Hier liegt das strukturelle Problem: ETF-Anleger glauben, sie hätten die Kontrolle über ihr Investment. Sie haben sich für Diversifikation entschieden, für passive Investition, für einen regelbasierten Ansatz ohne emotionale Einzelentscheidungen. Aber sie haben nie entschieden, SpaceX zu kaufen – das hat ein Indexkomitee für sie getan.
Der Mechanismus ist dabei symmetrisch: Für jeden Dollar, der in SpaceX fließt, müssen Fonds andere Positionen verkaufen. Apple, Microsoft, Nvidia – alle bestehenden Indexmitglieder werden anteilig reduziert, um Platz für den Newcomer zu machen.
Wenn der SpaceX-Kurs nach dem IPO fällt – was Morningstar unter fast allen kurzfristigen Szenarien für wahrscheinlich hält – verlieren alle ETF-Holder mit. Das Geld vieler Kleinanleger ist dann effektiv zu SpaceX geflossen, während die eigenen ETF-Positionen an Wert verloren haben. In einem ungünstigen Szenario könnten Verkaufswellen entstehen, die sich durch andere Asset-Klassen ziehen.