Beginnen wir im Jahr 1997: Die ersten Technologie-Branchenfonds (Rot) wurden aufgelegt, nachdem immer mehr Tech-Unternehmen, wie die Deutsche Telekom (siehe nachsehend) an die Böse kamen um sich frisches Geld für Investitionen zu beschaffen.
Beginn und Euphorie
Die Grafik zeigt den extremen Anstieg zu Beginn: Wer im Dezember 1997 10.000 Euro in diesen Tech-Fonds (Rot) investierte, durfte sich zweieinhalb Jahre später, zum Höhepunkt der Blase im Sommer 2000, über 30.000 Euro Gewinn freuen. Der Kapitaleinsatz wurde in kurzer Zeit vervierfacht.
Ich kann mich deshalb sehr gut daran erinnern, weil ich selbst genau in diesen Fonds Anfang 1999 einen kleinen Betrag investierte und in nur einem Jahr rund 200 % Gewinn machte. Wie viele andere auch, sahen wir angesichts dieser "einfachen" passiven Einkommen sehr positiv in unsere finanzielle Zukunft. Einige meinten, nicht mehr lange Arbeiten zu müssen, die Euphorie war riesig.
Die Faszination des damals neuen Internet und der Telekomminikation erfasste alle Branchen, auch breit gestreute, globale Fonds (Gelb) verdoppelten das Kapital der Anleger in nur 2,5 Jahren.
Höhepunkt und Enttäuschung
Ich kann mich aber auch sehr gut daran erinnern, dass es zu Beginn viele Skeptiker gab und wie diese Skeptiker nach und nach weniger wurden und ebenfalls begannen zu investieren. Der Blick war rückwärts gerichtet, es gab immer mehr Geschichten vom schnellen Reichtum (auch wenn es nur meist kleine Summen waren, es zählten die Prozente, nicht die Eurobeträge).
Auch diejenigen, die sehr früh "dabei waren" kauften meist nahe am Höhepunkt nach, womit sich der durchschnittliche Einkaufspreis verteuerte. Es gab auch viele "mutige", die bei den ersten Kurseinbrüchen nachkauften in der Erwartung, dass es nur ein kurzer Einbruch wäre und die Kurse bald wieder in gewohnter Manier steigen werden.
Als Anfang 2001 die Kurse der Tech-Aktien implodierten war die Tech-Party vorbei, das Ereignis von 9/11 war dann noch die Draufgabe, die Dotcom-Blase war geplatzt. Anleger:innen, die auf in Tech-Fonds investierten, verloren 90 % und mehr, diejenigen die in breit gestreute Aktienfonds investierten und im Jahr 2000 zu Höchstständen eingestiegen waren, verloren ebenfalls bis zu 60 % im März 2003.
Zuversicht und Durchhaltevermögen
Eines zeigen die beiden Charts oben aber auch deutlich: Diejenigen, welche nicht nur auf den Tech-Boom (Rot) gesetzt, sondern weltweit und in allen Branchen breit gestreut investiert haben (gelb) UND die an den Börsen nötige Zuversicht und Durchhaltevermögen hatten, haben trotz teurer Kaufkurse im Jahr 2000 bis heute gute Gewinne eingefahren. Diejenigen, welche mit einem Sparplan investierten oder nicht nur an den teuersten Momenten gekauft haben, dürfen sich über noch viel höhere Gewinne freuen.
Damit möchte ich lediglich zu verstehen geben, dass wir immer beide Seiten der Medaille betrachten sollten. Dazu gegen Ende des Artikels mehr.