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ServusTV: Was ist denn, wenn ich zum Beispiel mein Geld einfach am Girokonto liegen lasse?
Wolfgang (fynup): Wenn man es am Girokonto liegen lässt, ist es wichtig zu wissen, dass dies auch eine bewusste Entscheidung ist. Viele Leute glauben, sie könnten sich nicht entscheiden oder wollten sich mit Geld nicht beschäftigen und tun deshalb nichts. Aber das Nichtstun ist ebenfalls eine bewusste Entscheidung, das vergessen viele.
ServusTV: Was ist denn, wenn ich nichts mache? Also ich sage, okay, ich lasse es am Girokonto, aber ich brauche mich nicht. Was ist, wenn ich nichts mache?
Wolfgang (fynup): Dann verliere ich mit Sicherheit Geld. Und zwar realen Geldwert, weil wir ja eine Inflation haben. Das heißt, wir haben in Österreich derzeit sogar 4% Inflation. Das Ziel der Europäischen Zentralbank sind 2% Inflation. Wenn man die vergangenen 50 Jahre betrachtet, hatten wir durchschnittlich 3% Inflation. 3% Inflation bedeutet, dass der Geldwert nach 30 Jahren halbiert ist. Das heißt, alles ist doppelt so teuer. Die Mieten sind doppelt so teuer, die Lebensmittel sind doppelt so teuer. Alles ist doppelt so teuer. Wenn ich heute spare und in 30 Jahren wieder denselben Wert bekomme, habe ich real die Hälfte verloren.
ServusTV: Man darf sich nicht ablenken lassen, dass man gleich viel hat, theoretisch von der Zahl her. Es ist ja weniger wert eigentlich.
Wolfgang (fynup): Genau. Der große Unterschied ist der nominelle Wert. Der nominelle Wert bleibt gleich. 20 Euro sind 20 Euro, unbestritten. Aber was bekomme ich dafür? Das heißt, der reale Wert hat sich halbiert.
ServusTV: Das heißt eigentlich, nichts tun ist keine Option in Wahrheit.
Wolfgang (fynup): Nichts tun ist mit Sicherheit keine Option, speziell dann, wenn es um Geldanlagen geht, über fünf Jahre. Unter fünf Jahren bleibt mir leider nicht sehr viel anderes übrig. Da muss ich eben im Sparbuch bleiben, weil die Alternativen dafür nicht geeignet sind.
ServusTV: Wenn ich jetzt sage, ich nehme eben zum Beispiel das Sparbuch, das nutzen doch die meisten Österreicher, sage ich jetzt einmal, gute oder schlechte Idee?
Wolfgang (fynup): Schlechte Idee, wenn es ums langfristige Sparen geht. Das Sparbuch ist wirklich nur geeignet für die Liquiditätsreserve. Man sollte drei bis sechs Monatsgehälter liquide haben, damit man keinen Konsumkredit braucht, wenn einmal etwas passiert. Aber für das langfristige Sparen, speziell für die Altersvorsorge, Kindervorsorge oder alle Sparen über fünf Jahre, ist es eine absolut schlechte Idee, weil der Geldwert mit Sicherheit reduziert wird.
ServusTV: Was ist denn der Vorteil vom Sparbuch, wenn es überhaupt einen Vorteil gibt?
Wolfgang (fynup): Der Vorteil ist, dass ich jederzeit darauf zugreifen kann, dass es stabil ist, solange wir keine systematische Krise bekommen, muss man immer dazu sagen, weil was ist sicher im Leben, auch in der Liebe oder in der Gesundheit, es gibt keine wirkliche Sicherheit, auch nicht beim Geld, das wünschen wir uns alle, aber es gibt es leider nicht. Aber die Stabilität habe ich, ich kann kurzfristig nicht in Sachwerte investieren, da ist einfach das Sparbuch geeignet.
ServusTV: Eben, Nachteil haben wir schon angefangen, eben mit dem Thema Inflation. Und grundsätzlich sage ich jetzt mal, es gibt Tagesgeld, es gibt Festgeld, Sparart usw. Gibt es da irgendetwas, wo Sie sagen, okay, das würde ich für das empfehlen, das für das usw.?
Wolfgang (fynup): Das sind Entscheidungen in der dritten Kommastelle. Die machen es gerade nicht fett. Ob ich jetzt 0,2 oder 1,2 Prozent Zinsen bekomme, bei 3 Prozent Inflation spielt es keine große Rolle.
ServusTV: Jetzt haben wir ja theoretisch, gibt es ja in der EU so eine Einlagensicherung, sage ich jetzt mal, auch für Sparbücher zum Beispiel. Jetzt denkt man sich eigentlich, ja da ist mein Geld ja unten sicher.
Wolfgang (fynup): Ja, die Einlagensicherung ist ein gutes Instrument wegen kleinen Banken. Probleme haben, haben wir schon gesehen, Kommunalkreditbank und so weiter. Hier ist die Einlagensicherung wirklich ein wertvolles Instrument. Man muss sich aber bewusst sein, dass über diese Einlagensicherung nur circa ein Prozent aller Gelder wirklich abgesichert sind. Würden wir wirklich eine systematische Krise bekommen, dann hilft die Einlagensicherung nichts.
ServusTV: Okay, das heißt, wenn wirklich das ganze System zusammenbricht, dann kann ich mich da auch nicht drauf verlassen?
Wolfgang (fynup): Nein, weil das Geld einfach nicht da ist, weil es einfach zu wenig... Also weil einfach der Schaden zu groß ist. Und dafür die Einlagensicherung, woher sollte man es nehmen? Letztendlich müsste der Staat einspringen, Zentralbanken müssten neues Geld drucken, haben wir schon gehabt. Und 2007 in der Finanzkrise hat man alles nochmal gut über die Bühne bekommen, aber bei einer wirklich großen Krise wäre die Einlagensicherung auch kein Anker mehr.
ServusTV: Dafür haben ja auch durchaus einige Leute Angst und warten ja auch, dann sage ich jetzt mal, ihr Geld unter dem Kopfkissen ist aber wahrscheinlich, was sagen Sie dazu?
Wolfgang (fynup): Ja, wenn ich keine Zinsen bekomme, dann ist das Kopfkissen auch eine Alternative, aber bringt natürlich keine bessere Sicherheit. Sobald man in Geldwert investiert, dann ist man abhängig, wie sich der Geldwert entwickelt.
ServusTV: Durchaus gibt es da große Unterschiede. Wenn ich jetzt bei Durchblick so eine Vergleichsplattform schaue zum Beispiel, da gibt es Banken, die geben wir theoretisch nur ein Prozent, dann gibt es auch ausländische Banken zum Beispiel, da kriege ich durchaus zwei bis drei Prozent aktuell. Kann man denn so ausländischen Banken da auch vertrauen bei Sparbüchern?
Wolfgang (fynup): Ja, da sollte man schon vorsichtig sein. Also wie gesagt, das Chance-Risiko-Verhältnis finde ich hier nicht gut, weil ich habe vielleicht um ein Prozent höhere Zinsen, gehe aber dafür vielleicht wirklich Risiko ein, dass mit der Bank etwas passieren könnte. Das empfinde ich jetzt nicht wirklich als sehr hilfreich.
ServusTV: Auch wenn Sie durch die Einlagensicherung gesichert sind?
Wolfgang (fynup): Ja, trotzdem, was passiert denn, wenn ich wirklich durch die Einlagensicherung gesichert bin? Man braucht doch trotzdem ein bisschen länger, bis das Geld wieder da ist. Das sind nicht die großen Key Facts bei der Geldanlage, ob ich hier wirklich ein Prozent mehr oder weniger bekomme. In dem Punkt bin ich gerne auch bei heimischen Banken.
ServusTV: Jetzt gibt es ja auch Bausparen zum Beispiel. Wo sind Sie Bausparen?
Wolfgang (fynup): Bausparen ist meiner Meinung nach absolut uninteressant zum Sparen. Das war früher, wie wir Zinsen gehabt haben, bei acht, neun Prozent. Da hat man dann einen Bausparkredit bekommen bei einer Verzinsung von sechs Prozent. Da hat man eine Anwartschaft. Das war damals interessant, das ist heute überhaupt kein Thema mehr. Und nur für Sparen ist es absolut sinnlos. Und am sinnlosesten ist es, wenn man es für Kinder macht. Das erleben wir immer wieder. Der Opa, Oma geben für das Enkel, zahlen einen Bausparer ein. Was mache ich denn? Ein Kind kommt auf die Welt, nach sechs Jahren läuft der Bausparer ab. Was mache ich dann? Ich mache wieder einen Bausparer und wieder einen Bausparer. Dann habe ich drei Bausparer und die Nettoverzinsung ist bei 1% und darunter. Absoluter Geldverlust. Das heißt, wenn ich fünf Jahre Zeit habe, sollte man unbedingt in Sachwerte investieren und nicht in Geldwerte und schon gar nicht in Bausparer.
ServusTV: Sehr guter Tipp, weil das machen eh viele, auch eben, wie Sie sagen, Großeltern und so.
Wolfgang (fynup): Ja, ja, genau, das ist so das Typische.
ServusTV: Genau, Sie haben in Ihrem Vergleichen Praquaticus zum Beispiel auch Staatsanleihen erwähnt. Grundsätzlich vielleicht für den Laien erklärt, was sind denn überhaupt Staatsanleihen?
Wolfgang (fynup): Der Staat braucht immer wieder Geld, der Staat macht immer wieder neue Schulden. Österreich verschuldet sich 2024 um 20 Milliarden mehr, also die neue Verschuldung 20 Milliarden in einem Jahr. Das ist viel Geld. Woher bekommt man das Geld? Natürlich von Bürgerinnen und Bürgern und ein Teil davon sind eben diese Anleihen. Das heißt, wenn wir Lebensversicherungen kaufen zum Beispiel, dann investiert die Lebensversicherung überwiegend in Staatsanleihen. Das heißt, ich verleihe als... Kunde, als Konsument, mein Geld dem Staat Österreich oder Deutschland oder Frankreich. Das sind Staatsanleihen.
ServusTV: Wo kann ich das sonst noch kaufen? Kauf ich die direkt bei meiner Hausbank?
Wolfgang (fynup): Sehr häufig werden Staatsanleihen indirekt gekauft über Produkte. In der Mitarbeitervorsorgekasse, Abfertigung neu, werden überwiegend Staatsanleihen gekauft. Das wissen viele Leute gar nicht. Jeder hat Staatsanleihen, zwangsweise über die Mitarbeitervorsorgekasse. Dann habe ich natürlich, wenn ich eine Lebensversicherung kaufe, eine... Sobald ich ein Garantieprodukt kaufe, habe ich in der Regel überwiegend Staatsanleihen. Und ich kann natürlich Staatsanleihen direkt kaufen. Und in Österreich haben wir auch die Besonderheit, dass ich mit Bundesschatz.at auch direkt dem Staat Geld leihen kann, wo ich quasi den Bankenweg oder den Versicherungsweg oder den Produkteweg umgehe oder abkürze.
ServusTV: Und was wären jetzt für Sie die Vorteile so einer Staatsanleihe zum Beispiel?
Wolfgang (fynup): Ich bekomme garantierte fixe Zinsen für eine bestimmte Laufzeit. Am besten sieht man es vielleicht, wenn man auf Bundesschatz.at geht. Da habe ich verschiedene Möglichkeiten. Ich kann das Geld für ein Jahr verleihen, für drei Jahre oder für fünf Jahre, soweit ich weiß. Und bekomme je nach Laufzeit unterschiedliche Verzinsungen. Das heißt, ich habe eine stabile Verzinsung und eine konkrete Laufzeit. Das sind grundsätzliche Vorteile, wenn es um Stabilität geht, solange unser System alles funktioniert und wenn ich die Inflation nicht unbedingt mit berücksichtige.
ServusTV: Eben, was ist denn nämlich der Nachteil von so Staatsanleihen?
Wolfgang (fynup): Der Nachteil von Staatsanleihen sind einfach geringe Renditen. Ich habe auch bei Staatsanleihen meistens so ein, zwei Prozent Rendite. Und dann darf ich ja nicht vergessen, ich bezahle auch noch eine Steuer dafür. Der Staat leiht mir Geld. Ich kaufe das, er zahlt mir Zinsen, aber er nimmt mir wieder ein Viertel davon weg über die Kapitalertragssteuer, die es wieder an den Staat geht, ist natürlich auch zu berücksichtigen, weil letzten Endes zählt ja nur, welche Rendite kommt bei mir netto an. Also es gibt immer eine Bruttorendite, die Marktrendite, und dann nach Abzug der Kosten und Steuern, dann habe ich die Rendite, die mir wirklich bleibt. Und die Nettorendite sind bei Staatsanleihen meistens ein, zwei Prozent.
ServusTV: Eben, da bleibt man ja eigentlich auch. Wie ist es im Vergleich mit der Inflation?
Wolfgang (fynup): Im Vergleich zur Inflation sind Staatsanleihen leider in den letzten 10 bis 15 Jahren negativ. Das heißt, mit Staatsanleihen habe ich in den letzten 10 bis 15 Jahren den Inflation nach Abzug aller Kosten und Steuern nicht mehr ausgleichen können. Das war anders 1980 bis 2000, da habe ich wirklich bei Staatsanleihen 7-8% bekommen vor Kosten. Nach Abzug der Kosten ist mir immer noch so viel geblieben, dass der Inflation abgedeckt werden konnte. Und das ist derzeit nicht mehr der Fall. Im Prinzip schon seit 2000 war hier der Kipppunkt.
ServusTV: Wie sicher sind denn so Staatsanleihen?
Wolfgang (fynup): Staatsanleihen sind so sicher, wie die Staatsfinanzen sind. Und vielleicht hat man schon gehört, die Staaten verschulden sich immer mehr. Amerika momentan, unglaubliche... Zunahme der Staatsverschuldung schon bei 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, so wird das gemessen. Ein Vergleich Österreich zum Beispiel, wir haben 1970 15 Milliarden Staatsverschuldung gehabt und ich glaube, wir liegen momentan bei über 400 Milliarden. Das heißt, die Staatsverschuldung hat sich von 1970 bis jetzt ungefähr um 5 Prozent pro Jahr erhöht.
ServusTV: Das ist ja schon immens. Und wenn man da auch zum Beispiel denkt an Griechenland, sage ich jetzt mal, ist gar nicht so lange her. Das heißt, so ein Staatskollaps ist auch immer möglich da? Oder das heißt, so richtig sicher ist das dann nicht? Oder sagt man dann, wir haben den Staat Österreich, wenn der nicht mehr ist, dann ist eh nichts mehr?
Wolfgang (fynup): Ja genau, das ist genau die Problematik ein bisschen in der Finanzberatung. Österreicherinnen und Österreicher möchten ja immer Sicherheit. Wenn sie auf die Straße gehen und sie fragen zehn Leute, möchtest du dein Geld sicher veranlagen oder möchtest du es risikoreich veranlagen, dann wird wahrscheinlich rauskommen, dass neun von zehn sagen, ich möchte Sicherheit. Aber was ist Sicherheit? Man geht davon aus, dass wenn man einem Staat das Geld leiht, dass das absolut sicher ist. Wenn man ein bisschen länger in die Geschichte schaut, dann sieht man sehr viele Währungsreformen und Kollapse, die passiert sind. Aber seit der Nachkriegszeit haben wir das nicht erlebt und diese Zeit betrachten wir. Und deswegen gehen sehr viele Leute davon aus, dass es sicher ist.
ServusTV: Das heißt, bei Österreich haben wir relativ, sage ich jetzt einmal, einigermaßen Stabilität. Wie schaut es so aus mit anderen Ländern, ausländischen Staatsanländern?
Wolfgang (fynup): Also wir sind derzeit so verwoben, dass mit Amerika und Europa, mit dem Euro sowieso, dass wenn wirklich bei einem nennenswerten Staat etwas passiert, momentan wird sehr viel über Frankreich gesprochen, früher war Griechenland mehr in den Medien, heute geht es schon um größere Länder wie Frankreich oder Italien. Und wenn auf der Ecke etwas passiert, dann sind wir davon auch betroffen und es würde dann in eine Art Währungsreform führen. Die natürlich den Geldwert wieder entwerten wird. Und deswegen sind Sachwerte diesbezüglich immer langfristig sicherer.
ServusTV: Für den Leiter, damit er sich das praktisch vorstellen kann, was wäre denn zum Beispiel, so wie es damals bei Griechenland war, ich habe griechische Staatsanleihen und dann passiert sowas wie in Griechenland, dass der Staat bankrott geht. Was passiert denn da grundsätzlich?
Wolfgang (fynup): Dann bekomme ich weniger dafür. Das kann ein Totalausfall sein. Es hat einige Papiere gegeben, die sind ausgefallen. Totalverlust kann es geben. Oder sie werden einfach der Höhe nach abgewertet oder die Zeit wird hinausgeschoben. Da gibt es verschiedene Mechanismen, wie man mit dem System umgeht. Da wird immer versucht, wie es am besten verkaufbar ist.
ServusTV: Machen überhaupt Staatsanleihen für irgendjemanden Sinn?
Wolfgang (fynup): Ja, da gibt es eine große Diskussion in der Finanzwelt. Für mich persönlich oder unseren Kunden empfehlen wir, wenn, dann nur ganz kurz laufende Staatsanleihen, dass man sehr flexibel ist. Und Staatsanleihen haben ja auch noch den Mechanismus, wenn die Zinsen stark steigen sollten, dann verlieren Staatsanleihen einen Wert. Das haben wir gesehen 1921, wie die Zinsen gestiegen sind, dann ist es nach unten gegangen. KonsumentInnen sehen das bei Pensionskassen oder bei Mitarbeitervorsorgekassen, da ist dann einmal der Wert nach unten gegangen. Das heißt, ich habe bei längerfristigen Laufzeiten bei Staatsanleihen auch ein sogenanntes Zinsänderungsrisiko. Das möchten wir nicht. Das heißt, kurzfristige Anleihen, wo ich sehr flexibel bin, kann man dazu mischen, aber nur für den kurzfristigen Bereich. Sobald es fünf Jahre und länger geht mit der Veranlagung, sind Sachwerte grundsätzlich empfehlenswerter.
ServusTV: Absolut. Dann genau, Sachwert, das heißt mit Sachwert meinen Sie immer auch so etwas wie Aktien oder auch Gold?
Wolfgang (fynup): Genau, es gibt im Prinzip nur drei, das sind Immobilien, Edelmetalle und Unternehmen. Unternehmen kauft man in Form von Aktien. Okay, super.
ServusTV: Genau, dann schauen wir uns gerne Aktien an, das ist ja so ein bisschen für manche ein rotes Tuch, das ist ja die Hilfe, so unsicher, sage ich jetzt einmal. Was ist denn Ihrer Meinung nach ein Vorteil von den Aktien?
Wolfgang (fynup): Aktien muss man ganz anders sehen. Die meisten Leute sehen Aktien mit der Börse, setzen das mit der Börse gleich. Da ist es hektisch, geht es rauf und runter, Medien berichten, wenn es Verluste gibt. Was bedeutet Aktien? Aktien bedeutet, ich investiere in Unternehmen. Unternehmen sind in unserer Gesellschaft wie das Herz unseres Herz-Kreislauf-Systems. Wir alle arbeiten bei Unternehmen, wir beziehen Löhne bei Unternehmen, wir kaufen bei Unternehmen. Der Wirtschaftskreislauf funktioniert nur mit Unternehmen und auch der Geldkreislauf funktioniert nur mit Unternehmen. Das heißt, ich kaufe ein, gebe Geld, bekomme Lohn. Dazwischen zahle ich Steuern. Mit diesen Steuereinnahmen werden Bildung, Straßen, Gesundheit, alles finanziert. Das heißt, ohne diesen Wirtschaftskreislauf und den Geldkreislauf, der alles mit Unternehmen zusammenhängt, würde unser System gar nicht funktionieren in unserer arbeitsteiligen Welt. Dadurch ist einmal eine große Sicherheit da, wenn ich in viele Unternehmen, verschiedenen Branchen, verschiedenen Ländern investiere. Weil es Unternehmen, bin ich davon überzeugt, wird es immer geben und haben auch hundertjährige Krisen überstanden, auch Weltkriege. So, das ist mal der erste Punkt. Das heißt, was ist ein Unternehmen oder was sind Aktien? Aktien sind ein Investment in Unternehmen. Der zweite Punkt ist, wovor sich Kunden so fürchten, ist eben diese Volatilität, diese Wertsteigerung und wenn es nach unten geht vor allem. Was haben wir gehabt? Seit 1960 haben wir 85 Prozent aller Jahre waren Gewinnerjahre. Nur 15 Prozent der Jahre waren Verlustjahre. Das heißt, ich habe eine überwiegende Chance zu gewinnen. Wenn ich den denkbar schlechtesten Zeitpunkt erwischt habe zum Einstieg, Und ich habe 15 Jahre Zeit gehabt zu warten, habe ich noch nie einen Fluss gemacht, wenn ich global gut gestreut habe, das heißt in allen Regionen, Amerika, Japan, Asien, Europa und in verschiedenen Branchen, Technologie, Gesundheit, Nahrungsmittel. Das heißt, das Risiko, in Unternehmen zu investieren, ist langfristig nicht da. Oder sehr minimal. Niemand kann in die Zukunft schauen. Wir reden von Vergangenheitswerte. Aber wir haben auch in der Vergangenheit sehr große Krisen gehabt. Das vergisst man leider sehr gern. Ich verweise immer auf 9-11. Da haben wir damals geglaubt, die Welt geht unter. Und heute sieht keiner mehr ein Problem damit.
ServusTV: Langfristig gesehen hat der Schnitt dann doch eigentlich in die Höhe deutlich gezeigt.
Wolfgang (fynup): Absolut. Mit Investitionen in Unternehmen habe ich in den letzten 50 Jahren vor Abzug aller Kosten und Steuern 10% Rendite erwirtschaftet. Nach Abzug aller Kosten, das ist ein Sonderthema, kommt es darauf an, wie man es veranlagt hat. Aber ich habe immer den Inflation ausgeglichen.
ServusTV: Grundsätzlich ist das eine gute Möglichkeit, um das auszugleichen. Für einen Laien vielleicht, wie entstehen denn grundsätzlich auch diese Schwankungen oder diese Werte?
Wolfgang (fynup): Warum geht das immer rauf und runter? Zum einen gibt es Wirtschaftszyklen. Es gibt aufsteigende Zyklen, Höhepunkt, Wiederabschwung und so weiter. Und dann gibt es natürlich, Sie müssen sich vorstellen, Aktien werden ja täglich bewertet, sekündlich bewertet. Und da gibt es natürlich immer Übertreibungen und immer Untertreibungen. Langfristig geht aber immer der Börsenkurs mit dem tatsächlichen Wirtschaftswachstum eines Unternehmens einher. Das ist immer ein Gleichlauf. Nur dazwischen gibt es die Übertreibungen und die Untertreibungen an den Börsen. Und das macht es dann vielleicht für viele ein bisschen gefährlicher.
ServusTV: Aber das heißt eigentlich, kann man dann sagen, es ist eigentlich kein fiktiver Wert, sondern schon irgendwie es hängt mit dem Wert des Unternehmens zusammen?
Wolfgang (fynup): Absolut, absolut. Das vergessen ja sehr viele. Schauen Sie, jetzt vergleichen wir einfach wieder. Die deutsche Allianz-Versicherung macht 2024 10 Milliarden Gewinn. Der deutsche, österreichische Staat 20 Milliarden Verlust. Der Staat macht immer Verluste. Jedes Jahr Verlust. Ja, seit 1970 jedes Jahr Verlust. Unternehmen müssen Gewinne machen, sonst wird es es nicht mehr geben. Apple macht 100 Milliarden Gewinn. Sogar Mercedes und VW machen 10 Milliarden Gewinn, denen es ja offensichtlich nicht so gut geht. Aber die machen Gewinn. Das sind gewinnträchtige Unternehmen. Jetzt muss ich mir überlegen, wem gebe ich mein Geld? Unternehmen, die Gewinne machen? Oder Staaten, die immer Verluste machen? Was ist sicherer?
ServusTV: Eben bei Unternehmen kann man sozusagen mit dem Wert des Unternehmens schon auch, also senkt schon mit dem zusammen. Gibt es vielleicht auch Sachen, wo Sie sagen, Da, das ist so ein bisschen fiktiv oder so weiter, wie viel das wert ist, keine Ahnung, wenn ich jetzt denke, es gab ja auch einmal irgendwie eine Schoko-Blase oder so, gibt es da Sachen, wo man aufpassen muss vielleicht?
Wolfgang (fynup): Auf alle Fälle, es gibt immer wieder Blasen. Derzeit wird sehr stark diskutiert, gibt es eine KI-Blase? Wie im Jahr 2000 haben wir die Dotcom-Blase gehabt, wie die ganzen Internetfirmen gekommen sind. Heute sind an führendster Stelle oder bekannt NVIDIA. Ist dieses Unternehmen vielleicht zu hoch bewertet? Wird hier vielleicht zu viel Optimismus hineingelegt? Das kann durchaus sein. Also das würde ich hier doch durchaus für möglich halten, dass hier der Kurs wieder einmal deutlich nach unten geht. Wenn etwas sehr stark gestiegen ist, kann es auch wieder sehr stark fallen. Wir haben aber Unternehmen wie Apple, Microsoft oder Google, die Google-Mutter Alphabet, die machen alle... zig Milliarden Gewinn jedes Jahr, und das sind etablierte Unternehmen, die machen wirklich Gewinn. Also bei diesen Unternehmen gehen wir davon aus, dass die Börsenbewertung korrekt ist. Bei Unternehmen wie NVIDIA, Broadcom, und da gibt es einige neue Unternehmen, die vielleicht noch nicht so ein gutes Geschäftsmodell haben, da kann es durchaus sein, dass zu viel Optimismus drinnen liegt und dass es wieder fällt. Wir haben das zum Beispiel auch gehabt 2021 bei Wasserstoffaktien. Da ist Wasserstoff extrem interessant gewesen, ist durch die Medien gegangen. Viele Leute haben geglaubt, okay, da muss ich dabei sein, das wird das neue Gold. Haben Wasserstoffaktien gekauft, auch viele Umweltfonds sogar. Und dann sind die Charts nach oben gegangen und das ist halt wieder alles, das war heiße Luft, ist wieder alles rausgegangen, weil es wichtig ist, der Börsenkurs ist nur dann in Ordnung, wenn auch wirklich die Unternehmensgewinne diesem Kurs entsprechen. Die Unternehmensgewinne und der Kurs, die müssen gleich laufen.
ServusTV: Das heißt, runtergegangen ist dann, weil die Unternehmensbewertung dann sozusagen nicht in dem steilen Maß draufgegangen ist.
Wolfgang (fynup): Die haben keine Gewinne gemacht, gar keine Gewinne. Es gibt ja viele Unternehmen, die machen überhaupt keine Gewinne, werden aber trotzdem sehr hoch bewertet, weil sehr viel Zukunftsvision drinnen steckt. Und hier im Wasserstoffbereich hat sich das eben nicht bewahrheitet. Diese Unternehmen haben tatsächlich keine Gewinne gemacht oder sehr geringe Gewinne und die Börsenkurse waren zu hoch. Entscheidend ist bei Unternehmen ja immer eines, dass... der Wert eines Unternehmens nicht irgendwie aus der Luft entsteht, sondern durch die Energie von uns Menschen und durch Innovation. Das heißt, wenn Apple 100 Milliarden Euro Gewinn macht, dann ist das deswegen, weil wir Konsumenten die Dienstleistungen und die Güter von Apple kaufen, weil sie gut sind. Warum sind sie gut? Weil es Leute gegeben hat, die das entwickelt haben. Da waren Innovationen drinnen. Das hat man vor 20 Jahren nicht gehabt, was wir heute haben. Und das hat einen Wert. Solange ein Unternehmen Werte produziert, die wir als Konsumenten nachfragen, damit Gewinne gemacht werden, ist es ein sehr stabiles und das beste Geschäftsmodell.
ServusTV: Es gibt ja risikoreichere und risikoärmere Aktien. Wie ist das überhaupt? Würden Sie eher empfehlen, zum Beispiel für einen Laien, der sagt, ich möchte mich jetzt nicht täglich mit Aktien beschäftigen, in einzelne Aktien oder lieber in ETFs, Fonds? Was wäre da sinnvoller?
Wolfgang (fynup): Keep it simple. Das ist so im Prinzip der Leitspruch und auch von Warren Buffett, den ich sehr schätze, also jetzt 85 Jahre geworden, für mich der beste Investor aller Zeiten. Und das Entscheidende ist, man braucht nicht täglich Zeitung lesen, man braucht sich nicht mit der Wirtschaft beschäftigen, es ist nicht kompliziert. Investing is simple but not easy, hat der Warren Buffett gesagt. Und es ist wirklich so, wenn ich einmal den Mechanismus verstanden habe, Wohin ich investiere, worin ich investiere, in Unternehmen, Produktivkapital, Sachwert, vom Geld unabhängig und ich die Zeit mitbringe, dass ich die Schwankungen an der Börse ausgleiche, dass ich nicht nervös werde, dass ich durchhalte, zuversichtlich bin, ist es ganz einfach. Ich kaufe mir im Prinzip alle Unternehmen der Welt oder ich kaufe mir breit aufgestellte Fonds, die es in der Vergangenheit gut gemacht haben und dann kaufe ich mir das. Ich brauche eine Strategie, klappt mein Buch wieder zu. und warte, bis das Vermögen mehr wird.
ServusTV: Das heißt, breit aufgestellte ETF-Fonds wären die Devise sozusagen?
Wolfgang (fynup): Genau, für einen Laien ist es auf alle Fälle nicht empfehlenswert, in Einzelaktien zu gehen, weil Unternehmen gehen auch in Konkurs. Also einzelne Unternehmen haben ein Totalverlustrisiko. Wenn ich aber breit aufgestellt bin, ich kaufe mir Unternehmen in Amerika, im IT-Sektor, ich kaufe mir europäische Unternehmen, japanische, asiatische, alles zusammen in verschiedenen Branchen, in Konkurs gehen, damit ich ein Totalverlustrisiko habe, und das habe ich nicht. Das heißt, breit aufgestellt in Aktienfonds oder Aktien-ETFs, und das wäre die Empfehlung.
ServusTV: Was ist denn eigentlich ein Fonds, was ist ein ETF für Leihnetze?
Wolfgang (fynup): Früher hat es im Prinzip nur Fonds gegeben. Ein Fonds ist nichts anderes als ein Sammelbecken. Investoren geben Geld in das Sammelbecken, und ein Fondsmanager kauft dafür verschiedene Unternehmen rein. 100, 200. Tausend verschiedene Unternehmen. Ich brauche mich um die einzelne Auswahl nicht kümmern. Und der ETF ist ein Exchange Traded Fund, der wird an der Börse gehandelt. Und hauptsächlich ist er deswegen so beliebt in den letzten Jahren geworden, weil er sehr transparent ist und sehr geringe Gebühren hat.
ServusTV: Genau, Stichwort Gebühren. Worauf muss ich denn da vielleicht auch achten, wenn ich da als Leiter mich eben Fonds, ETFs und so weiter, mir sowas kaufe?
Wolfgang (fynup): Ganz ein wichtiger Punkt. Wir haben in Österreich leider Gottes die Situation, dass von der am Markt erwirtschafteten Bruttorendite oft nur die Hälfte bei Konsumenten ankommt. Die Hälfte. Sie müssen sich nur vorstellen, 7% werden am Markt in Rendite erwirtschaftet, zum Beispiel, und nur 3,5% kommen bei den Konsumenten an. Das heißt, ich habe mit einer Investition von Aktien mit 7% Marktrendite gerade einmal vielleicht den Inflation ausgeglichen. Und das ist eine Situation, die ist in Österreich, Deutschland im internationalen Vergleich besonders schlecht. Wir sind besonders teuer. Und da gibt es Länder wie Großbritannien, Holland, Finnland oder Australien, die haben ein Provisionsverbot. Dadurch werden die Produkte kosteneffizienter, transparenter. Am Kunden bleiben im Durchschnitt um 2% Rendite mehr. Das heißt, am Kunden bleibt bei effizienten Produkten von 7% Marktrendite 6% netto. Und das ist langfristig gesehen der doppelte oder der halbe Gewinn. Also da geht es. bei dem Beispiel, das wir im Pragmaticus gerechnet haben, 100 Euro monatlich, 10.000 Euro einmalig, geht es darum, ob ich 100.000 Euro... 100.000 Euro mehr oder weniger bekomme, nur durch die Effizienzsteigerung von Kosten und Steuern. Das ist irre, weil in der Welt, wo wir nicht wissen, wohin geht die Marktrendite, die Bruttorendite, die weiß niemand. Aber ich kann genau messen, wenn ich es kostensteuereffizient mache, bleibt man 2% mehr. Das bedeutet bei unserem Beispiel fast 100.000 Euro mehr. Und das sollte man unbedingt nutzen.
ServusTV: Kurz gefasst vielleicht, warum muss ich denn in Österreich so viele Gebühren und so weiter zahlen? Was ist das?
Wolfgang (fynup): Die Leute wissen nicht, dass es so teuer ist, weil die Provisionen für den Vertrieb in den Produkten versteckt sind. Wenn ich zur Bank gehe oder zu einem Versicherungsberater oder zu einem freien Vermögensberater, bezahle ich den in der Regel nicht direkt. Es scheint gratis zu sein. Ich bekomme einen Kaffee und alles ist gemütlich, aber ich habe nie etwas bezahlt. Wenn ich einen Installateur hole oder mein Auto zur Reparatur bringe, weiß ich, dass ich in der Stunde 200 Euro zahle. Warum ist das gratis? Es ist nicht gratis. Wenn etwas gratis erscheint, ist es besonders teuer. Die Provisionen von Banken, Versicherungen und Beratern sind in den Produkten enthalten und werden über diesen Weg bezahlt. Der Konsument kann nicht erkennen, wie viel diese Beratung oder Dienstleistung kostet.
Stellen Sie sich vor, Sie schließen einen Monatssparplan über 200 Euro ab und das über eine fondsgebundene Lebensversicherung mit Provisionen. Dann zahlen Sie dem Berater sofort 5.000 bis 6.000 Euro. Das bezahlen Sie über Ihre Zahlungen an das Produkt in den ersten fünf Jahren. Dieses System ist für mich veraltet und sollte abgeschafft werden. Länder wie Großbritannien, Holland, Finnland und Australien haben das abgeschafft, weil es intransparent und für den Konsumenten nicht nachvollziehbar ist. Wir müssen dafür sorgen, dass dem einzelnen Kunden möglichst viel Netto bleibt. Das ist auch wichtig für die Gesellschaft. Wenn wir solche teuren Produkte haben, können sich die sparenden Kunden weniger Netto ersparen und das führt zum Problem der Altersarmut. Es ist wichtig, dass wir dieses Problem angehen. Die Europäische Union hat schon seit Jahren versucht, Provisionen zu verbieten, aber die Banken- und Versicherungslobby war stärker.
ServusTV: Das kann man sich vorstellen, weil die davon leben, aber es ist spannend auf jeden Fall. Wie ist es dann zum Beispiel in Großbritannien, Holland usw., wo es ein Provisionsverbot gibt? Wie verdienen die dann ihr Einkommen?
Wolfgang (fynup): Ihr Einkommen? Das ist genauso wie bei uns. Wir sind Honorarberater. Bei uns zahlt man wie beim Installateur, Elektriker oder Automechaniker in der Stunde 200 Euro. Dann weiß man, was man bezahlt und was man dafür bekommt. Man ist sensibler mit der Zeit und bereit, sich selbst ein bisschen mit dem Thema zu beschäftigen. Wir machen digitale Finanzberatung. Das heißt, wir stellen Artikel und Rechner zur Verfügung. Das kann der Konsument selbst nutzen. Auch in Großbritannien gibt es mehrere Vergleichsplattformen. Wenn ich weiß, dass ich mit dem Berater drei Stunden rede, dann zahle ich 600 Euro. Dann überlege ich mir das und sage, vielleicht gebe ich mal bei Google ein paar Fragen ein oder nutze die KI. Es ist nicht so schwer, wenn man ein bisschen geführt wird. Für die letzten abschließenden Fragen zur Sicherheit gönne ich mir dann vielleicht ein, zwei Stunden. Und dann habe ich vielleicht 400 bis 600 Euro bezahlt. Im Vergleich zu 5.000 Euro ist das für einen Konsumenten gut. Für Honorarberater ist das absolut in Ordnung. Ich bin davon überzeugt, dass das die Zukunft ist. Es geht nur darum, ob die Leute es wissen oder nicht. Sobald sie es wissen, kauft keiner mehr Provisionsprodukte. In Österreich werden zu 99% Provisionsprodukte gekauft.
ServusTV: Das ist sehr spannend. Das heißt, man geht zu Banken und Finanzberatern, die das dann für einen machen. Jetzt ist es auch so, dass bei den Jungen zum Beispiel, es ganz modern ist, Online-Banken wie Trade Republic zu nutzen und dort ETFs zu kaufen. Ist das dann mit weniger Gebühren verbunden oder was ist da der Vorteil?
Wolfgang (fynup): Absolut. Das ist absolut begrüßenswert. Es gibt viele Beispiele in Deutschland von Finfluencern, die sehr guten Content produzieren und sehr gute Informationen liefern. Wenn der Konsument direkt bei einer Online-Bank kauft, hat er von den Kosten her alles richtig gemacht. Was diese Leute oft nicht berücksichtigen, ist, dass es immer Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Die Information kommt ja auch überwiegend aus Deutschland. Deutschland hat ein anderes Steuersystem als Österreich. Und die vergessen oft, den Steuervorteil in Österreich zu nutzen. Was ist der Unterschied? Wenn ich heute einen ETF in einer Online-Bank kaufe, bezahle ich für die Gewinne Kapitalertragssteuer, das sind 27,5% vom Gewinn. Wenn ich denselben ETF in einer Netto-Polizze, einer Doppel-Netto-Polizze, kaufe, einem provisionsfreien Versicherungsprodukt, zahle ich nur 4% Eingangsteuer und keine Kapitalertragssteuer. Das ist für den langfristigen Vermögensaufbau unglaublich wertvoll und diese Möglichkeit sollte man nutzen.
Ein kurzer Vergleich: Wenn ich 100.000 Euro in einen ETF in einer Online-Bank investiere und eine Rendite von 7% unterstelle, habe ich nach 10 Jahren eine Verdoppelung. Dann habe ich 27.500 Euro Steuer. Bei der Versicherungslösung nur 4.000 Euro Steuer. Läuft das dann noch länger, 20 Jahre, habe ich eine Vervierfachung. Das heißt, ich habe plötzlich 75.000 Euro Steuer zu zahlen. Bei der Versicherungslösung bleibe ich bei 4.000 Euro. Das heißt, ich habe hier ein Steuerinstrument an der Hand, das es in Österreich gibt, in Deutschland nicht, das viele von diesen jungen Leuten, die sich im Internet informieren, leider nicht sehen, weil die Information nicht da ist.
ServusTV: Das ist sehr spannend. Und wie komme ich zu dieser Doppel-Netto-Polizze?
Wolfgang (fynup): In Österreich ist es leider so, dass man das noch nicht direkt kaufen kann, auch nicht in Deutschland, sondern man braucht immer einen Berater, der diese Doppel-Netto-Polizze verkauft. Ich bin davon überzeugt, dass wir in einigen Jahren auch den Direktkauf möglich machen, so wie es bei Online-Banken jetzt auch möglich ist. Derzeit ist es aber leider so, man braucht einen Berater, einen Vermögensberater, wo man das kaufen muss. Und leider Gottes, 99% der Berater verkaufen das nicht über Honorar, sondern die verkaufen das wieder mit Provision. Dann ist der gesamte Steuervorteil futsch. Das ist ein Punkt, den wir ermöglichen. Auf unserer Webseite kann man Doppel-Netto-Polizzen online kaufen. Wir wickeln das ab und dafür gibt es dann ein Vermittlungshonorar. Aber es ist sehr transparent und auch das Vermittlungshonorar bezahlt man einmalig und nicht laufend. Und damit habe ich wirklich einen riesengroßen Vorteil. Es ist eine Marktlücke, die wir da erkannt haben und die wir anbieten.
ServusTV: Also der holländisch-finnische Weg sozusagen.
Wolfgang (fynup): Absolut, genau.
ServusTV: Und das wäre dann empfehlenswert, dass man sagt, entweder ich suche meinen Vermögensberater, der das offenlegt, oder ich gehe den Kompromiss ein, okay, Internetbank, aber ja nicht irgendwie über Banken, dann mit Tausenden von Gebühren wäre das am schlechtesten wahrscheinlich.
Wolfgang (fynup): Genau. Wir haben aber einen Markt in Österreich, wir haben 37.500 Berater. Und von den 37.500 Beratern sind fast alle Provisionsberater. Also da muss man sehr aufpassen, wenn man zu einem Berater geht. Wir sind auch Finanzberater, dann bitte explizit fragen, Honorar. Ich möchte nicht, dass du Provisionen bekommst, sondern ich bezahle dich direkt, weil dann weiß ich Leistungspaket und Kosten. Wie überall. Ich kaufe mir ein Fahrrad und ich weiß, das kostet und das bekomme ich an Leistung. Und das ist bei der Finanzberatung ganz wichtig, diese Transparenz. Wenn es um die Internetinformation geht, dann glaube ich schon, dass hier zukünftig mehr Beratungsbedarf sein wird, wie wir heute sehen. Warum? Die allgemeinen Informationen von Finfluencern können nur allgemein sein. Und bisher war es sehr einfach, kauft einen Welt-ETF, MSCI World oder MSCI All Country World Index aus der ganzen Welt, geht zu einer Online-Bank und passt. Das Problem dabei ist, dass es ein bisschen selektiver wird jetzt. Wir sehen jetzt eben gerade in Amerika, es gibt diese KI-Blase, die vielleicht platzt, wo Unternehmen wie Nvidia, Broadcom oder auch Tesla sehr hoch bewertet sind und noch nicht so die Gewinne haben. Es gibt aber Microsoft, Alphabet, Apple mit einem ganz stabilen Geschäftsmodell. Und diese Trennung kann ein ETF nicht. Das heißt, ein ETF kauft immer alles. Der kann nicht Einzeltitel. Und ein guter individueller Aktienfondsmanager, wir haben da verschiedene Fonds, die kaufen nur 30 Titel in Amerika. Und der kauft halt derzeit nicht Tesla, auch nicht Broadcom oder Nvidia. Also der konzentriert sich auf Microsoft, Apple, Amazon. Und wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren hier eine selektivere Trennung sehen werden. Und das werden dann vielleicht auch die Anlegerinnen sehen, die heute in ETFs investieren. Wenn die Kurse mal nach unten gehen, dann habe ich vielleicht doch einen erhöhten individuellen Beratungsbedarf. Und deswegen ist für uns die goldene Mitte aus Provisionsberatern und Information im Internet die Honorarberatung. Weil da weiß ich, was ich zahle, aber ich habe immer die Unterstützung, die ich brauche. Nicht zu viel, sondern genau, passgenau das, was ich brauche.
ServusTV: Und wenn ich jetzt so Fonds hernehme, das heißt ein Fonds, wenn ich es richtig verstehe, das ist etwas, was dann sozusagen ein Finanzberater macht? Also das entscheidet der individuell, was da reinkommt?
Wolfgang (fynup): Genau, also es gibt konkrete Vorschläge vom Berater, der sagt, wir mischen zum Beispiel auch passive ETFs, Vanguard, Fuzi Allworld zum Beispiel, wird ins Portfolio genommen, aber auch aktive Fonds. Die nennt man Clean Shares. Normalerweise haben nur Großinvestoren Zugang zu diesen provisionsfreien Fonds. Da brauche ich oft 5 Millionen Euro und mehr. Es gibt aber die Möglichkeit, dass auch ein kleiner Sparer mit 100 Euro Clean Shares kauft. Auch wieder in der Doppel-Netto-Polizze möglich. Das heißt, es ist wichtig, immer auf die Provisionen zu schauen, auf die Kosten zu schauen. Und wir machen konkrete Vorschläge, wie das FondsPortfolio ausschaut. Und der Kunde kann aber mitbestimmen. Wenn er sagt, ich hätte da gerne ein bisschen was geändert, dann passt man das individuell an.
ServusTV: Das heißt aber sozusagen, wenn ich jetzt als Kunde Geld zu investieren habe, komme ich zu Ihnen und sage, und dann schlagen Sie mir vor, okay, machen wir zum Beispiel etwas in, sage ich jetzt mal eben, also Apple, Amazon und so weiter, Microsoft, dann holen Sie sozusagen von diesen Firmen Anteile in einen Fonds. Und dann vielleicht noch irgendwas, sage ich jetzt mal, von einer anderen Technologie oder so, das mal ein bisschen breit gestreut ist. Und das ist dann mein Fonds oder wie?
Wolfgang (fynup): Oder nur, dass ich das besser verstehe sozusagen? Es ist so, ein Kunde kommt zu uns und sagt, ich möchte langfristig eine Altersvorsorge machen und man beschließt zum Beispiel mal, ich möchte 100% in Unternehmen investieren, sprich in Aktien. Dann suchen wir nicht Einzelaktien raus, sondern wir suchen die besten Manager und die beste Zusammenstellung aus. Das kann man sich so vorstellen wie eine Fußballmannschaft. Wir suchen uns die besten einzelnen Spieler, aber auch in Österreich wäre keine gute Fußballmannschaft eine Mannschaft mit 11 mal David Alaba, sondern wir brauchen einen Torhüter, wir brauchen einen Stürmer. Das heißt, wir suchen uns eine Fondszusammenstellung wie eine Mannschaft, die optimal zusammenspielt, aber jeder Einzelspieler bestmöglich ist. Und die sind dann in den wesentlichen fünf, sechs Fonds, nicht mehr, passive ETFs, aber auch aktive Clean Shares, die wir optimal zusammenstellen, wo ich dann die beste Mannschaft habe mit den besten Einzelspielern. Und die wiederum kaufen dann in die Unternehmen wie Apple, Amazon, VW oder Nestle.
ServusTV: Jetzt sag ich es mal, ist ja oft ein Problem, Sie wissen es wahrscheinlich eher. dass die Menschen eben oft sagen, ich habe keine Zeit, überhaupt Frauententin hier dazu zu sagen, das macht mein Mann oder so weiter.
Wolfgang (fynup): Die sind oft von Altersarmut gefährdet.
ServusTV: Wie kann man denn jetzt zum Beispiel einer alleinerziehenden, berufstätigen Mutter irgendwie, wie sollte die dann ihr Geld, hart verdient ist eben nicht so viel, aber dann investieren?
Wolfgang (fynup): Der einfache Weg ist ETF, Online-Depot erledigt. Aber es ist nicht der beste Weg. Es ist aus steuerlichen Gründen nicht der beste Weg. Der beste Weg ist eine provisionsfreie Netto-Polizze, wo ich nicht nur passive ETFs kaufe, sondern auch aktive gemanagte provisionsfreie Fonds, sogenannte Clean Shares. Und dazu brauche ich einen Honorarberater. Aber den brauche ich nur einmalig. Da braucht man nicht jedes Jahr zwei Prozent von meiner Rendite wegnehmen, sondern den bezahle ich einmalig. Und egal wer es ist, Mann, Frau, gilt im Prinzip dasselbe. Bei Frauen haben wir den Zusatzeffekt, dass es tatsächlich so ist, dass Frauen sich sehr oft auf den Mann verlassen. Wir erleben das ja in der Praxis regelmäßig. Der Mann macht für sich selber einen Sparplan mit 300 Euro, macht für die Kinder vielleicht noch zwei Sparpläne mit jeweils 100 Euro. Und wenn ich frage, was ist mit der Frau, dann sagt er, die ist eh bei mir dabei. Und wir wissen aber, es gibt leider Gottes Verscheidungen auch in Österreich. Und Frauen leben ja auch länger als Männer. Und da gibt es viele Punkte und Gründe, warum die Frau für sich selber eine eigene Vorsorge machen soll, die wirklich ihr gehört. Das ist ganz wichtig. Sollte jede Frau für sich selber machen. Einen Vertrag reicht. Nicht fünf, nicht zehn, sondern einen Vertrag für die Altersvorsorge. Und der sollte halt möglichst kostensteuereffizient sein, dass wirklich von der Marktwirtschaft in Rendite so viel wie möglich bei der Frau ankommt.
ServusTV: Das heißt eben, die beste Variante wäre zu einem Berater gehen, eben zu einer Honorarberatung, einmal sowas anlegen und dann läuft das eh.
Wolfgang (fynup): Dann läuft das genau.
ServusTV: Die zweitbeste Variante vielleicht ist eben sowas, Internetbanken geht auch mit, ich sage es mal, was weiß ich.
Wolfgang (fynup): MSCI World, genau.
ServusTV: Genau, sowas kann man auch machen.
Wolfgang (fynup): Absolut.
ServusTV: Das ist auch lieber besser als die großen.
Wolfgang (fynup): besser Steuern zahlen, als wir die Finanzindustrie finanzieren. Wenn ich das für eine Möglichkeit habe, dann gebe ich es lieber Steuer, weil da habe ich selber auch wieder was davon, weil der Staat braucht die Steuernahmen.
ServusTV: Und auf jeden Fall besser Sparbuch.
Wolfgang (fynup): Genau, das sowieso, weil da ist garantiert Verlust da.
ServusTV: Mit was für einem Zeithorizont sollte man denn da rechnen, dass man bei Aktien sozusagen am Ende gut aussteigt? Ich sage jetzt einmal, es gibt Leute, die sind ganz jung vielleicht, ein Lehrling. Da zahlt es sich sowieso aus wahrscheinlich. Oder wie ist es, wenn ich jetzt da bin, sage ich jetzt mal, keine Ahnung, zahlt es sich für den 50-Jährigen auch noch aus, immer so etwas zu messen?
Wolfgang (fynup): Auf alle Fälle. Wir haben oft diese Gespräche, dass ein 50-Jähriger zu uns kommt und sagt, ich habe nicht mehr so viel Zeit. Sag ich, warum hast du nicht mehr so viel Zeit? Ich habe nur mehr 15 Jahre zu arbeiten. Sag ich, was ist dann? Wirst du nicht sterben wollen mit 65? Nein, aber dann höre ich auf zum Arbeiten. Genau. Das Entscheidende ist... Die Investitionsphase besteht aus zwei Phasen, der Sparphase und der Entnahmephase. Das heißt, ein heute 50-Jähriger, wenn er 90 wird, hat 40 Jahre Investitionszeit. Sie teilt sich nur in 15 Jahre Ansparen, 35 Jahre Entnehmen. Und gerade die Entnahmephase ist extrem wichtig, wie das Geld angelegt ist, in welcher Anlageklasse und mit welchen Kosten. Da haben wir unglaubliche Unterschiede, noch größer als in der Ansparphase. Das heißt, es zahlt sich für 50-Jährige, für 60-Jährige auch noch aus, weil es zählt nicht, wie viel Zeit habe ich zum Sparen, sondern wie viel Zeit habe ich für das Kapital, wo ich es mir entnehme.
ServusTV: In der Anphase für den Leim, was ist das?
Wolfgang (fynup): Wenn ich dann Geld wieder raus tue. Irgendwann einmal möchte ich das genießen, was ich angespart habe. Geld anlegen bedeutet, ich verzichte heute auf Konsum. Deswegen ist ja das Thema nicht sexy. Also wenn ich mir ein Fahrrad kaufe, dann habe ich sofort die Belohnung. Ich kann mich sofort auf das Fahrrad setzen und fahre damit. Wenn ich aber heute spare, dann habe ich mal heute nichts davon, außer dass ich auf etwas verzichten muss. Und die Genussphase ist dann eben das, was lustig wird. wie ich mir dann etwas kaufen kann. Wo ich dann sage, jetzt bin ich in der Pension, ja, jetzt kann ich es mir leisten, dass ich auf Urlaub fahre. Jetzt kann ich es mir leisten, dass ich das und das mache. Das kostet ja alles Geld. Und das kann ich dann eben genießen. Und das ist dann die Genussphase. Ich spare mir heute vielleicht 100.000 Euro auf die Seite mit den Wertsteigerungen. Und wenn ich dann jedes Jahr 5% rausnehme, dann habe ich die Entnahmephase und die Genussphase.
ServusTV: Das heißt, Sie sind sukzessive herausgenommen sozusagen?
Wolfgang (fynup): Genau, das ist individuell, wie Sie es möchten. Man kann es mit einem Entnahmeplan machen oder einfach ganz individuell. Das ist meine Empfehlung. Wenn ich einen Kapitalstock habe, dann nehme ich mir das raus, was ich gerade brauche. Und wenn ich darauf aufpasse, dass ich ein kostengünstiges Produkt habe, dann kann ich mir von 100.000 Euro tatsächlich 6% jedes Jahr rausnehmen. Das sind 6.000 Euro, 500 Euro im Monat. Und das Kapital wird nicht weniger. Das bleibt stehen. Das heißt, ich habe einen Baum gepflanzt, ernte nur die Früchte, aber fälle nicht den Baum. Das ist ganz wichtig, weil die Leute meistens sagen, oh ja, jetzt habe ich 100.000 Euro, schnack, schneiden den Baum ab und nachher legen sie es aufs Sparbuch und dann kann ich das nicht mehr entwickeln und das ganze Geld verliert an Wert. Ganz wichtig, wenn ein Baum groß ist, nur die Früchte ernten, aber den Baum nicht fällen. Und das kann man wiederum, ganz wichtig, effiziente Kostensteuerstruktur ist hier entscheidend. Da haben wir viele Berechnungen auf der Website.
ServusTV: den Aktien, sage ich jetzt mal, gibt es ja auch durchaus Leute, die dann sagen zum Beispiel, ich spare an jeder Ecke, so viel habe ich ja gar nicht an Ersparnissen, das sind ja vielleicht nur, keine Ahnung, 50, 100 Euro, dass ich mir da wegspare, so auf die Art. Ist für die auch Aktien was?
Wolfgang (fynup): Auf alle Fälle. Für jeden... Für jeden Betrag, den ich fünf, zehn Jahre nicht brauche. Ich brauche mal diese Ansparphase. Zehn Jahre sollte das sein, dass ich auf das Geld einmal zehn Jahre, besser 15 Jahre verzichten kann. Dann sind 50 und 100 Euro absolut in Ordnung. So viel es geht.
ServusTV: Und das kann auch schon einen großen Unterschied machen, oder wie ist das genau?
Wolfgang (fynup): Ja, auf alle Fälle macht das einen riesengroßen Unterschied, weil ich ja das Geld, das ich langfristig in Aktien investiere, wird real mehr. Und der Geldbetrag, der in dem Sparbuch liegt, der wird real weniger. Also die Schere geht immer auseinander, egal wie groß der Geldbetrag ist.
ServusTV: Was ja viele Leute glauben, ist, Person Crash, mein Geld ist komplett weg.
Wolfgang (fynup): Genau. Hat es noch nie gegeben. Noch nie. Es war noch nie alles weg. Wir haben starke Kurseinbrüche gehabt. In der Dotcom-Blase im Jahr 2000, da war ich schon dabei, bin seit über 30 Jahren in der Finanzbranche. Und ich bin 1998 begonnen. Jedes Jahr 100% Renditeanstieg. Da habe ich mir gedacht, okay, das Leben, das wird schön. Braucht man nicht so viel arbeiten. Dann habe ich miterlebt, wie zwischen 2000 und 2003 es drei Jahre kontinuierlich nach unten gegangen ist. Und das ist psychologisch ganz, ganz schwierig. Weil das habe ich auch miterlebt. wie das dann tatsächlich ist, dass man das durchhält. Die Leute, die das damals durchgehalten haben, die haben heute superschöne Gewinne von 7, 8 Prozent nach Abzug aller Kosten und Steuern. Die Leute, die damals den Glauben verloren haben und ausgestiegen sind, die haben gesagt, nie wieder Aktien, die sind jetzt wahrscheinlich wieder beim Sparbuch und verlieren über Sparbuch, über die Inflation das Geld. Also ein Totalverlust hat es noch nie gegeben, wenn ich breit gestreut habe und ist für mich denkunmöglich.
ServusTV: Super. Sie haben sicherlich vorher gesagt, vielleicht mal kurz zur Wiederholung, Zeitmindesthorizont ist wie?
Wolfgang (fynup): 15 Jahre. Also wenn man den denkunmöglichsten, also den schlechtesten Einstiegszeitpunkt erwischt hätte, zum Beispiel wirklich am Peak im Jahr 2000, dann habe ich tatsächlich 13, 14 Jahre gebraucht, bis ich wieder den Wert gehabt habe mit einer Einmalinvestition. Wenn ich monatlich spare, habe ich den sogenannten Cost-Average-Effekt oder den Durchschnittskosteneffekt. Ich kaufe immer zu jedem Punkt, Einen Teil. Und wenn dann die Kurse fallen, dann muss ich eigentlich jubeln. Das ist so, wie wenn ich in den Supermarkt gehe und sage, gestern war das Joghurt bei 2 Euro und heute kostet es nur mehr 1 Euro, dann freue ich mich. Ich bin Käufer, ich kaufe günstiger ein. Das heißt, wenn ich monatlich einkaufe und die Kurse gehen zurück an den Börsen, dann müsste ich mich freuen, weil ich heute günstiger einkaufe. Langfristig geht es nach oben und langfristig zählt nur die durchschnittliche Rendite und das Auf und Ab dazwischen. Ist mir total egal.
ServusTV: Eben, psychologischer Effekt sind Sie eh schon angesprochen. Wie ist es auch für, Sie sind ja in der Beratung auch tätig, vielleicht auch für Kunden, müssen Sie sich da manchmal beruhigen?
Wolfgang (fynup): oder was erleben Sie? Auf alle Fälle, klar, weil es ist psychologisch. Wir verlieren nicht gern und, ganz wichtig, immer wenn etwas passiert, neigen wir zu Aktionismus. Das ist ganz natürlich in unserer Gene, es passiert was und wir möchten handeln. Wir möchten etwas tun, nur wir können dagegen nichts tun. Das Beste, was wir tun, ist nichts zu tun in dem Fall und darauf Vertrauen durchzuhalten unter der Voraussetzung, dass ich noch die Zeit habe, dass ich nicht morgen alles Geld brauche. Und wenn ich für die Altersvorsorge spare, dann muss ich wissen, ich brauche ja nie zu einem bestimmten Zeitpunkt alles, sondern zu verschiedenen Zeitpunkten immer nur kleine Teile. Das heißt, es ist mir total egal, ob mit 65, wenn ich in Pension gehe, ein Börsencrash ist oder nicht. Weil ich nehme ja nur einen kleinen Teil raus. Ich teile mir die Entnahme über 20, 30 Jahre. Genauso wie in der Sparphase. Dadurch habe ich das Wertschwankungsrisiko an der Börse durch laufende Einzahlungen und laufenden Entnahmen total eliminiert. Gibt es nicht mehr.
ServusTV: Eben, weil manche Leute haben so auch die Angst vor dem falschen Zeitpunkt. Gibt es einen falschen Zeitpunkt oder einen richtigen Zeitpunkt?
Wolfgang (fynup): Beim Monatssparer gibt es keinen falschen und richtigen Zeitpunkt, weil ich sowieso über die Jahre einkaufe. Bei der laufenden Entnahme gibt es auch keinen falschen Zeitpunkt. Es gibt nur einen falschen Zeitpunkt beim einmaligen Reingehen in die Börse und beim einmaligen Ausstieg. Da gibt es einen falschen Zeitpunkt. Hätte ich im Jahr 2000 gekauft. und im Jahr 2008 in der Finanzkrise verkauft hätte, tatsächlich einen Verlust gemacht. Zweimal einmalige Käufe. Wenn ich für die Altersvorsorge plane, dann habe ich, wie gesagt, das Entnahmerisiko schon weg, weil ich ja nicht einmalig verkaufe. Dann geht es nur mehr um die Problematik, wie steige ich ein. Und da empfehlen wir auch einen Einstieg mit Strategie. Wenn einer einmalig, zum Beispiel 50.000 Euro investiert, dann nicht alles sofort rein in den Markt, sondern aufgeteilt auf die nächsten. 24 oder 36 Monate, da gibt es Produkte, die diese Mechanismen haben und dann habe ich auch dieses Einstiegsrisiko minimiert. Aber besser ist, wichtig ist, viele Leute fürchten sich schon seit 5 oder seit 10 Jahren vor dem falschen Einstieg und machen dann wieder nichts. Nein, es ist vielleicht jetzt nicht der richtige Einstiegszeitpunkt. Immer sofort beginnen, aber einsteigen mit Strategie. Das ist das Entscheidende. Und nicht fürchten. Wie gesagt, wir haben wirklich Fälle in der Praxis, Die kenne ich jetzt schon seit zehn Jahren und da war noch nie der richtige Zeitpunkt und wir haben sehr, sehr viel verloren dadurch.
ServusTV: Ich kann ja auch ganz einfach sagen, ich habe Angst und ich weiß nicht, ist jetzt, jetzt geht es rauf oder runter und Hilfe.
Wolfgang (fynup): Genau, für das ist dann schon wieder ein Berater, glaube ich, oft interessant, wenn man sich einen Berater zu... in der Meinung, genauso wie ich es ja auch mache, oft beim Hausbauen. Ich könnte mir auch viel selber machen, aber ich hole mir dann vielleicht doch einen Berater, der mich in der Planung unterstützt. Finanzplanung ist schon ganz wesentlich. Vielleicht eine kurze Klammer auf, ich weiß nicht, ob das dann für euch ein Thema ist, aber ich habe vor kurzem Arnold Schwarzenegger getroffen in Salzburg, also nicht in einem Vier-Augen-Gespräch, sondern im Rahmen einer Veranstaltung. Und der hat so super gesprochen. Zentral ist einfach immer, du brauchst eine Vision, du brauchst einen Plan und du musst jeden Tag wissen, was du tust, damit dieser Plan umgesetzt wird. Und deswegen brauchen wir in unserer Finanzplanung auch eben einen Plan, der verschriftlicht ist. Man muss ihn dann wirklich verschriftlichen, nicht nur irgendwie so, sondern man braucht einen klaren Plan, wie gehe ich es an, welche Ziele habe ich, zu welchem Zeitpunkt, wie setze ich das um. Und dafür sind wir dann halt auch da.
ServusTV: Absolut. Das heißt, Händchen halten müssen Sie dann auch ein paar Mal bei den Kunden, oder?
Wolfgang (fynup): Ja, auf alle Fälle. Und speziell dann, wenn es schlecht geht.
ServusTV: Gibt es denn, in der Regel ist es eigentlich... Auch wenn etwas passiert, jetzt nicht, dass man irgendwie zu emotional werden soll, dann schnell verkaufen und so weiter. Gibt es trotzdem irgendwie einen Zeitpunkt, wo Sie sagen, da sollte man vielleicht schon reagieren, wenn irgendetwas passiert?
Wolfgang (fynup): Auf alle Fälle. Also wir sind schon der Meinung, dass man das Portfolio schon monitoren soll. Also man soll sich es anschauen. Aber das heißt nicht jeden Tag Aktionismus, sondern halt schauen auf die Umstände, auf die globalen Umstände, auf einzelne Entwicklungen. Grundsätzlich alle drei bis fünf Jahre einmal drüber schauen. Das hilft, wenn man es lieber hat. Wir haben auch dieses Wohlfühlpaket, wo wir dann einfach aktive, immer proaktiv informieren und auch kleine Änderungen machen.
ServusTV: Thema im Pragmaticus ist ja zum Beispiel auch Bitcoin, Kryptowährung. Vielleicht können Sie das dann besser erklären. Viele verstehen ja nicht, was ist denn das überhaupt? Das kann man sich schon schwer vorstellen.
Wolfgang (fynup): Der Grundgedanke von Bitcoin ist sehr gut. Er stammt ursprünglich aus der österreichischen Schule und zielt darauf ab, Geld zu demokratisieren. Geld sollte nicht von Staaten oder Zentralbanken abhängig sein, sondern den Menschen gehören und ihnen dienen. Deshalb funktioniert Bitcoin so gut. Allerdings hat Geld grundsätzlich die zentrale Funktion der Stabilität. Es dient als Tauschmittel und zur Preisbestimmung. Wenn ich den Preis eines Joghurts mit dem eines anderen Produkts vergleiche, habe ich zwei Parameter. Geld ist also ein Preisbestimmungsmittel, ein Tauschmittel und ein Wertaufbewahrungsmittel. Bitcoin sollte diese Funktionen des Geldes ersetzen, tut es aber nicht. Warum? Bitcoin ist in den letzten zehn Jahren pro Jahr um 60 Prozent gestiegen. Die Leute, die vor zehn Jahren Bitcoin gekauft haben, sind heute reich. Aber Bitcoin ist kein stabiles Instrument. Es schwankt stark im Wert. Ich könnte damit kein Geld ersetzen. Wichtig ist auch, dass der Wert von Bitcoin nicht messbar ist. Bei Unternehmen kann man den Wert durch Gewinne messen, bei Bitcoin nicht. Der Wert von Bitcoin ist wie der von Gold: Er wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Bitcoin kann sich entfalten, weil die Grundidee richtig ist. Es kann aber auch auf Null fallen, wie in der Tulpenblase oder anderen großen Blasen, weil es vielleicht nur Luft ist.
ServusTV: Das heißt, der Wert ist fiktiv?
Wolfgang (fynup): Er ist nicht messbar, genau.
ServusTV: Und wer legt diesen Wert fest?
Wolfgang (fynup): Angebot und Nachfrage.
ServusTV: Das heißt, es geht einfach darum, wie viele Menschen gerade Interesse haben, Bitcoins zu kaufen?
Wolfgang (fynup): Genau, einzig und allein das.
ServusTV: Wenn jetzt jemand zu Ihnen kommt und ein Kunde sagt, er möchte in Bitcoin investieren, was würden Sie sagen?
Wolfgang (fynup): Dazu möchte ich nichts sagen. Das ist die Entscheidung des Kunden, da möchte ich nicht dabei sein.
ServusTV: Das heißt, für die Altersvorsorge würden Sie es eher nicht empfehlen?
Wolfgang (fynup): Ich empfehle es gar nicht. Das ist eine reine Spekulation. Man könnte genauso gut ins Casino gehen. Es gibt viele Gründe, warum Bitcoin gut ist, wie die Trennung von Staaten und das demokratisierte Geldsystem. Aber das hat sich bis jetzt nicht so entwickelt. Gold haben wir auch noch als Thema im Pragmaticus.
ServusTV: Viele Österreicher mögen ja Gold, wie Sie immer sagen. Gold ist eine sichere Anlageform.
Wolfgang (fynup): Gold ist wirklich interessant, es ist eine Krisenabsicherung. Gold wird seit über zigtausend Jahren immer anerkannt. Gold war immer das Bindeglied zum Geldwert. Wir haben unsere Geldmenge immer an Gold oder Silber gebunden. Das gibt es erst seit 1971 nicht mehr, dass unsere Währung nicht mehr an Gold gebunden ist. Gold ist absolut interessant, hat aber keinen inneren Wert. Der Wert entsteht nur durch Angebot und Nachfrage. Daher empfehlen wir, nur 5 bis 10 Prozent in Gold zu investieren. Wir haben aber auch Kunden, die sehr viel Silber und Gold gekauft haben und jetzt ein Millionenvermögen besitzen. Aber man weiß nicht, wohin es geht. Gold kann auch sehr lange fallen. Von 1971 bis 1980 ist es von 35 Dollar auf 800 Dollar gestiegen und dann bis 1999 wieder auf 250 Dollar gefallen. Gold hat keinen inneren Wert, und wir wissen nicht, wie es in den nächsten Jahren weitergeht. Deshalb empfehlen wir Gold eher nur als Absicherung und nur als 5 bis 10 Prozent beimischen.
ServusTV: Sie haben es eben gesagt, es ist Nachfrage und Angebot, die das entscheiden. Wie ist das jetzt auch mit Trump und so weiter? Ist das ein bisschen eine Goldblase?
Wolfgang (fynup): Mit Trump und so weiter ist eher eine Vertrauenskrise. Wenn wir heute sehen, dass Gold steigt, ist das ein Vertrauensverlust in unser Geldsystem. Gold ist der Spiegel unseres Geldes. Es sagt uns etwas über unser Geld. Es ist ein Vertrauensverlust in unser Geldsystem. Die Leute gehen raus und kaufen sich eher Sachwert und sehen in Gold eine Möglichkeit, sich vor eventuellen Verlusten zu schützen.
ServusTV: Absolut. Und wenn ich jetzt in Gold investieren möchte, es gibt ja unterschiedliche Medien, ich kann Goldanleihen kaufen, ich kann mir auch Goldtiere kaufen oder Goldschmuck. Was würden Sie da empfehlen?
Wolfgang (fynup): Immer das Direkte, das sind Münzen oder Barren. Wenn ich schon eine sichere Anlage möchte, dann ist das Sicherste, wenn ich es in Echtform bei mir habe. Keine Papiere, kein Versprechen auf etwas, das hat wieder Risiko. Wenn ich schon Gold kaufe, dann am besten direkt und auch am besten, wenn es geht, zu Hause lagern. Man kann das versichern. Es ist sogar in den meisten Haushaltsversicherungen bis 15.000 Euro versichert, wenn es nur in einer Schublade liegt. Und wenn ich größere Beträge habe, dann kaufe ich mir kleine Safes und spreche das mit der Versicherung ab, im Falle eines Diebstahls, dass das versichert ist.
ServusTV: Von der Sicherheit her, ist Gold jetzt wirklich die sichere Anlage?
Wolfgang (fynup): Gold hat keinen inneren Wert. Dadurch kann ich den Wert nicht bestimmen. Würde niemand mehr mir Gold abkaufen, wäre der Wert theoretisch null. Aber das hat es in den zigtausend Jahren unserer Geschichte noch nie gegeben, weil dadurch gehe ich auch davon aus, dass Gold immer einen Wert haben wird.
ServusTV: Und genau, weil Sie es vorher kurz angesprochen haben, vielleicht finde ich das ein interessantes Beispiel, Tulpenblase. Was war denn da und was ist da passiert?
Wolfgang (fynup): Ja, die Tulpenblase. Es hat im Prinzip zwei große Blasen gegeben. Die erste war die gut dokumentierte Blase, die Tulpenblase. Damals haben Europäer Tulpen importiert, die für viele Leute interessant waren. Auf einmal, weil es ein begrenztes Gut war, stieg der Preis. Viele Leute kauften sich ursprünglich die Tulpe, weil sie Interesse an der Tulpe hatten. Dann sahen sie, dass der Preis um 50% gestiegen war, und Investoren kamen ins Spiel. Sie sagten, die Tulpe ist mir egal, ich möchte einfach nur Gewinne machen. Immer mehr Leute investierten, und der Preis stieg weiter. Eine besondere Tulpenzwiebel kostete am Höhepunkt so viel wie ein Einfamilienhaus in Amsterdam. Das war nur Luft, und der Preis fiel wieder auf Null. Viele Leute haben sehr viel Geld verloren. Das kann bei Bitcoin genau auch so passieren. Niemand weiß es. Die Bitcoin-Jünger sind voller Blödsinn. Aber die Zukunft kennt keiner. Und das ist eine potenzielle Gefahr. Zweites Beispiel: Sir Isaac Newton hat in der South Sea Bubble sehr viel Geld verloren. Er hat investiert, verkauft mit Gewinn, die Kurse sind weiter gestiegen, er hat wieder investiert und dann alles verloren. Einer seiner berühmten Aussprüche ist: Ich kann zwar die den Verlauf der Planeten berechnen, aber die Dummheit der Menschen nicht.
ServusTV: Und bei der Tulpenblase, warum ist es dann runtergegangen plötzlich? Was war da der entscheidende Punkt?
Wolfgang (fynup): Der entscheidende Punkt ist, dass einige sagten, okay, gutes Geschäft gemacht, jetzt verkaufe ich. Man braucht immer jemanden, der einem das abkauft. Und wenn ich sage, eine Tulpenzwiebel ist so viel wert wie ein Einfamilienhaus, dann sage ich vielleicht, jetzt nehme ich mir das Geld raus und kaufe mir für die Tulpenzwiebel ein Haus. Und dann sagt der Zweite, das mache ich auch, mache ich auch, mache ich auch. Ich brauche jemanden, der mir das abkauft. Und dann gibt es keinen mehr, der bereit ist, so viel Geld dafür zu bezahlen. Und dann fällt das. Und das ist dann wieder Psychologie. Dann geht es noch runter. Und dann will es sowieso keiner mehr haben. Und dann pfeift es. In den Keller, genau, wie die Lemminge, in dem Fall richtig.
ServusTV: Vom Fazit her, was würden Sie denn da empfehlen, wie der Anlagenmixer aufgeteilt sein sollte?
Wolfgang (fynup): Es ist ganz einfach. Wir haben im Prinzip nur Geldwerte und Sachwerte. Wir haben nur drei wirkliche Sachwerte, das sind Gold oder Edelmetalle, Aktien in Form von Unternehmen oder eben Immobilien. Langfristig ist immer die Investition in Aktien die empfehlendste, weil hier wirklich Produktivkapital investiert wird, weil es breit streuen kann. Alles, was ich habe, ab fünf Jahre, besser zehn Jahre aufwärts in Aktien, weil Sachwert, Geldunabhängig. Wenn ich unter fünf Jahre habe, dann muss ich eh in Geldwerten sein, weil es hier Stabilität gibt, Sparbuch und kurzfristige Staatsanleihen. Mehr brauche ich nicht. Warren Buffett oder Milliardenunternehmen hat nur Cash und Aktien. Cash and Equity.
ServusTV: Und was sind denn so die größten Fehler, die die Leute beim Investieren machen?
Wolfgang (fynup): Die größten Fehler, vielleicht, wenn ich es auf die drei wichtigsten reduziere. Der größte Fehler ist, nichts zu tun und zu glauben, dass ich, wenn ich nichts tue, eine gute Entscheidung getroffen habe. Ich verliere garantiert Geld, wenn das Geld auf dem Sparbuch liegt. Vielleicht Punkt eins. Punkt zwei ist vielleicht der Überaktionismus. Also gerade bei jungen Leuten erkennen wir das oft. 8% sind nicht genug, Rendite, sondern die wollen den schnellen Reichtum. Auf die Frage von Warren Buffett ist mal gefragt worden, wenn es so einfach ist in Aktien zu investieren, wo ich 7-8% Rendite mache, warum machen das nicht alle? Weil er gesagt hat, die Leute wollen nicht langsam reich werden, die Leute wollen schnell reich werden. Ich brauche Zeit, Ausdauer, das habe ich mit Aktien. Aber dafür messbar, stabil, planbar. Aber viele Leute wollen schnell reich werden, fangen dann an zu zocken, weil sie in falsche Einzeltitel nachlaufen, wo sie den schnellen Gewinn erwarten, weil sie vielleicht immer hinterherlaufen etwas. Sehr, sehr gefährlich. Auf alle Fälle den schnellen Gewinn nicht nachlaufen. Und die dritte Sache ist, immer auf Kosten und Steuern zu achten. Weil das ist messbar und damit kann ich mir wirklich den Gewinn verdoppeln, günstige Kosten und Steuern achten.