3 Anzeichen, dass dein ETF gerade viel zu teuer einkauft
SpaceX macht ein größeres Problem sichtbar
Der größte Börsengang der Geschichte hat gerade etwas Unangenehmes sichtbar gemacht: Ein breiter ETF kauft nicht nach Preis. Er kauft nach Größe. Und wenn das Größte gerade auch das Teuerste ist, zahlst du genau das mit.
Das ist kein Grund, ETFs zu verteufeln – sie bleiben eine Realoption. Aber gerade jetzt lohnt ein zweiter Blick. Hier sind drei Anzeichen, dass dein ETF aktuell sehr teuer einkauft. Und eine Alternative, die du dazumischen kannst: Clean-Shares in der Doppel-Nettopolizze.
Anzeichen 1: SpaceX – ein Börsengang ganz ohne KGV
Im Juni 2026 ist SpaceX an die Börse gegangen – der größte Börsengang aller Zeiten, mit einer Bewertung um die 1,8 Billionen Dollar.
Warum es kein KGV gibt
SpaceX hat kein Kurs-Gewinn-Verhältnis. Denn die Firma macht keinen Gewinn, sondern Verlust – allein im letzten Quartal über 4 Milliarden Dollar.
Wo kein Gewinn ist, kann es auch kein Verhältnis zum Gewinn geben. Was bleibt, ist das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV): rund 100. Im S&P 500 liegt der Schnitt bei 3,6.
Warum dein ETF trotzdem zugreift
Trotzdem landet SpaceX in vielen breiten ETFs – im MSCI World, im FTSE All-World, im Nasdaq-100. Nicht weil ein Fondsmanager sagt „das ist es wert", sondern weil die Index-Regeln es vorschreiben. Größe rein, Preis egal.
Fast schon ironisch: Ausgerechnet der S&P 500 lässt SpaceX vorerst draußen – wegen einer alten Regel, die Gewinne verlangt. Der MSCI World greift trotzdem zu.
Das erste Anzeichen: Dein ETF kauft nach Marktwert, nicht nach Bewertung.
Anzeichen 2: Das Shiller-KGV steht bei 41, fast wie 2000
Das Shiller-KGV (auch CAPE) ist ein Bewertungsmaß für den gesamten Aktienmarkt. Es setzt den Kurs ins Verhältnis zum durchschnittlichen, inflationsbereinigten Gewinn der letzten zehn Jahre – entwickelt vom US-Ökonomen und Nobelpreisträger Robert Shiller.
Der Vorteil: Es glättet einzelne gute oder schlechte Jahre und zeigt, wie teuer der Markt im langen Schnitt wirklich ist. (Mehr zur Kennzahl im Wikipedia-Eintrag.)
Der Blick in die Geschichte
- 1929, vor dem großen Crash: 31
- Dot-Com-Blase 2000: 44 – bis heute der Rekord
- Heute: knapp 41
Mit 41 sind wir näher an der Dot-Com-Blase als an fast allem anderen in der Geschichte.
Das ist keine Crash-Prognose – wann oder ob es kracht, weiß niemand. Aber nach dem Shiller-KGV ist der Markt gerade sehr teuer. Und genau diesen Preis kauft dein ETF mit.
Das zweite Anzeichen: Der gesamte Markt ist so hoch bewertet wie zuletzt vor der Dot-Com-Blase.
Anzeichen 3: „Breit gestreut" ist gerade eine Illusion
„Ich bin ja breit gestreut." Klingt sicher. Stimmt aber nur zur Hälfte.
Rund 70 Prozent USA
Ein MSCI World besteht zu rund 70 Prozent aus US-Aktien. An der Spitze sitzt eine Handvoll Tech-Konzerne, die den größten Teil des Gewichts ausmachen – dieselben Werte, die die Bewertung nach oben treiben.
Heißt: „Breit" fühlt sich nach Sicherheit an, ist in Wahrheit aber eine konzentrierte Wette auf das teuerste Segment des Marktes. Je teurer diese Werte werden, desto größer wird ihr Anteil – und desto mehr kaufst du genau davon nach. Das belegt auch der Herfindahl-Index.
Das dritte Anzeichen: Deine größten Positionen sind die teuersten Aktien.
Die Alternative: Clean-Shares in der Doppel-Nettopolizze
Noch einmal klar: Das ist kein Aufruf, ETFs rauszuwerfen. ETFs bleiben eine Realoption – günstig, transparent, sinnvoll. Es geht nicht um „raus", sondern darum, sich Optionen offenzuhalten.
Eine davon sind Clean-Shares. Ein Teil der drei Musketiere der Geldanlage, die gemeinsam für mehr Provisions-Freiheit kämpfen.
Was Clean-Shares sind
Clean-Shares sind aktiv gemanagte Fondsklassen ganz ohne Provisionen – die Fonds, die dir niemand verkauft, weil an ihnen niemand mitverdient.
Hier entscheidet ein Manager über die Gewichtung, nicht stur die Marktkapitalisierung. Der Vorteil gerade jetzt: Sie müssen nicht alles zu jedem Preis kaufen. Und weil die Provisionen wegfallen, sind sie so günstige, dass sie sogar ETF schlagen können.
Der Zugang: nur über die Doppel-Nettopolizze
Clean-Shares gibt es üblicherweise erst ab 5 Millionen Euro, sie sind institutionellen Anlegern vorbehalten.
Für alle zugänglich sind sie nur über die Doppel-Nettopolizze – einen Anlagemantel, in dem weder im Produkt noch in der Versicherung Provisionen stecken. In Österreich gibt es diesen Zugang direkt online über fynup.
Dazu kommt der steuerliche Hebel der Doppel-Nettopolizze: Auf Gewinne fallen nicht 27,5 Prozent KESt an, sondern nur 4 Prozent Versicherungssteuer – als Endbesteuerung.
Doppel-Nettopolizze mit Clean-Shares und ETFs 50/50 vs. Online-Depot mit 100 % ETFs
Die Vergangenheits-Betrachtung zeigt den Vorteil einer Beimischung von 50 % aktiv gemanagter Clean-Shares (Blau). Links oben in der Grafik siehst du die Marktrendite, also jene Rendite, welche vor Kosten und Steuern erwirtschaftet wurde. Durch die Beimischung von 50 % Clean-Shares konnten deutlich höhere Erträge erwirtschaftet werden.
Die beiden Linien zeigen die Ergebnisse nach Abzug aller Kosten und Steuern. Der Unterschied ist beeindruckend und ergibt sich aus folgender Kombination:
- In der Doppel-Nettopolizze (Blau) zahlst du keine KESt, also keine Steuer auf Gewinne, lediglich 4 % Versicherungssteuer auf die Einzahlung, in diesem Fall knapp 4.000 Euro. Im Depot führen 27,5 % KESt bei einem Gewinn von 500.000 Euro zu einem Steuerabzug von 137.500 Euro - ein vielfaches gegenüber der Versicherungssteuer.
- Mit provisionsfreien Clean-Shares (Blau) bleibt von der erzielten Rendite deutlich mehr bei dir, als mit üblichen Fonds in Retail-Tranchen, weil diese Provisionen an Banken und Versicherungen zahlen und deswegen oft doppelt hohe Kosten verrechnen als Clean-Shares.
- Doppel-Nettopolizzen zahlen auch keine Provision an Vermittler, das ist das zweite beim Doppel-Netto. Das ist wichtig, denn in der Regel werden durch Provisionen sämtliche Steuervorteile zunichte gemacht.
Genau diese Kombination ist der Hebel: Doppelte Provisionsfreiheit und damit doppelt niedrige Kosten plus niedrige Steuer.
Clean-Shares werden vor allem in Zukunft relevanter
Neben der Vergangenheits-Betrachtung, welche die Vorteile von Clean-Shares eindeutig bestätigt, ist der Blick in die Zukunft noch wichtiger. Denn gerade durch die aktuell beschriebenen (Über-)Bewertungen an den Börsen wird selektives Handeln deutlich an Bedeutung gewinnen. Informiere dich im Artikel, warum du rechtzeitig Risiken bei ETFs erkennen solltest und wie du Chancen nutzen kannst.
Worauf es jetzt ankommt
Souveränität heißt nicht, den Markt vorherzusagen. Sie heißt, die Lage nüchtern zu sehen und sich Optionen offenzuhalten.
Drei Anzeichen sprechen gerade dafür, genau das zu tun. Wie viel dich dein aktueller Weg über die Jahre wirklich kostet – und was eine Beimischung von Clean-Shares ausmacht – kannst du im fynup-Rechner durchrechnen.
Häufige Fragen
SpaceX geht an die Börse und du bist dabei – ob du willst oder nicht
Der größte Börsengang der Geschichte betrifft nicht nur Spekulanten und Risikoanleger. Wer einen ETF auf den Nasdaq-100 oder einen globalen Aktienindex hält, wird automatisch zum SpaceX-Aktionär. Ohne gefragt zu werden.