltitelverkäufen innerhalb des Fonds reinvestiert statt ausgeschüttet (Thesaurierung), werden davon 60 % jährlich und 40 % erst beim späteren Fondsverkauf besteuert.
Relevant für alle Fondstypen: Auch ausschüttende Fonds können ausschüttungsgleiche Erträge aufweisen – nämlich dann, wenn Gewinne aus Einzeltitelverkäufen intern reinvestiert werden.
Verlustausgleich und Quellensteuer
Verluste aus einem ETF lassen sich mit Gewinnen anderer Positionen verrechnen. Innerhalb eines einzelnen Depots übernimmt das meist automatisch der Depotanbieter – nachfragen lohnt sich dennoch, ob ein sogenannter Verlustausgleich automatisch erfolgt. Bei mehreren Depots oder Gemeinschaftskonten ist ein manueller Antrag bei der Finanzbehörde erforderlich.
Auf Dividenden und teils Zinserträge fällt zusätzlich eine Quellensteuer im jeweiligen Quellland an, die auf die österreichische KESt bis zu 15 % angerechnet wird. Doppelbesteuerungsabkommen reduzieren diese Last in den meisten Fällen.
Wichtig: Nur Meldefonds kaufen. ETFs und Fonds ohne steuerliche Vertretung in Österreich (Nicht-Meldefonds) verursachen erheblichen Mehraufwand und eine höhere Steuerlast – sie sollten gemieden werden.
Die Besteuerungsdetails einzelner Fonds lassen sich auf my.oekb.at nachschlagen, rechtliche Beschreibungen findest du auf RIS (Rechtsinformationssystem des Bundes), weiterführende Steuerinformationen bietet auch Brokertest.at.
5 Tipps zur Steueroptimierung deiner Fonds und ETFs
Ein paar einfache Maßnahmen helfen, die Steuerlast im Bankdepot zu reduzieren:
- Nur Meldefonds kaufen – spart Aufwand und vermeidet höhere Besteuerung.
- Fonds aus steuergünstigen Ländern bevorzugen – viele Fonds und ETFs sind in Irland aufgelegt, da Irland niedrige Quellensteuern und günstige Doppelbesteuerungsabkommen hat, u. a. mit den USA.
- Thesaurierende Fondstranche bei langfristigen Zielen – wer fünf Jahre oder länger investiert, fährt mit einem Acc-Fonds steuerlich meist besser.
- Steuereinfaches Depot wählen – Anbieter wie Flatex, Trade Republic, Dadat oder Easybank führen die Steuern automatisch ab. Alle österreichischen Hausbanken tun das ebenfalls. So entfällt der manuelle Aufwand.
- Verlustausgleich prüfen – nicht alle Depotanbieter machen das automatisch. Beim eigenen Anbieter nachfragen lohnt sich.
Die großen Stellschrauben beim Steuern sparen
Die bisher besprochenen Optimierungen – Meldefonds, Quellensteuer, Verlustausgleich – sind sinnvoll, bewegen aber keine allzu großen Hebel. Entscheidender ist es, die grundsätzlichen Auswirkungen der Kapitalertragssteuer zu verstehen und bei den wesentlichen Anlageentscheidungen richtig zu agieren.
Im nächsten Abschnitt zeigen wir anhand konkreter Berechnungen, wie stark die KESt das Endergebnis beeinflusst – und wie du keine KESt zahlst und sich damit wirklich etwas bewegt.
Wie viel Rendite kostet die KESt wirklich? Ein Rechenbeispiel
- Laufzeit 30 Jahre
- Keine lfd. Zahlung
- € 100.000,00 Einmalzahlung
Die Grafik zeigt die Auswirkung der Kapitalertragssteuer (KESt) bei einer Investition von 100.000 Euro über 30 Jahre in einen ETF mit 0,2 % Kosten in einem günstigen Online-Depot bei 7 % Marktrendite:
- Blau, ohne KESt: Die Nettorendite wird nur durch 0,2 % ETF-Kosten reduziert, es kommen 6,8 % Rendite bei dir an. Ein Gewinn von ca. 619.000 Euro.
- Gelb, KESt erst bei Verkauf (keine Ausschüttungen, keine ausschüttungsgleichen Erträge, kein ETF-Wechsel, etc.): Die Rendite reduziert sich um rund 1 % pro Jahr, der Gewinn um exakt 27,5 % KESt. Das kannst du einfach mit dem Taschenrechner nachrechnen: 619.500 minus 27,5 % = 449.000.
- Rot, jährlicher KESt Abzug: In diesem Worst-Case-Szenario verlierst du fast 2 % Rendite pro Jahr, wodurch sich dein Gewinn gegenüber der blauen Linie fast halbiert. Auch das lässt sich einfach mit dem Taschenrechner nachrechnen: 6,8 % Rendite minus 27,5% = 4,93 %.
Während die blaue Linie den hypothetischen Gewinn zeigt, liegt die Realität zwischen der gelben und roten Linie. Fix ist, dass die KESt bezahlt werden muss und damit dein Gewinn beträchtlich reduziert wird.
Merke: Wenn du Hochrechnungen mit 7 % und mehr siehst, solltest du nie vergessen, dass die Steuer viel von deiner Rendite und deinen Gewinnen wegnimmt. Und dass 2 % Rendite-Differenz langfristig enorm große Auswirkungen haben. Gleiches gilt übrigens nicht nur für die Steuer, sondern vor allem auch für Kosten. Siehe nächste Grafik.
Finanzieller Vorteil der ETF-Nettopolizze
- Laufzeit 40 Jahre
- Keine lfd. Zahlung
- € 100.000,00 Einmalzahlung
- Entnahme: € 1.340 monatlich ab 16. Jahr
Die Grafik zeigt die Auswirkung der Kapitalertragssteuer (KESt) in der Genussphase, also dann, wenn du dein Erspartes wieder konsumierst. Und sie zeigt eine Alternative, bei der du legal keine KESt zahlen musst, die Doppel-Nettopolizze:
- Blau, Doppel-Nettopolizze: Kaufst du denselben ETF bei einer Versicherung, einer sogenannten Fondspolizze, zahlst du lediglich 4 % Versicherungssteuer (VSt) auf die Einzahlungen, dafür keine KESt. Diese Eingangssteuer wirkt sich bei längerfristigen Veranlagungen bei Renditen über 3 % zunehmend positiv aus. In diesem Berechnungsbeispiel kannst du ab dem 16. Jahr monatlich 1.340 Euro entnehmen, ohne dein Kapital aufzuzerren. Du hast einen Baum gepflanzt und erntest nur die Früchte, der Baum bleibt stehen.
- Gelb, Fondspolizze mit Provision: Die Berechnung zeigt denselben ETF in derselben Fondspolizze mit dem einzigen Unterschied, dass hier Provisionen an Vermittler (Berater) bezahlt werden. Nur durch höhere Kosten für Provisionen wird der gesamte Steuervorteil gegenüber der KESt völlig zunichte gemacht. Achte daher nicht nur auf die Steuer, sondern vor allem auf die Kosten, besonders für Provisionen an Vermittler.
- Rot, Online-Depot mit KESt: Die Kosten sind hier minimal, die KESt ist dafür verantwortlich, dass das Kapital nach ca. 22 Jahren Entnahme aufgebraucht ist berechnen. Hier wurden 10 % jährliche Steuer für ausschüttungsgleiche Erträge, etc. berechnet, also 2,75 % Steuer jährlich, 24,75 % KESt bei tatsächlichem Verkauf für Entnahmen.
Hinweis, falls du dich wunderst, warum die Linien trotz Entnahmen ab dem 16. Jahr ansteigen: die Grafik zeigt eine Gewinn-Verlustrechnung, Entnahmen werden zunächst von der Einzahlung abgezogen (Wert auf Nulllinie reduziert sich zwischen 16. und 22. Jahr). Addierst du ab dem 15. Jahr die Einzahlung mit dem Gewinn der blauen Linie, errechnet sich immer eine Summe von knapp 250.000 Euro.
Im fynup-Rechner kannst du alle Berechnungsparameter individuell ändern. Klick oben auf den Button "Im fynup-Rechner öffnen" und dann auf das Zahnrad rechts über der Grafik "Erweiterte Einstellungen".
Fazit zu Steuern bei ETFs und Fonds: Spar dir die KESt
Fazit: Du kannst in Österreich ganz einfach und legal die KESt sparen und damit deinen Gewinn erheblich verbessern. Achte aber auf Kosten für Provisionen an Vermittler (Berater) bei Banken, Versicherungen oder sonstigen Beratern. Denn der Steuervorteil wird auch gerne "schöngerechnet". Nur mit einer provisionsfreien Doppel-Nettopolizze sind alle Vorteile bei dir.
Steuerliche Vorteile der Doppel-Nettopolizze (DNP):
- Günstig: Eingangssteuer (VSt) statt Gewinnsteuer (KEST).
- Klar: Ausschüttende oder thesaurierende Fonds-Tranche ist irrelevant.
- Einfach: Jede Polizze ist steuereinfach, kein Verlustausgleich nötig.
Das solltest du aber beachten:
- Vermeide Provisionen, der Steuervorteil wird durch Provisionen meist vernichtet.
- Informiere dich über die Vorteile der Doppel-Nettopolizze, auch hinsichtlich Flexibilität, optionaler Vermögensweitergabe oder als Kindervorsorge.
- Buche ein kostenloses persönliches Erstgespräch oder melde dich zu einem unserer kostenfreien Webinare an.
Wo du dir Unterstützung holen kannst
In Österreich gibt es über 37.000 Berater:innen bei Banken, Versicherungen, als Agenten, Versicherungsmakler oder Vermögensberater. Was alle gemeinsam haben: Die Beratung ist meist kostenfrei, weil bei der Vermittlung von Finanzprodukten Provisionen verdient werden. Dies ist nicht nur problematisch hinsichtlich möglicher Interessenskonflikte, sondern verteuert die Produkte enorm, wie die Grafik oben zeigt.
Wo kannst du eine provisionsfreie Doppel-Nettopolizze kaufen? Provisionsfreie Doppel-Nettopolizzen kannst du nur über Honorarberater kaufen, weil ein Direktkauf bei Versicherungen derzeit (leider) noch nicht möglich ist. Über fynup kannst du dieses Steuer-Kosten-Effiziente Produkt ganz bequem online kaufen, wir verrechnen ein transparentes einmaliges Honorar.
Wenn du Fragen hast, unterstützen dich qualifizierte Berater:innen in einer persönlichen Online-Beratung ebenfalls zu einem transparenten Honorar. Die ersten 30 Minuten sind sogar kostenfrei, du kannst diese gerne nutzen um uns kennenzulernen oder bereits deine konkreten Fragen zu stellen.
Das umfassende fynup-Angebot:
- Wir reduzieren deine Kosten mit provisionsfreien Produkten.
- Wir optimieren deine Steuer mit Doppel-Nettopolizzen.
- Wir identifizieren Fonds/ETFs (Aktien im Depot) mit höchster Qualität.
- Wir unterstützen dich bei der optimalen Vertragsgestaltung.
- Wir unterstützen dich mit Wissen und Tools: fynup-Rechner, Finanzplan, ...
- Wir unterstützen dich in persönlicher Online-Beratung zu transparenten Kosten.
- Wir begleiten dich nach dem Kauf mit unseren Betreuungs-Paketen.
Risiken bei ETF erkennen und Chancen nutzen
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