Klassische Lebensversicherung

Neben den "eigentlichen" Lebens-Versicherungen, die biometrische Risiken wie Tod oder Invalidität absichern, gibt es auch Lebensversicherungen, die zum Kapital-Aufbau konstruiert wurden und meist zur privaten Pensionsvorsorge verwendet werden.

Diese werden grob in Klassische Lebensversicherungen und Fondsgebundene Lebensversicherungen eingeteilt. Die Klassische verspricht mehr Sicherheit, doch was bedeutet das wirklich?

Das Wichtigste zur Klassischen Leben

  • Veranlagt im Deckungsstock
  • Garantiezins verspricht mehr Sicherheit
  • Kosten und Steuern werden jedoch davon abgezogen
  • Führt bei niedrigem Zinsniveau zu Realwert-Verlust
  • Inflation kann nicht ausgeglichen werden
  • Zillmerung sorgt für langes Minus zu Beginn
  • Rückkauf vorher berechnen

Garantiezins sinkt seit Jahren

Der Garantiezinssatz der Klassischen Lebensversicherung sinkt seit Jahren
fynup
Garantie-Zinssatz sinkt fast schon garantiert

Bei der klassischen Lebens- oder Pensionsversicherung erfolgt die Veranlagung im sogenannten Deckungsstock. Ein Markenzeichen davon ist, dass ein bestimmter Zinssatz garantiert ist.

Dieser Garantiezinssatz verändert sich mit den Marktzinsen und betrug im Jahr 2000 noch 4 %, seit 01.01.2017 nur mehr 0,5 %.

Das ist aber nur eine Obergrenze, viele Anbieter garantieren aktuell nur mehr 0 %.

Verlust garantiert?

Der Garantiezins bezieht sich nur auf den sogenannten Sparanteil, das ist jener Anteil der Prämie, der nach Abzug der Kosten, der Steuer und der Risikoprämie investiert wird.

Käme tatsächlich nur die Garantie zur Auszahlung, entsteht paradoxerweise ein „garantierter Verlust“. Erst recht, wenn man den Inflationsverlust mit berücksichtigt.

Übrigens: Das ist einer der sechs Missstände, die von fynup seit längerem angeprangert werden – und die letztlich zur Erarbeitung der 7 Erkenntnisse geführt haben.

Aber was ist tatsächlich garantiert?

CHART
  • Laufzeit 30 Jahre
  • € 150,00 monatlich
  • Keine Einmalzahlung

In dieser Grafik siehst du eine gängige Klassische Lebensversicherung, genauer gesagt die Entwicklung über die Laufzeit, wenn nur der garantierte Rückkaufwert zur Auszahlung gelangt.

Der Garantiezins liegt Plus 0,5 %, davon werden jedoch Kosten abgezogen, das führt zu einem Minus von 0,68 %. Betrachtet man zusätzlich die Inflation, beträgt der mögliche Realwertverlust sogar über 25.000 Euro (5.000 Euro nominell und fast 20.000 Euro durch die Inflation).

Es ist verständlich, dass es sich mit einer Garantie grundsätzlich ruhiger schlafen lässt, jedoch sollte auch diese Berechnung berücksichtigt werden. Natürlich ist der Garantiefall der Worst-Case. Aber ist das nicht genau der Grund warum sich Konsumenten für Garantieprodukte entscheiden?

Unter normalen Umständen ein Verlust

CHART
  • Laufzeit 30 Jahre
  • € 150,00 monatlich
  • Keine Einmalzahlung

Die blaue Kurve zeigt in diesem Fall die gleiche Klassische Lebensversicherung im normalen Verlauf, das heißt mit der gesamten Zuweisung der aktuellen Rendite.

Du siehst klar: Selbst wenn du nicht davon ausgehst, dass der Garantiezins fällig wird, machst du einen realen Verlust, du liegst am Ende über 3.000 Euro unter der Inflation.

Immer im Minus

Die blaue Kurve des Normalverlaufs zeigt auch das größte Problem der Klassischen Lebensversicherung. Willst du aus irgendeinem Grund vorzeitig kündigen, kann dein Verlust mitunter dramatisch ausfallen.

In diesem Fall bist du etwa nach 5 Jahren fleißigen Sparens schon so weit im Minus, dass du über 3.500 Euro weniger rausbekommst, als du einbezahlt hast.

Das liegt an der so genannten Zillmerung, dabei werden zu Beginn der Laufzeit – genau in den ersten fünf Jahren – sämtliche Abschlusskosten abgezogen. Die sind im Schnitt recht hoch, d.h. diese Summe kann bei der Art der Veranlagung und den niedrigen Zinsen in der kurzen Zeit noch gar nicht erwirtschaftet werden.

Darum werden die fälligen Kosten einfach von deinem Sparbetrag abgezogen. Das wirkt sich natürlich auch negativ auf den Zinseszinseffekt aus. Du brauchst in dem Beispiel ganze 25 Jahre bis den nominellen Break-even erreichst. Also bis du soviel Geld rausbekommst, wie du eingezahlt hast. Den realen Break-even – also unter Berücksichtung der Inflation – erreichst du gar nicht.

Wie sieht das bei dir aus?

Theoretisch interessant, praktisch mehr als spannend: Schau jetzt nach, wie sich dein Vertrag entwickelt.

Konsumentenschützer warnen

VKI warnt im Konsument: Die klassische Lebensversicherung hat ausgedient
VKI
VKI: Hände weg von der Klassischen Lebensversicherung

Klassische Lebensversicherungen müssen – im Unterschied zu fondsgebundenen Lebensversicherungen oder Fondspolizzen – im Deckungsstock veranlagt werden.

Maximale Sicherheit und schneller Zugriff hören sich zuerst einmal gut an, bei näherer Betrachtung liegt aber genau hier das Problem. Zu Zeiten hoher Zinsen war das vielleicht gerechtfertigt, doch inzwischen warnen sogar Konsumentenschützer vor der klassischen Lebensversicherung.

„Hände weg! Die klassische Lebensversicherung hat ausgedient.“ schreibt der Konsument in der Ausgabe 4/2019. Aufgrund der Veranlagungsvorgaben sind klassische Lebensversicherungen nicht mehr in der Lage, den Kaufkraft-Verlust auszugleichen, es sei nur mehr ein Geschäft für Vermittler und Versicherer. Laut VKI liegt es nicht nur an der Zinssituation, sondern vor allem an zu hohen Kosten, dass sich die Klassische für Konsumenten nicht rechnen kann.

Wir von fynup empfehlen in jedem Fall eine Klassische Lebensversicherung zu überprüfen.

Kapitalgarantie minus Kosten

Die Klassische Lebensversicherung ist eine in Österreich lange Zeit sehr beliebte Sparform – gerade auch für längere Veranlagungszeiträume. Aber ist sie das zurecht? Wo liegen die Vorteile, wo die Nachteile?

In diesem fynup Video aus der Reihe PLUS±MINUS beleuchten wir den Steuervorteil (keine KESt) und was es in der Konsequenz bedeutet, wenn die Garantie schlagend wird. Wieviel vom eingezahlten Kapital ist wirklich garantiert und wieviel geht für Kosten verloren? Und das wichtigste: Wie kann man den besonderen Steuervorteil noch nutzen?

Lohnt sich ein Rückkauf?

fynup hinterfragt die klassische Lebensversicherung
fynup
Je mehr man darüber nachdenkt, umso genauer muss man jeden Einzelfall durchrechnen.

Kurios: Eine vorzeitige Auflösung wird Rückkauf genannt. Man darf seine eigene Lebensversicherung zurückkaufen, das klingt schon ein wenig seltsam. Tatsächlich ist es sogar ziemlich wahrscheinlich, dass man etwas dafür bezahlt. Man kriegt nämlich beim Rückkauf einer Klassischen Lebensversicherung fast immer weniger zurück, als man einbezahlt hat.

Wie teuer eine Kündigung wird und ob sich ein Umstieg in ein anders Produkt lohnt – wie etwa in eine Fondsgebundene Lebensversicherung, die den gleichen Steuervorteil unter Umständen besser nutzt – solltest du unbedingt genau berechnen lassen. Bevor du kündigst.

Fazit zur Klassischen Lebensversicherung

  • Hohe Abschlusskosten sorgen für langes Minus
  • Veranlagungsart bringt zu wenig Ertrag
  • Inflation kann nicht geschlagen werden
  • Garantiezins weit unter einbezahlter Summe
  • Steuervorteil (keine KESt.) kann nicht genutzt werden
  • Konsumentenschützer raten ab
  • Rückkauf vorab berechnen lassen
  • Interessante Alternative: Die Fondsgebundene Lebensversicherung
Klassische LV
Anleihen
Kosten
Inflation
VKI

NEU VERANLAGEN

Provisionsfrei bleibt mehr Gewinn.

JETZT NEU

PRÜFEN

Nur Kontrolle schützt.

JETZT PRÜFEN

Mehr zum Thema