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Bank Run – die stille Gefahr?

Wolfgang Staudinger
Autor: Wolfgang Staudinger
Aktualisiert am 13. August 2026
Dein Geld am Konto fühlt sich sicher an. Rechtlich gesehen ist es aber gar nicht deines: Du bist Gläubiger deiner Bank – und die hat dein Geld längst nicht im Keller liegen. Was das bedeutet, zeigte sich zuletzt 2023 innerhalb von 30 Stunden.

Was ist ein Bank Run?

Bankrun
KI-Bild

Ein Bank Run ist der gleichzeitige Abzug von Einlagen durch so viele Kund:innen, dass die Bank nicht alle auszahlen kann.

Das Entscheidende daran: Es braucht dafür keine schlechte Bank. Es braucht nur genug Menschen, die gleichzeitig dasselbe wollen. Ein Bank Run ist deshalb in erster Linie ein Vertrauensproblem – und erst in zweiter Linie ein Bilanzproblem.

Wer das einmal verstanden hat, liest Schlagzeilen über Bankenkrisen völlig anders.

Vorweg, damit kein falscher Eindruck entsteht: Es geht hier nicht darum, Ängste zu schüren. Es geht darum, einzuordnen. Wer die Geschichte kennt, muss sie nicht noch einmal erleben – und wer gute Informationen hat, trifft gute Entscheidungen.

Was einen Bank Run auslöst

Es gibt nicht den einen Grund. In der Geschichte waren es im Wesentlichen vier:

  • Ein Problem bei einer einzelnen Bank: Sie muss melden, dass Zahlungsausfälle drohen oder dass größere Abschreibungen nötig werden – etwa weil ein großer Schuldner illiquide geworden ist.
  • Eine allgemeine Wirtschaftskrise oder Hyperinflation: Dann ist nicht ein Institut betroffen, sondern der gesamte Sektor.
  • Ein Vertrauensverlust in das Bankensystem als Ganzes: Beim Geld spielt Vertrauen die Hauptrolle. Fehlt es, folgen Handlungen, die sich rational nicht mehr vollständig erklären lassen.
  • Digitale Beschleunigung: Nachrichten und Gerüchte verbreiten sich heute in Minuten. Das ist kein eigener Auslöser, aber der Verstärker aller anderen.

Warum sich ein Bank Run selbst verstärkt

Wenn zu viele gleichzeitig abheben wollen, bleibt der Bank nur, den Schalter zu schließen. Und genau in diesem Moment passiert das, was man verhindern wollte: Die Schließung spricht sich herum – und plötzlich kommen auch jene, die ihr Geld eigentlich gar nicht gebraucht hätten.

Das ist der Kern der stillen Gefahr. Niemand weiß im Vorhinein, welcher Auslöser genügt, damit eine große Zahl von Menschen gleichzeitig gleich handelt.

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Dein Geld am Konto gehört dir nicht

Beginnen wir mit dem Punkt, der die meisten überrascht.

Wenn du Geld auf dein Konto einzahlst, gehört es rechtlich nicht mehr dir. Es geht ins Eigentum der Bank über. Was du im Gegenzug bekommst, ist eine Forderung – ein Anspruch darauf, dass die Bank dir denselben Betrag wieder auszahlt. Du bist damit Gläubiger deiner Bank, ganz ähnlich wie jemand, der ihr Geld geliehen hat.

Im Alltag merkt man davon nichts. Man hebt ab, überweist, zahlt mit Karte. Relevant wird der Unterschied erst, wenn die Bank in Schwierigkeiten gerät. Denn dann steht man mit einer Forderung da – und nicht mit Eigentum.

Behalte diesen Unterschied im Kopf. Er ist der Schlüssel zum wichtigsten Abschnitt weiter unten.

Warum keine Bank alle auszahlen kann

Der zweite Punkt folgt direkt daraus: Deine Einlage liegt nicht in einem Tresor mit deinem Namen darauf.

Banken halten immer nur einen kleinen Teil der Einlagen tatsächlich liquide. Der große Rest ist verliehen – als Kredit an Unternehmen, als Wohnbaufinanzierung an andere Kunden – oder in Wertpapieren veranlagt. Genau das ist das Geschäftsmodell: Die Bank verdient an der Differenz zwischen dem, was sie dir zahlt, und dem, was sie von Kreditnehmern bekommt.

Solange nur ein normaler Anteil der Kundschaft gleichzeitig Geld abhebt, funktioniert das reibungslos. Es funktioniert nur dann nicht mehr, wenn viele gleichzeitig kommen.

Und deshalb gilt: Jede Bank kann von einem Bank Run betroffen sein – auch eine kerngesunde. Nicht weil sie schlecht gewirtschaftet hätte, sondern weil kein Institut der Welt alle Einlagen auf einmal auszahlen kann. Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern die Konstruktion selbst.

Was das im Ernstfall konkret heißt

Die häufigste Folge eines Bank Runs ist nicht der Totalverlust. Es ist der fehlende Zugriff: Schalter zu, Limits am Bankomat, Überweisungen eingeschränkt.

Meistens ist das eine vorübergehende Maßnahme. Aber „vorübergehend“ ist ein dehnbarer Begriff – in Griechenland dauerte es vier Jahre. Dazu weiter unten mehr.

Weltwirtschaftskrise 1929 und Finanzkrise 2008

Bankrun newyork 30er
KI-Bild

Zwei Krisen prägen bis heute, wie Bankenrettung funktioniert. Die erste zeigt, was passiert, wenn niemand eingreift. Die zweite, was es kostet, wenn doch.

Weltwirtschaftskrise 1929

  • USA: Im Zuge der Weltwirtschaftskrise von 1929 schlossen tausende Banken ihre Schalter. Die Bilder von Menschenschlangen vor Bankfilialen prägen bis heute die Vorstellung davon, wie ein Bank Run aussieht.
  • Österreich: Der Zusammenbruch der Creditanstalt-Bankverein 1931, der damals größten österreichischen Bank, löste eine Kettenreaktion aus, die weit über die Landesgrenzen hinausreichte und als ein Auslöser der europäischen Bankenkrise gilt.
  • Deutschland: Im Juli 1931 mussten im Zuge der Deutschen Bankenkrise die Danat-Bank (Darmstädter und Nationalbank) und die Dresdner Bank als große deutsche Kreditinstitute Insolvenz anmelden oder zahlungsunfähig schließen. Zudem ordnete die Reichsregierung am 13. Juli 1931 offizielle „Bankfeiertage an, durch die vorübergehend sämtliche Banken im Land für den Publikumsverkehr geschlossen wurden. Mehr über den Banken-Zusammenbruch im Zeitstrahl.

Die Lehre aus 1931: Wenn eine große Bank fällt, bleibt es selten bei einer Bank. Und die Antwort des Staates war damals nicht Auszahlung, sondern Schließung.

Finanzkrise 2008

  • Großbritannien: Northern Rock. Der erste Bank Run in Großbritannien im September 2007 seit über einem Jahrhundert. Ursache: Finanzierung ausschließlich über kurzfristige Geldmärkte statt über Kundeneinlagen – als diese Märkte wegen der US-Krise einfroren, war die Bank sofort illiquide. Sie wurde 2008 verstaatlicht.
  • USA: Lehman Brothers und viele weitere US-Banken. Bear Stearns, Washington Mutual, IndyMac und Freddie Mac wurden zuvor noch gestützt; Merrill Lynch und Wachovia gingen zwar nicht formal in die Insolvenz, mussten aber in überstürzten Übernahmen von Bank of America bzw. Wells Fargo aufgefangen werden. Bei Lehman entschied man sich anders – mit globalen Folgen.
  • EU: Von 2009 bis 2020 schrumpfte die Anzahl der Banken um 33 %, in Spanien sogar um 80 %.
  • Deutschland: Das Protokoll zur Rettung der deutschen Hypo Real Estate Bank zeigt, wie knapp das Geldsystem vor dem Zusammenbruch gestanden ist. Nachzulesen im empfehlenswerten Buch von Raimund Brichta, „Die Wahrheit über Geld“ – das Originalprotokoll ab Seite 243, beginnend mit dem 9. Oktober 2008. Neben der Hypo Real Estate mussten zahlreiche Großbanken wie die IKB Deutsche Industriebank und mehrere Landesbanken mit einem 480 Milliarden Euro schweren Banken-Rettungspaket (SoFFin) gerettet werden.
  • Österreich: Besonders betroffen war die Hypo Alpe Adria. Die Kärntner Bank stand im Zuge der Finanzkrise 2009 vor dem Totalzusammenbruch. Um eine systemische Pleite des Landes Kärnten und Folgeschäden abzuwenden, wurde sie vom Bund verstaatlicht. 2014 wurde sie zerschlagen und in die staatliche Abbaugesellschaft Heta Asset Resolution übergeführt. Der Schaden für den Steuerzahler belief sich auf rund 9 Milliarden Euro. Bei mehreren Banken kam es zu Umstrukturierungen, wie zum Beispiel bei den Volksbanken und der Wüstenrot-Gruppe.

Die Einlagensicherung vor und nach der Finanzkrise

Genau um zu verhindern, dass Menschen bei jedem Gerücht zum Schalter laufen, gibt es die Einlagensicherung. Sie soll Vertrauen herstellen und dich unabhängig davon machen, ob eine einzelne Bank funktioniert.

Vor 2008:

  • Sektorale Trennung: Es gab fünf verschiedene, eigenständige Sicherungseinrichtungen (für Sparkassen, Raiffeisenbanken, Volksbanken, Hypothekenbanken und Aktienbanken).
  • Niedrige Sicherungssumme: Die gesetzliche Mindestsicherung betrug lediglich 20.000 Euro pro Sparer und Bank.
  • Nachschusspflicht statt Fonds: Es gab keine großen, prall gefüllten Töpfe im Voraus (ex ante). Geriet eine Bank in Schieflage, mussten die anderen Banken desselben Sektors im Nachhinein Geld zusammenlegen (ex post).

Nach 2008, EU-Ebene:

  • Am 7. Oktober 2008 einigten sich die EU-Finanzminister mitten auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise darauf, den Sparerschutz drastisch anzuheben. Wenige Tage später, am 15. Oktober 2008, präsentierte die EU-Kommission den offiziellen Gesetzesvorschlag, um die damalige Mindestsicherung von 20.000 Euro flächendeckend zu verfünffachen.
  • Der verbindliche Stufenplan (Dezember 2008): Das Europäische Parlament und der Rat verabschiedeten den rechtlichen Fahrplan im Dezember 2008 per EU-Richtlinie (Richtlinie 2009/14/EG). Darin wurde festgelegt, dass das Limit zum 30. Juni 2009 zunächst auf 50.000 Euro steigt und spätestens zum 31. Dezember 2010 die einheitliche Obergrenze von 100.000 Euro in Kraft tritt.

Österreich:

  • Herbst 2008: Um das Vertrauen der Sparer sofort zu stabilisieren, zog die Bundesregierung eine radikale Notbremse. Im Oktober 2008 beschloss der Nationalrat, dass der Staat für private Spareinlagen in unbegrenzter Höhe haftet. Diese psychologische Maßnahme verhinderte den Ansturm auf die Schalter.
  • Die schrittweise Rückkehr (2010): Da eine unbegrenzte Staatsgarantie auf Dauer EU-rechtswidrig und unbezahlbar war, wurde sie wieder zurückgenommen. Österreich setzte die neue Grenze früher um als von der EU verlangt: Bereits per 1. Jänner 2010 galt hierzulande der dauerhafte Wert von 100.000 Euro pro Person und Bank – EU-weit verbindlich wurde er mit Ende 2010.

Aktuell bestehen drei Einlagensicherungseinrichtungen:

Drei Systeme – und warum das für dich entscheidend ist

Diese Aufteilung klingt nach Verwaltungsdetail, hat aber eine sehr praktische Konsequenz.

Die Grenze von 100.000 Euro gilt pro Person und pro Bank. Wer 200.000 Euro hat und sie auf zwei Institute aufteilt, ist also doppelt geschützt – so weit die Theorie.

Nur: Zwei Raiffeisenbanken an zwei verschiedenen Standorten gehören derselben Sicherungseinrichtung an. Dasselbe gilt für zwei Sparkassen. Wenn du auf Streuung setzt, dann streue über verschiedene Sicherungssysteme, nicht über verschiedene Filialen desselben Verbunds. Sonst hängt im Ernstfall alles am selben Topf.

Einlagensicherung: Der Realitätscheck

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Die naheliegende Beruhigung lautet: Dafür gibt es ja die Einlagensicherung. Das stimmt auch – nur lohnt sich der genaue Blick.

Die Eckpunkte: Gesichert sind 100.000 Euro pro Person und pro Bank, in bestimmten Ausnahmefällen – etwa nach einem Immobilienverkauf, einer Abfertigung oder Erbschaft – zeitlich befristet bis zu 500.000 Euro. Seit 2024 muss die Auszahlung innerhalb von sieben Arbeitstagen erfolgen, ohne dass du einen Antrag stellst.

Entscheidend ist aber die Dimension dahinter: Die Sicherungsfonds müssen vorab mit rund 0,8 % der gedeckten Einlagen ausgestattet sein. Auf das System gerechnet heißt das: Für jede Million Euro an gedeckten Einlagen liegen rund 8.000 Euro tatsächlich im Topf. Alles darüber hinaus müsste im Ernstfall von den übrigen Banken nachgeschossen werden.

Und wenn auch das nicht reicht? Dann kann die Republik Österreich einspringen. Eine automatische Verpflichtung dazu besteht allerdings nicht – anders als es die unbegrenzte Garantie aus 2008 vermuten ließe.

Das ist kein Skandal und kein Grund zur Sorge. Es ist eine Erwartungskorrektur: Eine Garantie ist immer nur so viel wert wie die Fähigkeit, sie im Ernstfall zu erfüllen. Genau deshalb wurde das System dafür gebaut, den Ausfall einzelner Institute abzufedern – und nicht den einer ganzen Branche.

→ Wir haben uns das Thema im Detail angesehen – inklusive der Frage, wie viel Geld tatsächlich in den Fonds liegt: Wie sicher ist die Einlagensicherung?

Was die Einlagensicherung nicht abdeckt

Genauso wichtig wie die Frage, wie viel gesichert ist, ist die Frage, was überhaupt gesichert ist.

Gedeckt sind: Girokonten, Spareinlagen und Bausparverträge.

Nicht gedeckt sind unter anderem Zertifikate. Auch dann nicht, wenn groß „Garantiezertifikat“ auf dem Produkt steht. Ein Zertifikat ist rechtlich eine Schuldverschreibung der ausgebenden Bank – und unterliegt damit dem Bail-in-Prinzip. Wird der Emittent zahlungsunfähig, kann das Papier wertlos werden, unabhängig davon, was auf der Vorderseite versprochen wird.

Der Hinweis steht in den Risikohinweisen, im Kleingedruckten. Wer solche Produkte hält, sollte genau dort nachlesen.

Eurokrise: Griechenland, Zypern und das Bail-in-Gesetz

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2012, Griechenland: Schuldenschnitt

  • Private Gläubiger mussten über Fonds, Banken und Versicherungen, die griechische Staatsanleihen hielten, auf 53,5 % des Nennwerts verzichten. Das war ein klassischer Schuldenschnitt für Staatsanleihen, kein Bail-in einer einzelnen Bank.
  • Betroffen waren auch österreichische Kundinnen und Kunden – etwa indirekt über Fonds oder über klassische Lebensversicherungen, die griechische Staatsanleihen im Deckungsstock hielten.

2013, Zypern:

  • Die Banken waren durch den griechischen Schuldenschnitt pleite, weil sie stark in griechische Staatsanleihen investiert waren.
  • Kapitalverkehrskontrollen sicherten das erzwungene Bail-in ab. Zur Rettung des Bankensektors wurden erstmals Guthaben über der Sicherungsgrenze von 100.000 Euro herangezogen. Seither ist diese Grenze für viele keine abstrakte Zahl mehr, sondern eine sehr konkrete.
  • Laiki Bank (Cyprus Popular Bank): Das zweitgrößte Institut des Landes wurde komplett zerschlagen und liquidiert. Alle Sparguthaben über 100.000 Euro wurden eingefroren und zur Tilgung der Bankschulden herangezogen – für diese Anleger ein nahezu vollständiger Totalverlust (bis zu 100 % Haircut auf Beträge über der Grenze).
  • Bank of Cyprus: Bei der größten Bank des Landes wurden Guthaben über 100.000 Euro im Zuge einer Zwangsrekapitalisierung zu rund 47,5 % in Bankaktien umgewandelt – Anteile eines maroden Instituts.
  • Der Schutz: Guthaben unter 100.000 Euro blieben in beiden Fällen unangetastet. Ein ursprünglicher Plan, auch Kleinsparer über eine Zwangsabgabe zu belasten, scheiterte am Veto des zyprischen Parlaments. Wäre er durchgegangen, hätte das europaweit Vertrauen gekostet – mit schwer abschätzbaren Folgen.

2014, Bail-in-Gesetz:

  • Die gesetzliche Grundlage für das europäische Bail-in-Prinzip trat am 2. Juli 2014 auf EU-Ebene in Kraft.
  • Mit 1. Jänner 2016 wurde sie in nationales Recht überführt (in Österreich über das BaSAG).
  • Es regelt, wann Gläubiger zur Bankenrettung herangezogen werden – und in welcher Reihenfolge.
  • Paradoxes Bild: In Zypern gab es ein echtes, massives Bail-in, noch bevor das Gesetz existierte, während in Griechenland das Gesetz galt, aber kaum klassisch angewendet wurde.

2015, Griechenland: Kapitalverkehrskontrollen

  • 28.06.2015: Schließung aller Banken und Einführung von Kapitalverkehrskontrollen aus Angst vor einem Grexit und dem damit verbundenen Bank Run. Bankfilialen blieben wochenlang komplett geschlossen.
  • Geldautomaten: anfangs maximal 60 Euro pro Tag, nach rund drei Wochen flexibilisiert auf 420 Euro pro Woche – danach sieben Tage gesperrt.
  • Auslandsüberweisungen: Für Privatpersonen komplett gesperrt. Unternehmen mussten jede einzelne Auslandsorder – etwa für den Import von Medikamenten oder Rohstoffen – von einer staatlichen Sonderkommission genehmigen lassen.
  • Kreditkarten: Griechische Kreditkarten funktionierten im Ausland oder auf internationalen Online-Plattformen monatelang gar nicht oder nur extrem eingeschränkt.
  • Touristen-Ausnahme: Um den Tourismus nicht abzuwürgen, galten die Limits nur für Konten bei griechischen Banken. Ausländische Urlauber konnten normal abheben – sofern die Automaten befüllt waren.
  • Rekapitalisierung durch Eigentümer und den staatlichen Rettungsfonds (HFSF).
  • Das endgültige Ende: Erst am 1. September 2019 – mehr als vier Jahre nach der Einführung – hob die griechische Regierung die letzten Beschränkungen vollständig auf.

Was das im Alltag bedeutet, wird erst konkret, wenn man es durchspielt: Du hast 100.000 Euro auf der Bank. Am Konto steht die Zahl unverändert da. Und trotzdem kommst du am Tag nur an 60 Euro – während die Miete fällig ist, der Einkauf bezahlt werden will und am Wochenende ein Rohrbruch den Installateur ins Haus bringt.

Nicht der Verlust ist hier das Problem. Sondern der fehlende Zugriff.

Wie Krisen bekämpft wurden und deren Auswirkung

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Finanzkrisen wurden seit 2000 im Wesentlichen durch die Ausweitung der Geldmenge bekämpft. „Whatever it takes“ – der Satz von Mario Draghi steht bis heute für diese Logik: Liquidität bereitstellen, damit der Kreditkreislauf nicht zusammenbricht und sich 1929 nicht wiederholt.

  • Der Ausgangspunkt (2000): Kurz nach Einführung der Gemeinschaftswährung lag das Geldmengenaggregat M2 im Euroraum noch bei rund 4,1 Billionen Euro.
  • Die Flutung der Märkte durch die EZB (ab 2011/2012) als Reaktion auf Finanz- und Eurokrise.
  • Das Zeitalter von Quantitative Easing (2015): Ab 2015 begann die EZB unter Mario Draghi mit dem großflächigen Ankauf von Staatsanleihen. Dabei schuf sie neues Zentralbankgeld, um die Anleihen von Banken abzukaufen – ein Vorgehen, das lange als Tabu galt, weil es die Geldwertstabilität belastet.
  • Der Corona-Schock (2020–2022): Infolge der massiven Stützungsmaßnahmen und Anleihekaufprogramme erlebte die Geldmenge M2 den steilsten Zuwachs ihrer Geschichte.
  • Das aktuelle Plateau (2024–2026): Nach Einsetzen der Zinswende verlangsamte sich das Wachstum spürbar. Mitte 2026 erreichte M2 im Euroraum mit rund 16,41 Billionen Euro einen neuen historischen Höchststand.

In 26 Jahren hat sich die Geldmenge damit knapp vervierfacht. Setzt man Geldmengenwachstum mit Geldwertverlust gleich, entspricht das einem theoretischen Wertverlust von rund 75 %. Vollständig durchgeschlagen hat sich das bislang nicht – die Wirkung tritt verzögert ein, in ungewissem Ausmaß und über Jahre bis Jahrzehnte. Spürbar ist sie trotzdem längst.

Wo ist das Problem? Wen stört die steigende Geldmenge?

Auf den ersten Blick niemanden. Griechenland musste gerettet werden, die Banken mussten gerettet werden, das Geldsystem muss funktionieren – wo also liegt der Nachteil? Er zeigt sich an drei Stellen.

Auswirkung 1: Inflation

Inflation ORF Grafik
Quelle: ORF

In Österreich haben wir allein in den letzten sechs Jahren rund 30 % an Geldwert verloren. Ausgelöst nicht als Spätfolge von 2008, sondern im Zuge der Pandemie – Lieferengpässe in Kombination mit einer stark gewachsenen Geldmenge.

Das Tückische daran: Am Konto sieht man davon nichts. Wer 100.000 Euro liegen hat, sieht weiterhin 100.000 Euro. Nur bräuchte er heute rund 130.000 Euro, um sich dasselbe leisten zu können wie vor sechs Jahren. Real fehlen also 30.000 – ohne dass je eine Abbuchung stattgefunden hätte.

Inflation ist der Verlust, den niemand am Kontoauszug sieht.

Auswirkung 2: Steigende Staatsschulden

Staatsschulden 2060 ohne Sparmaßnahmen

Bei Einführung des Euro einigte man sich auf eine Obergrenze von 60 % des BIP – als Bedingung für Währungsstabilität. Österreich liegt heute bei über 80 %.

Die Prognosen für 2060: 148 % des BIP, wenn alle geplanten Reform- und Sanierungsmaßnahmen vollständig umgesetzt werden. Und 250 %, wenn nicht.

Das Problem daran sind nicht die Schulden selbst, sondern die Zinsen darauf. Je größer der Anteil der Staatseinnahmen, der für Zinszahlungen aufgewendet werden muss, desto kleiner der Spielraum für Schulen, Gesundheitssystem und Sozialversicherung. Zinszahlungen sind Ausgaben für die Vergangenheit – Geld, das für Gegenwart und Zukunft fehlt.

Quelle und laufende Aktualisierung: Staatsschulden.at

Auswirkung 3: Flucht in Sachwertanlagen

Laufzeit 17 Jahre - Einmalzahlung: € 10.000,00
CHART
  • Sektor, Doppel-Nettopolizze Einmalerlag provisionsfrei
  • philoro EDELMETALLE , Edelmetallkauf physisch (Gold/Silber) provisionsfrei
    • Goldpreis Euro (Börse DE)
Externer Link Im fynup-Rechner öffnen

Die dritte Auswirkung ist eine Reaktion auf die ersten beiden: Immer mehr Anleger:innen verlassen klassische Banksparprodukte und weichen in Sachwerte aus – Aktien, Gold, Immobilien.

Der Chart zeigt den Vergleich über 17 Jahre. Sowohl Gold als auch ein breiter Aktienindex erzielten in diesem Zeitraum im Schnitt über 10 % pro Jahr und haben den Kaufkraftverlust damit deutlich mehr als ausgeglichen. Aus 10.000 Euro wurden beim Gold rund 52.000 Euro – nötig gewesen wären rund 16.000, um den realen Wert bloß zu erhalten.

Wichtig: Das ist eine Vergangenheitsbetrachtung und keine Prognose. Sie erklärt, warum die Nachfrage nach Sachwerten so stark gestiegen ist – nicht, wie es weitergeht.

Der erste digitale Bank Run

fynup digitaler bank run

Die Silicon Valley Bank galt als solide, spezialisiert auf Technologieunternehmen und Risikokapital. Anfang März 2023 wurde bekannt, dass sie beim Verkauf von Anleihen einen Verlust von 1,8 Milliarden Dollar realisieren musste und Kapital aufnehmen wollte. Das verunsicherte ihre Kundschaft – und die bestand nicht aus Privatpersonen, sondern aus eng vernetzten Start-ups und Fonds.

Was folgte, lief nicht über Warteschlangen, sondern über E-Mails, Chat-Gruppen und Apps. Prominente Investoren rieten ihren Beteiligungen, das Geld abzuziehen. Allein am 9. März 2023 versuchten Kundinnen und Kunden, rund 42 Milliarden Dollar abzuheben – etwa ein Viertel aller Einlagen der Bank, an einem einzigen Tag. Nach rund 30 Stunden war die Bank Geschichte und wurde von der Aufsicht übernommen. Es war die zweitgrößte Bankenpleite der US-Geschichte bis zu diesem Zeitpunkt.

Bemerkenswert dabei: Es wurde kaum Bargeld abgehoben. Am Bankomaten sind ohnehin meist bei ein paar hundert Euro Schluss. Abgezogen wurde per Überweisung, von einer Bank zur nächsten, per Fingertipp am Smartphone.

Der Unterschied zu 1931 ist damit weniger das Prinzip als das Tempo. Früher brauchte ein Bank Run Tage, körperliche Anwesenheit und offene Schalter. Heute genügen ein Gerücht, ein Smartphone und ein Daumen. Wer sich fragt, warum Aufsichtsbehörden seither nervöser auf Stimmungen reagieren: Das ist der Grund.

Österreichische Banken seit dem Jahr 2000

Formelle Insolvenzen und Konkurse

  • Commerzialbank Mattersburg im Burgenland AG (2020): einer der spektakulärsten Kriminal- und Pleitefälle der österreichischen Wirtschaftsgeschichte. Durch jahrzehntelange, massive Bilanzfälschungen flog das System im Juli 2020 auf. Die Schließung führte zur drittgrößten Insolvenz des Landes mit Passiva von über 600 Millionen Euro. [1, 2, 3]
  • Anglo Austrian AAB Bank AG (vormals Meinl Bank AG, 2020): Nach dem Entzug der Bankkonzession durch die EZB Ende 2019 meldete das traditionsreiche Wiener Institut im März 2020 Konkurs mit Verbindlichkeiten von rund 245 Millionen Euro an.
  • AutoBank AG (2021): Das auf Autofinanzierungen spezialisierte Institut geriet nach dem Scheitern von Sanierungsplänen in Bedrängnis. Nachdem ein geordneter Abbau fehlschlug, wurde im August 2021 das Konkursverfahren eröffnet.
  • Wiener Trigon Bank AG (2001): Die ohnehin angeschlagene Kleinbank schlitterte kurz nach der Jahrtausendwende in den Konkurs.
  • Euram Bank (European American Investment Bank AG, 2025): Nach schweren regulatorischen Mängeln und dem Entzug der Banklizenz im März 2025 wurde die Wiener Privatbank formell für insolvent erklärt.

In allen Fällen formeller Insolvenz hat die Einlagensicherung funktioniert. Kein Konsument hat Geld verloren. Das ist die wichtigste Zeile in diesem Abschnitt.

Große Krisenfälle ohne klassischen Bankenkonkurs

  • BAWAG P.S.K. (2006): Infolge von hochriskanten Spekulationsgeschäften in der Karibik und dem Verlust von Milliarden drohte der Bank 2006 die Zahlungsunfähigkeit. Eine Insolvenz wurde durch eine staatliche Milliardenhaftung und den anschließenden Notverkauf an den US-Fonds Cerberus verhindert.
  • Sberbank Europe AG (2022): Infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022 erlebte die Wiener Europa-Tochter der Sberbank einen massiven Bank Run. Die FMA untersagte den Geschäftsbetrieb. Eine Insolvenz wurde im Mai 2022 abgewendet, da genügend Vermögenswerte vorhanden waren, um alle Gläubiger und die Einlagensicherung AUSTRIA vollständig zu bedienen. Die Bank legte ihre Konzession Ende 2022 freiwillig zurück.

Keine finanziellen Probleme trotz Krisen

  • Osteuropa-Expansionen: RBI, Erste Bank, Bank Austria und andere haben die Finanzkrise 2009, die Krim-Annexion 2014 und den Russland-Ukraine-Krieg seit 2022 bislang gut gemeistert. Die Rückzüge aus einzelnen Regionen erforderten hohe Abschreibungen, die Institute erwiesen sich aber als solide genug. Sorgen vor einem Bank Run blieben aus.

Kein Grund zur Panik, aber zum Verstehen

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Das österreichische Bankensystem ist heute deutlich strenger reguliert als vor der Finanzkrise. Die Eigenkapitalvorschriften wurden verschärft, die Aufsicht durch EZB, FMA und Nationalbank ist engmaschiger, und die vergangenen Sicherungsfälle wurden abgewickelt, ohne dass jemand auf seine gedeckten Einlagen verzichten musste.

Es geht also nicht darum, dem Konto zu misstrauen oder Geld unter die Matratze zu legen. Es geht darum zu wissen, was ein Konto ist – und was es nicht ist. Wer das versteht, trifft andere Entscheidungen. Nicht ängstlichere, sondern klarere.

6 konkrete Maßnahmen, um dein Geld zu schützen

1. Girokonto bei der Hausbank

Für den laufenden Betrieb: rund zwei Monatsgehälter. Das Konto ist ein Zahlungsinstrument – der Notgroschen und die laufenden Verbindlichkeiten gehören dorthin, die langfristige Geldanlage nicht.

2. Zweites Konto bei einer anderen Sicherungseinrichtung

Ebenfalls rund zwei Monatsgehälter, aber bei einer Bank aus einem anderen Sicherungssystem. Entscheidend ist nicht der andere Name über der Tür, sondern der andere Topf dahinter: Zwei Raiffeisenbanken oder zwei Sparkassen gehören jeweils derselben Einrichtung an und bringen keine zusätzliche Sicherheit.

Möglich ist auch eine ausländische Digitalbank mit eigenem nationalen Sicherungssystem. Dabei gilt: Sicherheit vor Rendite – nicht der höchste Zinssatz entscheidet, sondern die Stabilität des Systems dahinter.

3. Bargeld zu Hause

Rund zwei Monatsgehälter in kleinen Scheinen. Die Zivilschutz-Empfehlung von 100 Euro pro Familienmitglied halten wir für zu niedrig – sie deckt einen Stromausfall ab, nicht wochenlange Kapitalverkehrskontrollen.

Zur häufigsten Rückfrage: Die meisten Haushaltsversicherungen decken Bargeld in einem verschlossenen Behältnis bis rund 15.000 Euro gegen Feuer und Einbruchdiebstahl ab. Bitte im eigenen Vertrag nachsehen, die Bedingungen unterscheiden sich.

Bargeld ist das Überbrückungsmittel für genau die Situationen, die Griechenland und Zypern durchgemacht haben.

Zwischenrechnung: Hausbank, Zweitbank und Bargeld ergeben zusammen sechs Monatsgehälter an Liquidität. Das ist die Basis, die stehen sollte, bevor der eigentliche Vermögensaufbau beginnt – damit du im Ernstfall nicht auf deine Veranlagung zugreifen musst.

4. Direkt statt über die Bank: Bundesschatz

Über bundesschatz.at kannst du dein Geld direkt der Republik Österreich leihen – ohne Umweg über eine Bank. Verschiedene Laufzeiten, einfache Administration, und du bist nicht vom Ausfall eines einzelnen Instituts abhängig.

Eine Einschränkung gehört dazu: Ein- und Auszahlungen laufen weiterhin über ein Bankkonto. Vor Kapitalverkehrskontrollen schützt das also nicht – wohl aber vor dem Ausfall einer einzelnen Bank.

5. Depot statt Sparbuch

Fonds, ETFs, Aktien und Anleihen im Bankdepot stehen in deinem Eigentum, die Bank ist lediglich Verwahrerin. Im Insolvenzfall sind diese Wertpapiere Sondervermögen und klar von der Insolvenzmasse getrennt. Kurzfristig kann der Zugriff eingeschränkt sein, danach lassen sie sich auf ein Depot bei einer anderen Bank übertragen.

Das ist der strukturelle Unterschied zur Spareinlage: Eigentum statt Forderung.

6. Sachwerte im Depot und/oder in der Doppel-Nettopolizze

Für mittel- und langfristige Ziele solltest du generell überlegen, mehr und mehr in Sachwerte wie Aktien oder Gold zu investieren – nur mit diesen Anlageklassen sind Renditen über dem Inflationsverlust überhaupt möglich. Achte bei der Produktwahl konsequent auf Kosten und Steuern; die Doppel-Nettopolizze ist dafür eine Option, die du dir offenhalten kannst.

Ehrlicherweise gehört dazu: Auch hier gibt es Herausforderungen. Die Bewertungen an den Aktienmärkten sind aktuell hoch, und die Diskussion über Blasenbildung – bei KI-Werten, bei der Indexgewichtung – ist ernst zu nehmen.

Unsere Antwort darauf heißt selektives Investieren: nicht stur dem Index folgen, sondern aktiv auswählen lassen. Umsetzbar ist das über Clean-Shares — provisionsfreie Tranchen aktiv gemanagter Fonds, bei denen die Auswahl beim Fondsmanagement liegt. Zugänglich sind sie in Österreich ausschließlich über die Doppel-Nettopolizze.

Merke:

Das Konto ist ein Zahlungsinstrument, kein Vermögensspeicher. Der Notgroschen gehört dorthin, das langfristige Vermögen nicht. Denn selbst ohne Bankenkrise verliert Geld am Konto laufend an Kaufkraft – durch die Inflation, still und unauffällig.

So geht’s weiter

Informationen in diesem Artikel sind allgemein und nicht als Beratung oder Empfehlung zu verstehen. Trotz größter Sorgfalt können wir keine Gewähr für die Eignung, Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität und Verfügbarkeit der unverbindlich zur Verfügung gestellten Informationen übernehmen. Eine Haftung der fynup GmbH ist daher in jedem Fall ausgeschlossen. Performanceergebnisse der Vergangenheit, Berechnungen und Aussagen über Gewinn und Rendite basieren auf Annahmen und lassen keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Jede Veranlagung bringt hohe Verlustrisiken – bis hin zum Totalverlust - mit sich. Es gelten alle Haftungsbegrenzungen der Funktionsbeschreibung.

Häufige Fragen

Ein Bank Run ist der gleichzeitige Abzug von Einlagen durch so viele Kundinnen und Kunden, dass die Bank nicht alle auszahlen kann. Banken halten immer nur einen kleinen Teil der Einlagen liquide, der Rest ist verliehen oder veranlagt. Deshalb kann grundsätzlich jede Bank betroffen sein.
Rechtlich nicht. Mit der Einzahlung geht das Geld ins Eigentum der Bank über, du erhältst dafür eine Forderung. Du bist also Gläubiger deiner Bank. Im Alltag spielt das keine Rolle, im Insolvenzfall schon.
100.000 Euro pro Person und pro Bank. In bestimmten Ausnahmefällen – etwa nach Immobilienverkauf, Abfertigung oder Erbschaft – sind zeitlich befristet bis zu 500.000 Euro gedeckt. Bei Gemeinschaftskonten gilt die Grenze pro Person.
Seit 2024 muss die Einlagensicherung innerhalb von sieben Arbeitstagen auszahlen, ohne dass du einen Antrag stellen musst. Du brauchst dafür allerdings ein Konto bei einer anderen Bank.
Ja. Wertpapiere gelten als Sondervermögen und fallen nicht in die Konkursmasse – sie gehören dir, die Bank verwahrt sie nur. Kurzfristig kann der Zugriff eingeschränkt sein, danach lassen sie sich auf ein Depot bei einer anderen Bank übertragen.
Ja. 2023 zeigte der Fall der Silicon Valley Bank, dass ein Bank Run digital innerhalb von Stunden ablaufen kann. Gleichzeitig ist das Bankensystem heute deutlich strenger reguliert und beaufsichtigt als vor der Finanzkrise.
Nein. Die Einlagensicherung gilt für Girokonten, Spareinlagen und Bausparverträge. Zertifikate sind rechtlich Schuldverschreibungen der ausgebenden Bank und unterliegen dem Bail-in-Prinzip – auch dann, wenn „Garantiezertifikat“ darauf steht. Wird der Emittent zahlungsunfähig, kann das Papier wertlos werden.
Nein. Beide gehören derselben Sicherungseinrichtung an, auch wenn es unterschiedliche Standorte oder Bundesländer sind. Wer streuen will, sollte Banken aus verschiedenen Sicherungssystemen wählen – in Österreich gibt es drei.
Die vorab befüllten Fonds decken rund 0,8 % der gedeckten Einlagen ab. Reicht das nicht, müssen die übrigen Banken nachschießen. Gelingt auch das nicht, kann die Republik Österreich einspringen – eine automatische Verpflichtung dazu besteht allerdings nicht.
Wir empfehlen rund zwei Monatsgehälter in kleinen Scheinen als Überbrückung. Die Zivilschutz-Empfehlung von 100 Euro pro Familienmitglied deckt einen kurzen Ausfall ab, aber keine längeren Einschränkungen. Die meisten Haushaltsversicherungen decken Bargeld in einem Behältnis bis rund 15.000 Euro ab – bitte im eigenen Vertrag prüfen.
Beim Bundesschatz leihst du der Republik Österreich direkt Geld, ohne Umweg über eine Bank. Damit bist du vom Ausfall eines einzelnen Instituts unabhängig. Vor Kapitalverkehrskontrollen schützt das allerdings nicht, weil Ein- und Auszahlungen weiterhin über ein Bankkonto laufen.
Wolfgang Staudinger

Autor: Wolfgang Staudinger

Co‐Founder & CEO
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Wenn Verbraucherschützer, Medien und Kunden übereinstimmen

Das ist kein Zufall. fynup ist das einzige Modell, das strukturell auf der Seite der Kunden steht. Und das merkt man.

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Als Konsumentenschützer der AK Wien setze ich mich dafür ein, dass komplexe Finanzprodukte transparent und vergleichbar werden. Ein Beitrag dazu ist die gemeinsame Studie der AK-Wien und fynup „Provisionen vs. Honorare im Finanzvertrieb im Vergleich“.

Konsumentenschützer Finanzdienstleistungen (Banken, Versicherungen), AK Wien

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Für mich als Obfrau ist klar: Lebensversicherungen mit verdeckten Provisionen sind keine faire Altersvorsorge – gemeinsam mit Partnern wie fynup zeigen wir einfache Honorarberatungslösungen, die ehrlich und nachvollziehbar sind.

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