Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge (PZV) in der Realität

Einst wurde diese private Pension von der Politik in Österreich hoch gelobt und seit dem über 1,5 Mio. mal verkauft. Doch wie viel der gut klingenden Versprechungen von damals halten heute einer Faktenprüfung stand? Wir haben die PZV gemeinsam mit dem VKI analysiert.

Entwicklung der PZV

  • Utopische Erwartungen
  • Ernüchternde Realität
  • Intransparente und hohe Kosten
  • Konstruktionsfehler 
  • Förderung überbewertet 

Man konnte fast nicht „Nein” sagen.

Utopisch-optimistisch angelegte Privat-Pension
Ardhy Sapanca
Fast schon utopisch optimistisch: Die Vorteile der PZV

Die Angebote klangen einfach zu gut: Keine Kapitalertragsteuer, staatliche Prämie plus volle Kapitalgarantie bei einem ertrag-versprechenden Anteil von 40 % Aktien. 

Dazu noch zusätzliche Garantie-Versprechen oder in Aussicht gestellte Bonus-Zahlungen – viele konnten dieser Privat-Pension nicht widerstehen.

Doch die Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge war zum Teil utopisch-optimistisch angelegt. Die Schwächen lassen sich zwar bereits aus den Vertragsbedingungen herauslesen, doch in den Werbeprospekten wurden natürlich lediglich die positiven Aspekte beleuchtet.


Die genauen Analysen hunderter PZV-Verträge, die fynup und dem VKI durchgeführt hat, zeichnen heute ein anderes, realistischeres Bild.

Utopische Rendite-Erwartungen

CHART
  • Laufzeit 30 Jahre
  • € 100,00 monatlich
  • Keine Einmalzahlung

Diese fynup Grafik zeigt die Angebots-Modellrechnungen aus den ersten Jahren der Produkteinführung ab 2003. Es wurden hohe Renditen zwischen 4 % (gelbe Linie) und 7 % (blaue Linie) in Aussicht gestellt.

Mehr als optimistisch: Neben den viel zu hohen Rendite-Erwartungen wurden häufig auch noch utopisch hohe Bonuszahlungen in Aussicht gestellt, wodurch jede vernünftige Alternative in den Schatten gestellt wurde.

Wie weit selbst die 4 % von der Realität entfernt sind und auf welchen unglaublichen Grundlagen die Modellrechnungen der Produktanbieter aufgebaut wurden, zeigen die vielen Analysen.

Ernüchternde Realität

CHART
  • Laufzeit 30 Jahre
  • € 100,00 monatlich
  • Keine Einmalzahlung

Analysiert man eine gängige Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge, ergibt sich ein anderes Bild (rote Kurve). Beim Großteil aller Verträge liegt der Rückkaufwert auch nach 15 Jahren lediglich auf Höhe der Einzahlungen.

Die Prognose lässt zwar einen nominellen Gewinn erwarten, meist muss aber ein kräftiger Inflationsverlust eingesteckt werden.

Entscheidest du dich bei Ablauf für eine einmalige Kapitalauszahlung anstatt einer Rente müssen zudem 50% der Förderung zurückgezahlt werden und auf die Gewinne werden 27,5% KEST erhoben. Der „Zacken“ nach oben im letzten Jahr gilt nur bei widmungsgemäßer Verwendung, ein Rückkauf – auch im letzten Jahr - führt zu Abschlägen in Höhe der Jahre davor. 

Garantiert wird nur die Prämiensumme plus die Hälfte der Förderung, also nur geringfügig mehr als du einzahlst. Und Achtung: Garantien gelten nicht jederzeit und vor allem häufig nicht bei einmaligen Kapitalauszahlungen!

Gilt das für alle PZV-Verträge?

Einige wesentliche Punkte ziehen sich durch alle Arten der Prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge. Dieser Artikel beleuchtet die generellen Schwächen, wie etwa prinzipielle Konstruktionsfehler. 

Zusätzlich hat jeder einzelne Anbieter, jedes einzelne Produkt noch weitere Besonderheiten, wie beispielsweise nicht garantierte Treueboni oder ähnliches, auf die hier nicht eingegangen werden kann: Mehr dazu in den konkreten Analysen.

Ist deine PZV auch betroffen?

Das kannst du jetzt sogar selbst nachrechnen.

Generelle Schwächen der PZV

1. Vom Steuer-Vorteil zum Nachteil

Der Steuervorteil der PZV wurde groß aufgeblasen
Danilo Batista
Viel heiße Luft: Steuervorteil groß aufgeblasen

Bei der PZV wird mit Steuervorteilen und Prämienbegünstigungen geworben: Keine Versicherungssteuer, keine KEST und Förderung der Prämien mit aktuell 4,25%. Das bekommst du aber nur bei widmungsgemäßer Verwendung, in der Regel bei Auszahlung der Gelder in Form einer lebenslangen Rente.

Entschiedest du dich aber für eine einmalige Kapitalauszahlung, werden die Gewinne mit 27,5% KEST besteuert und 50% der Förderungen müssen zurückgezahlt werden. Damit wird die PZV bei entsprechenden Erträgen höher besteuert als z.B. Fondsgebundene Lebensversicherungen. Der Steuervorteil wird zum Nachteil.

Daher solltest du bereits beim Abschluss wissen, wie du die Ersparnisse aus diesem Vertrag verwendest. Bei den üblich langen Laufzeiten keine einfache Entscheidung.  

Falsch verstandene Prämie

Darüber hinaus wurde auch noch groß die staatliche Förderung von 9,5 % ausgelobt. Im Namen steckt schon, was viele überhört haben: Prämiengeförderte Zukunftsvorsorge. Die 9,5 % Förderung gab es nur auf die Prämie, es waren keine Zinsen. Gab und waren, weil die staatliche Förderung in der Höhe nicht garantiert ist – inzwischen beträgt sie nur noch 4,25 % der Prämie.


Was bedeutet das bei einer Laufzeit von 30 Jahren in Zinsen umgerechnet?

  • 9,5 % Förderung entspricht einem Zins von 0,6 %
  • 4,25 % Förderung entspricht einem Zins von 0,3 %

Willst du statt der lebenslangen Rentenzahlung am Ende das Geld auf einmal ausbezahlt, musst du auch noch die Hälfte der staatlichen Prämienförderung zurückzahlen, es bleiben am Ende nur mehr rund 0,15 %

2. Konstruktionsfehler Garantie

Jeder will Garantie und Sicherheit bei gleichzeitig hohen Renditen – das ist aber nicht möglich. Versprochen wird es trotzdem. Diese Versprechen führen wiederum zu seltsamen Konstruktions-Versuchen, die meist mehr schaden, als sie bringen.

Die 7 Erkenntnisse zur erfolgreichen Geldanlage verdeutlichen, dass du mit Aktien im langjährigen Schnitt mit rund 7 % Rendite rechnen kannst. Unzählige Berechnungen zeigen: wenn du mit deiner langfristigen Veranlagung die Inflation schlagen willst, brauchst du beim derzeitigen Zinsmarkt einen nennenswerten Aktienanteil in deinem Mix. Die 40 % wären also nicht schlecht.

Was passierte aber in der PZV? Bei Aktien muss man immer mit größeren Schwankungen rechnen. Die gleichzeitig versprochene Kapitalgarantie ließ sich buchhaltärisch immer schwerer abbilden. Spätestens in der Finanzkrise 2008 reduzierten daher viele Produktanbieter die Aktienquoten auf bis zu 0 %.

Wie das rechtlich möglich ist, bei einer im Produkt definierten Aktien-Quote von 40 % ist noch nicht final geklärt. Die Erklärungen in den Jahresmitteilungen sind jedenfalls sehr kreativ: Man spricht unter anderem von einer „aktiven Aktienquote” oder „abgesicherten Aktien”.

Als Konsument bis du eher passiv zum Zuschauen verdammt, die in Aussicht gestellten Erträge aus Aktien können so nicht realisiert werden.

Was bringen abgesicherte Aktien

fynup PZV Musterportfolio Aufteilung mit abgesicherten Aktien
fynup
Beispielhafte Aufteilung mit abgesicherten Aktien

Die Anbieter scheinen sich regelrecht zu überbieten, wenn es etwa um besonders gut klingende Bezeichnungen geht. Hier lohnt es sich einmal mehr, hinter die Kulissen zu schauen. Was steckt hinter dem Wohlfühlbegriff „Abgesicherte Aktien”?

Es scheint positiv, bringt dir aber nicht mehr – im wahrsten Sinne. Dieser Anteil der Aktien wurde „leer verkauft”. Das bedeutet: Die Aktien werden zu einem bereits festgelegten Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft verkauft. Dadurch hast du zwar kein Risiko an künftigen Kursverlusten, hast aber auch nichts von künftigen Kursgewinnen.

Es handelt sich um eine de facto Reduktion der Aktienquote.

3. Konstruktionsfehler Streuung

Weltkarte Marktkapitalisierung
fynup
Bei Risikostreuung nach Marktkapitalisierung hätte Österreich 0,2 %

Diese an die Weltkarte angelehnte Grafik der Marktkapitalisierung nach Ländern macht deutlich, dass österreichische Aktien nur einen geringen Anteil haben – auf der Karte sind die 0,2 % gar nicht auszumachen.

Trotzdem wurde vom Gesetzgeber vorgeschrieben, dass der Aktienanteil überwiegend in österreichische Unternehmen investiert werden muss. Offenbar wollte die Regierung damals zusätzlich die heimische Börse fördern.

Das widerspricht dem wesentlichen Investment-Grundsatz der breiten Streuung. Das bedeutet, wenn man in möglichst viele Unternehmen aller Branchen aus vielen verschiedenen Ländern investiert, können Risiken minimiert und Rendite-Chancen erhöht werden.

Beispielsweise kann durch diese Vorgabe in führende Technologie-Unternehmen, wie Apple, Google und Tesla oder auch bekannte Pharma-Unternehmen wie Bayer und Novartis gar nicht investiert werden.

4. Intransparente und hohe Kosten

Die Intransparenz rührt daher, dass überteuerte Kosten in den Fonds oder Zusatzkosten für Garantien in den üblichen Modellrechnungen gar nicht berücksichtigt werden müssen.

Diese gängige Praxis führt bei Konsumenten zu unliebsamen Überraschungen, denn diese Kosten müssen trotzdem bezahlt werden. Diese Ungerechtigkeit ist mit ein Grund, warum das Team von fynup die spezielle All-in Berechnung entwickelt hat, die immer alle Kosten zeigt.

Die Analysen von fynup zeigen, dass in der PZV im Schnitt 50 % - teilweise bis zu 95 % - der Rendite wegen Kosten verloren gehen.

Individuelle Besonderheiten

Zusätzlich zu diesen allgemeinen Schwächen, gibt es noch spezifische Besonderheiten, die nur bei einzelnen Anbietern bzw. Verträgen vorkommen. Die Analysen zeigen, dass fast jeder Einzelfall seine Eigenheiten hat. Wir empfehlen immer eine genaue Analyse deines konkreten PZV-Vertrages, bei der jeder Punkt genau beleuchtet wird.


Unter Umständen erwarten dich:

  • Physische Aktienquote (30 %) und aktive Aktienquote (1 %)
  • Lebenszyklusmodell mit sinkender Aktienquote
  • Nicht garantierter Treuebonus, der bereits um 2/3 gesenkt wurde
  • Kaptitalgarantie nur bei Rente oder Kapitalentnahme in gesetzliche Rente
  • Zwischengarantien nach 10 oder 15 Jahren
  • Nochmalige Abschlusskosten während der Laufzeit bei Sicherung der Rententafel

Was kannst du jetzt tun?

Alternativen zur Prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge
Chris Henry
Keine Angst: Es gibt Alternativen

Zuerst solltest du genau analysieren lassen, ob und wie sehr du tatsächlich betroffen bist. Eine Prüfung mit fynup zeigt dir auch deine besten Optionen auf.

  • PZV behalten und Prämie weiterzahlen
  • Ratenzahlung sogar erhöhen
  • Prämienfrei stellen (Du beendest deine Zahlungen, das Geld bleibt im Vertrag)
  • Vorzeitig kündigen und „Rückkaufen”

Achtung: Manche Produkte haben auch spezielle Garantie-Zeitpunkte. Wenn du zu diesen Stichtagen kündigst, bekommst du eventuell mehr zurück, als den normalen Restwert.

Deinen Vertrag jetzt selbst prüfen

Das Team von fynup analysiert gerade gemeinsam mit dem VKI hunderte PZV-Verträge. Dadurch kannst du jetzt selbst bequem von Zuhause aus deine Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge nach den gleichen Kriterien unabhängig prüfen.

Als Ergebnis bekommst du sofort und kostenfrei eine erste Prüfung deines bestehenden Vertrages sowie eine Prognose angezeigt, wie sich deine PZV entwickelt. Damit kannst du dir ein erstes realistisches Bild machen.

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Informationen in diesem Artikel sind allgemein und nicht als Beratung oder Empfehlung zu verstehen. Trotz größter Sorgfalt können wir keine Gewähr für die Eignung, Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität und Verfügbarkeit der unverbindlich zur Verfügung gestellten Informationen übernehmen. Eine Haftung der fynup GmbH ist daher in jedem Fall ausgeschlossen. Performanceergebnisse der Vergangenheit, Berechnungen und Aussagen über Gewinn und Rendite basieren auf Annahmen und lassen keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Jede Veranlagung bringt hohe Verlustrisiken – bis hin zum Totalverlust - mit sich. Es gelten alle Haftungsbegrenzungen der Funktionsbeschreibung.

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Konsumenten über fynup

Josef

Große Empfehlung!

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Günther

Prüfung super easy

Einfach Anbieter eingegeben, Produktname (von Polizze) ausgewählt, Liste der Fonds eingestellt, Prämie und Laufzeit und zack: Sofort bekommt man eine Bewertung (sogar mit Nachhaltigkeit) und den Verlauf angezeigt. Schade dass es das nicht schon früher...

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Dominik

Tolles Unternehmen

Tolle und übersichtliche Homepage. Terminvereinbarung für eine Beratung hat super funktioniert. Alles sehr professionell - TOP

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