Eine Sorge wird selten ausgesprochen, ist aber die interessanteste – weil sie den digitalen Euro gar nicht allein betrifft.
Ob Schein im Geldbörsel, Zahl am Sparbuch oder künftig digitaler Euro: Das sind alles Geldwerte. Ihr Nennwert ist garantiert, ihre Kaufkraft nicht. Und das gilt für alle drei gleichermaßen.
Am deutlichsten wird das bei einer Währungsreform. Vereinfacht gesagt verschiebt sich dabei das Komma um eine Stelle: Aus 1.000 werden 100. Historisch ist das mehrfach passiert – früher über neue Banknoten, Umtauschfristen und Stichtage.
Naheliegend ist der Gedanke, dass so ein Schnitt digital viel einfacher wäre: ein Datenbank-Update statt einer Notenpresse. Technisch stimmt das. Nur war die Technik noch nie die eigentliche Hürde – entscheidend waren immer die politische und die rechtliche Entscheidung dahinter. Der digitale Euro macht eine Komma-Verschiebung also nicht wahrscheinlicher. Er macht die Mechanik nur sichtbarer.
Und genau hier liegt der Punkt, auf den es ankommt: Gegen eine Komma-Verschiebung schützt weder Bargeld noch ein digitaler Euro. Beide sind Geldwerte, beide träfe es gleichermaßen. Schutz bieten nur Sachwerte – Anteile an Unternehmen, Immobilien, Gold.
Es ist dieselbe Logik wie beim schleichenden Kaufkraftverlust durch Inflation, nur in der schnellen Variante. Wer sein Vermögen ausschließlich in Geldwerten hält, trägt dieses Risiko – unabhängig davon, ob das Geld aus Papier ist oder aus Bits.
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