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Heute geht es um eure Geldfragen. Fragen zum Geld, die wir auf YouTube, Spotify oder in den täglichen Beratungen immer wieder hören. Manche davon entscheiden, ob du in den nächsten Jahren tausende Euro mehr behältst oder verschenkst. Es geht um dein Geld. Schau dir das an. Praktisch veranlagt. Der Podcast für alle, die Finanzen lieber selber machen. Mit praktischen Veranlagungstipps aus der Veranlagungspraxis. Hallo, ich bin Michael von fynup und ich habe heute einen Haufen Fragen mitgebracht, die uns Finanzprofi Wolfgang beantworten wird.
Ja, Michael, ich bin schon sehr gespannt auf die Fragen.
Es sind auch Fragen von euren Kommentaren dabei, also kommentieren lohnt sich, mindestens so wie ein Abo. Aber stürzen wir uns gleich rein, damit wir auch viele Likes bekommen. So, fangen wir an.
Ja, genau, Michi. Also ich werde die Fragen trotzdem so beantworten, wie sie fachlich richtig sind und ob es dann ein Like wert ist oder nicht, werden wir sehen.
Sehr gut, sehr gut. Auch eine sehr häufig gestellte Frage in der einen oder anderen Form, aber inhaltlich: Woher kann ich wissen, dass mein Honorarberater nicht doch auch nach Provisionen nimmt?
Ja, wir erleben das leider Gottes in der Branche doch immer wieder, dass Berater Honorare verrechnen und trotzdem auch Provisionen über die Produkte beziehen. Vielleicht manche Tarife, also gerade bei Doppel-Nettopolizzen oder Nettopolizzen ist es so, dass bei manchen Tarifen die Tarifbezeichnung klar und deutlich ist, dass hier keine Provisionen bezahlt werden. Es gibt aber auch manche Tarife, wo der Berater die Provisionssätze selbst einstellen kann und da tut sich der Kunde tatsächlich ein bisschen schwer, das festzustellen. Wir schreiben das auf den Antrag drauf, provisionsfreier Vertrag, das wird dann auch dokumentiert in den Vertragsunterlagen im Dokument in der Versicherungspolizze und dann kann man sich hundertprozentig sicher sein. Und ansonsten schriftlich vom Berater sich bestätigen lassen, dass keinerlei Provisionen aus dem Produkt an ihn fließen. Es ist tatsächlich eine berechtigte Frage, weil wir es schon oft erlebt haben, dass Kunden sagen, ich habe eigentlich einen provisionsfreien Vertrag und dann stellen wir fest, das stimmt nicht.
Ist es eigentlich erlaubt?
Ich glaube nicht, dass es so erlaubt wäre, aber es gibt so viele Argumentationsmöglichkeiten, dass ich jetzt nicht mir sagen trauen würde, ob das rechtlich erlaubt ist oder nicht. Es ist moralisch sicher nicht richtig. Und wie gesagt, wenn man es schriftlich hat, ich glaube, das würde sich dann keiner trauen, dass er es nur mal schriftlich bestätigt, dass ich keinerlei Provisionen aus dem Produkt bekomme. Und um dem vorzubeugen, bei bestimmten Tarifen, wo es eben nicht eindeutig im Tarif geregelt ist, schreiben wir das bei uns extra in den besonderen Vereinbarungen drauf. 100% provisionsfrei, das wird dann auch in der Polizze dokumentiert. Und das darf eine Versicherung dann natürlich nur dann reinschreiben, wenn es auch wirklich so ist, weil sonst wäre das ein Wahnsinn.
Nächste Frage: Woher weiß ich, was in den ETF drinnen ist?
In einem ETF ist je nachdem... Es gibt ja für alles mögliche ETFs. Es gibt Aktien-ETFs, es gibt Anleihen-ETFs, es gibt Geldmarkt-ETFs, es gibt Immobilien-ETFs. Das heißt, man muss schauen, ETF als Überschrift ist zu wenig. ETF ist ja im Prinzip nur eine Abwandlung von einem Investmentfonds, der eben an der Börse gehandelt wird. ETF steht für Exchange Traded Fund und das erleben wir leider auch oft. Speziell durch Finfluencer und durch Informationen im Internet sind viele Menschen fokussiert auf ETF. Man muss schon ein bisschen genauer hinschauen, was da drinnen ist. Ich hoffe, ich hole da jetzt nicht zu weit aus. Aber wir haben tatsächlich auch dieses Erlebnis, wenn wir in der Beratung um Kunden zeigen, wie Aktien geschwankt haben im Jahr 2000 bei der Dotcom-Blase oder Finanzkrise 2007. Und wir reden vom Aktien-ETF und ich zeige dem Kunden oder ein Berater von uns zeigt dem Kunden, welches Wertschwankungsrisiko hier gegeben ist. Dann haben wir schon die Rückmeldungen bekommen, ja, aber das betrifft mich gar nicht, weil ich habe ja einen ETF. Also da stellen wir durchaus Wissenslücken fest, die enorm sind, weil man muss schon wissen, worin investiert der ETF? Und die wichtigste Frage ist immer, welche Anlageklasse, ist es ein Aktien-ETF, ein Anleihen-ETF, ein Misch-ETF? Oder ist es ein sogenannter ETC, der einfach in Commodities, also in Rohstoffe investiert? Und wenn ich dann tiefer gehen möchte, jetzt rede ich zum Beispiel vom Aktien-ETF, in welche Aktien investiert er? Da muss ich mir natürlich anschauen, in welchem Index liegt der ETF zugrunde. Ich weiß jetzt nicht genau, in welche Richtung diese Frage gegangen wäre.
Ich glaube, ob man irgendwo nachschauen kann, was in einem ganz konkreten ETF drinnen liegt.
Ja, also beim ETF, der unterliegt ja im Prinzip einem Index und da muss man sich anschauen, welcher Index ist es. Der bekannteste ist der MSCI World. Hier hat man alle Unternehmen in den entwickelten Ländern Nordamerika, Europa, Japan, Australien in den Large Caps, also in den großvolumigen Unternehmen und so kann man sich dem Thema nähern. Aber wie gesagt, das ist eine breite Frage.
Aber man kann im Internet nachschauen, was bei jedem ETF, es ist transparent, kann man nachschauen, was genau drinnen steckt?
Ja, genau. Das lässt sich bei jedem Fonds herauslesen. Das heißt, bei einem ETF habe ich es vielleicht noch ein bisschen genauer und transparenter. Aber auch im Jahresbericht eines jeden Investmentfonds kann ich im Prinzip jede Position nachlesen.
Nächste Frage, sehr speziell: Welche Clean Shares empfehlt ihr?
Clean Shares sind aktiv gemanagte Fonds, die eben keinem Index unterliegen. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zu den gewöhnlichen Fonds ist, dass ein Clean Share keine Provisionen an Banken und Versicherungen bezahlt und damit bis zu 1,3% pro Jahr mehr Rendite beim Kunden bleibt, beim gleichen Fonds mit gleichen Aktien im Hintergrund und gleiches Risiko, einfach nur weil die Finanzindustrie hier weniger verdient. Es ist die saubere, transparente Form von aktiv gemanagten Fonds, die im Wesentlichen die Alternative zum ETF sind. Leider Gottes werden die Privatkonsumenten kaum angeboten, meistens erst ab 5 Millionen Investitionssumme, also nur für Großanleger geeignet. Aber es gibt im Rahmen der Doppel-Netto-Polizze die Möglichkeit, Clean Shares auch ab 100 Euro oder 10.000 Euro Einmalbetrag zu kaufen. Und diese Clean Shares haben natürlich immense Vorteile gegenüber normalen aktiv gemanagten Fonds. Und welche Fonds wir hier konkret empfehlen, kann man bei uns auf der Website nachlesen. Das heißt, wir haben Clean Shares für Nordamerika, für Europa, für Emerging Markets, für die gesamte Welt. Da gibt es verschiedene Fonds. Es müssen die Kosten passen und es muss natürlich die Qualität passen, wie immer. Es ist auf alle Fälle so, dass wir aufgrund unserer unabhängigen Berechnungsformel, das heißt, unsere Empfehlungen basieren ja auf sechs Metriken, Kostensteuer, Effizienz, Fondsqualität, Regionen, Branchensteuerung, Nachhaltigkeit und Produktqualität, dass wir automatisch immer das Beste finden aus dem jeweiligen zur Verfügung stehenden Angebot.
Die Software berechnet quasi, was am gescheitesten ist. Also nicht wir empfehlen, sondern die Software findet raus nach unseren Kriterien oder nach den festgelegten Kriterien, was ist gerade am besten.
Genau, nach den jeweiligen Möglichkeiten, weil in einer Doppelnetto-Polizze habe ich nicht 9.000 Fonds zur Verfügung, sondern halt oft nur 100. Aber das macht nichts, wenn aus den 100 Möglichkeiten eine hohe Qualität vorhanden ist, dann reicht das.
Ich glaube, das ist jetzt klar. Jetzt wissen auch die, die es nicht wissen, was Clean Shares sind. Nächste Frage, die ist ein bisschen länger. Sind ETFs thesaurierend oder ausschüttend in Österreich zu bevorzugen? Wurde nicht wirklich klar beantwortet, das bezieht sich auf ein Video, glaube ich. Ist es nicht letztlich egal, ob ich für das Wiederinvestieren, 60-40-Regel in Klammer, also Bezahlung der Rücklage oder eben gleich alles mit der Ausschüttung, Satz zu Ende. Ich sehe keinen steuerlichen Vorteil oder liege ich falsch? Also die prinzipielle Frage ist, ist thesaurierend oder ausschüttend besser?
Das Steuerthema ist ein leidiges Thema meiner Meinung nach, weil es wirklich so dermaßen komplex ist, betrifft aber Gott sei Dank hauptsächlich das Wertpapierdepot. Wenn man Fonds kauft in einer Doppelnetto-Polizze, da gibt es keine Kapitalertragssteuer, dann ist das Thema wesentlich einfacher. Grundsätzlich, wenn man das Geld nicht braucht über den langen Zeitraum, dann sind natürlich sogenannte thesaurierende Fonds oder ETFs zu empfehlen. Das heißt, die Ausschüttungen aus den Unternehmen, das heißt, wir haben ja verschiedene Ausschüttungsebenen. Die erste Ausschüttungsebene ist einmal im Unternehmen, nehmen wir mal an die Allianz Versicherung in Deutschland, die macht Gewinne, 10 Milliarden, schüttet diese 10 Milliarden aus. Wenn ich einen Fonds habe, wo ich in die Allianz investiert habe, dann bekommt der Fonds natürlich einmal die Gewinnausschüttungen. Und ein thesaurierender Fonds gibt diese Ausschüttungen, reinvestiert sofort wieder und kauft wieder Anteile der Allianz oder andere Unternehmen. Und ein ausschüttender Fonds nimmt diese Gewinnausschüttungen der Unternehmen und gibt die Ausschüttungen weiter an die Konsumenten. Wenn ich das Geld nicht brauche, dann ist natürlich eine Reinvestition besser. Und schneller bin ich mit dem Thesaurierer und habe einen steuerlich besseren Effekt. Aber wie gesagt, man muss ein bisschen aufpassen. Wir werden zwar natürlich immer... Wir wissen auch Bescheid, was die Steuer betrifft. Aber letzten Endes müssen wir auch immer darauf hinweisen, dass wir keine Steuerberater sind. Und im Zweifelsfall sind solche Fragen tatsächlich vom Steuerberater zu beantworten und nicht vom Finanzberater. Aber grundsätzlich ist unsere Empfehlung, wenn es geht, in einem Bankdepot thesaurierende Fonds, wenn ich keine Ausschüttungen brauche. Depots von Kunden, die sagen, ich habe da 300.000 Euro und ich möchte die Ausschüttungen tatsächlich verkonsumieren, dann ist der Ausschüttung der Fonds passend, weil dann braucht man keine Anteile verkaufen, sondern lebt wirklich von den Ausschüttungen der Fonds.
Das ist interessant. Eine internationale Frage, pass auf. Was passiert, wenn ich mit meinem Online-Depot vor der Entnahme in ein steuergünstiges Land wie zum Beispiel Zypern umziehe und dann dort steuerpflichtig bin?
Okay, auch wieder so eine Steuerfrage. Ich gehe davon aus, dass ich da keinen großen Vorteil haben werde, weil da gibt es, glaube ich, die Wegzugsbesteuerungsgesetz. Aber da bin ich mir jetzt nicht hundertprozentig sicher, muss ich ehrlich zugeben. Nur die steuerlichen Regelungen sind in der Regel schon so gemacht, dass man da nicht irgendwie einfach irgendwelche Steuern umgehen kann.
Aber auch was für einen Steuerberater. Aber wie gesagt, es ist nicht so einfach, einfach woanders hinzugehen und dann zu glauben, man kann der Steuer entfliehen. Die Steuer ist da hartnäckig.
Ja, da gehe ich fest davon aus. Also wir sind grundsätzlich mal für das österreichische Steuersystem gerüstet und für ausländische Kunden, wie das dann ist, gibt es sicher unterschiedlichste, vielfältige Variationen davon.
Ja, und es ist auch gern so, hört man das sehr oft in Social Media, ja, da gehe ich dann nach Zypern oder Dubai oder sonst irgendwas und in Wahrheit wandert man dann aus wegen der Steuer, das ist auch irgendwie nicht so realitätsnah.
Also, ohne da jetzt ins Detail weiter abzugleiten, aber tatsächlich, da habe ich auch schon Sachen gehört, die ich wirklich als realitätsfern, realitätsfremd einordnen würde. Wenn es eine Steuer gibt und ich habe ein Wertpapierdepot, wo die Kasse zu zahlen ist, dann zahle ich die früher oder später. Ich kann mir verschiedene Ideen einfallen lassen, dass ich es aufschiebe, aber ich werde dem nicht entkommen.
Außer in der... Ich habe meine Fonds und ETFs in einer Doppelnetto-Polizze.
Ja, ja, genau. Das ist dann was anderes, weil dann ist ja so von vornherein klar geregelt, dass ich keine Kapitalertragssteuer zahle. Aber ich habe ja schon die Sachen gehört, ich werde dann nichts mehr arbeiten, habe dann gar keine Einkünfte mehr. Und wie heißt das genau, Michi, muss man vielleicht weiterhelfen, wenn man Regelbesteuerung, das heißt, man hat ja grundsätzlich die Möglichkeit, also Kapitalerträge sind ja grundsätzlich mit den 27,5% Kapitalertragssteuer entbesteuert, weil es grundsätzlich günstiger ist, als wenn man sich mit der Einkommenssteuer die Gewinne auszahlen lässt. Aber da gibt es dann schon auch Überlegungen immer wieder, die sagen, naja, ich beantrage dann die Regelbesteuerung, das heißt eine Besteuerung nach einem Einkommenssteuergesetz. Habe ich mir auch schon angeschaut, da ist man aber dann relativ schnell bei den 27,5%. Wenn man sich wieder anschaut, die Inflation und man möchte ja dann, wenn man schon Vermögen aufbaut, dann möchte man ja, gehe ich mal davon aus, auch einen gewissen Lebensstandard genießen. Und wenn ich mich dann beschränke, nehmen wir an, ich habe da jetzt 500.000 Euro oder vielleicht sogar eine Million liegen und dann kann ich mir aber jedes Jahr oder jedes Monat nur 1.800, 2.000 Euro rausnehmen, hätte aber sehr viel Geld vorhanden, nur damit ich keine Steuer zahle, dann denke ich, ist man am Ziel deutlich vorbei.
Wenn ich das richtig sehe, ist euer Vorschlag von einer irischen Versicherung. Was passiert, wenn die keine Lust mehr auf den österreichischen Markt haben und auch alles nach Deutschland abziehen?
1924, glaube ich, war das, zurückgezogen. Und leider Gottes gibt es in Deutschland die Situation, dass ein deutsches Unternehmen grundsätzlich Kapitalertragssteuer abführen muss in Deutschland. Wir als Österreicher aber das über einen Antrag an das deutsche Bundesministerium für Finanzen die Steuer wieder auf den Cent zurückbekommt. Man bekommt das Geld zurück. Und das ist natürlich etwas, was man nicht haben will. Weil für österreichische Versicherer ist das ja kein Thema. Das heißt, österreichische Versicherer sind in Österreich und da bezahlt man de facto keine Kapitalertragssteuer. Das betrifft aber nur deutsche Anbieter und wir, unser Hauptpartner oder einer der Hauptpartner, oder kann man schon sagen, die scheinen meistens an erster Stelle auf, ist die Standard Life. Die Standard Life ist ursprünglich ein schottischer Versicherer, ist mittlerweile in Irland beheimatet und macht von Irland aus das Geschäft für Österreich und Deutschland mit dem Standort Frankfurt. Hier hat aber das deutsche Steuerrecht überhaupt keine Bedeutung, weil er das Heimatland innerhalb der EU in Irland ist und Irland Gott sei Dank keine Kapitalertragssteuerregelung, so wie in Deutschland, hat. Das heißt, bei der Standard Life, ist es heute schon so, dass auch das irische Recht gilt, dort keine Kapitalertragssteuer abgeführt wird und würde sich die Standard Life aus dem österreichischen Markt zurückziehen, was für mich denkunmöglich ist, weil die sehr gutes Geschäft in Österreich machen, viel mehr im Verhältnis als in Deutschland. Das heißt, Standard Life ist in Österreich seit Jahrzehnten sehr gut verwurzelt und die machen hier gutes, nachhaltiges Geschäft. Aber wenn es so wäre, dann würde diese deutsche Steuerregelung für die Standard Life gar nicht zutreffen, weil das irische gilt und hier keine Kapitalertragssteuer für Österreicher abgeführt wird. Ich hoffe, ich habe es verständlich erklärt. Es ist im Hintergrund ein bisschen kompliziert.
Jetzt habe ich es sogar verstanden.
Naja, alles gut dann.
Nächste. Wie ist das bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung, das heißt Netto-Polizze? Da zahle ich doch neben den 4% auf die Einzahlungen auch laufende Kosten per anno. Das summiert sich doch gewaltig über die Laufzeit. Oder habe ich einen Gedankenfehler?
Nein, nein, es stimmt schon, nur man muss immer aufpassen, welche Kosten wirken sich langfristig wie aus. Man muss immer groß unterscheiden, habe ich Kosten bezogen auf die Prämie, die ich einzahle oder eine Steuer bezogen auf das, was ich einbezahle oder habe ich Steuern und Kosten bezogen auf das veranlagte Vermögen. Vielleicht ein kleines Rechenbeispiel, was die Steuer betrifft und das gilt dann für die Kosten genauso. Wenn ich natürlich ein Geld, nehmen wir mal an, ich lege einmalig 100.000 Euro in eine Doppelnetto-Polizze, werden wir sofort 4.000 Euro abgezogen an Steuern. Dafür zahle ich aber für den Gewinn keine Steuern mehr. Wenn ich das Geld in ein Online-Depot lege mit einer ETF, dann habe ich zu Beginn keine Kosten, aber dafür bezahle ich dann halt vom Gewinn 27,5% Kapitalertragssteuer. Und bei dem 100.000 Euro Beispiel wäre das so, dass nach 10 Jahren bei einer Renditannahme von 7% wären das Kapitalverdoppelungen alle 10 Jahre. Das heißt, ich habe 100.000 Euro eingelegt, 100.000 Euro Gewinn. Nach 10 Jahren, wäre die Steuer dann schon 27.500 Euro und bei der Doppel-Nettopolizze bleibt das bei den 4.000 Euro. Je länger das läuft, desto größer ist der Steuernachteil beim Wertpapierdepot bzw. desto größer ist der Steuernachteil bei der Nettopolizze. So, jetzt habe ich bei der Nettopolizze aber vielleicht Kosten von 2% der Kaufsumme beim Einmalerlag. Das habe ich vielleicht beim Online-Depot nicht. Aber die 2% einmalig auf die 100.000 Euro jucken mich langfristig überhaupt nicht in der Kostenberechnung im Vergleich zu eventuell laufenden Kosten aus Steuern oder eben auch aus Fonds. Ich weiß nicht, ob ich das zu weit vorgreife, aber aktuell gibt es große Diskussionen. Vielleicht hast du das auch gehört, Michi. Das ist ja, die EU möchte ja abschaffen, dass Online-Broker bekommen Provisionen aus den Transaktionskosten. Deswegen gibt es gerade heute, ist wirklich heute, 18. Februar 2026, hat Fondprofessional geschrieben, dass ein großer Artikel bei denen, dass Fondhäuser klagen, ETF-Häuser klagen, weil Online-Broker möchten. Bestandsprovisionen aus ETFs. Und das wäre ein Systembruch, weil da gibt es keine Provisionen normalerweise. Das ist ja das Problem bei Fonds, aktiv verwaltete Fonds, die kosten 2% und davon gehen bis zu 50% an Provisionen an die Depotbanken und an die Versicherungen. Bei ETFs gibt es diese Provisionen nicht, deswegen sind sie sauber, günstig und transparent. Die Online-Banken fordern anscheinend laut den ETF-Anbietern zunehmend Provisionen aus den ETFs, weil eben eine andere Einkommensquelle wegbricht. Sauberer und transparenter wäre... Wenn die einfach sagen, okay, pass auf, meine Depotführung kostet halt 0,1 oder 0,2 Prozent. Das heißt, wenn die Kosten überschaubar sind, dann ist man doch viel lieber. Das ist transparent, es ist nachvollziehbar und ich weiß, die kriegen es nicht irgendwie hin drüber, aus anderen Kanälen wieder zurück. Aber irgendwie haben wir da momentan so das maximal günstigste, es darf gar nichts kosten und irgendwie ist das auch wieder logisch, oder? Wenn es gar nichts kostet, dann kann es ja auch nicht funktionieren, weil es wieder eine Dienstleistung erbracht. Bei einer Doppelnetto-Polizze habe ich heute zum Beispiel beim Einmalerlag 0,1% laufende Kosten. Die tun mir aber nicht weh im Verhältnis zum Gesamtpaket und dafür kann ich davon ausgehen, dass die Standard Life mit diesen Kosten auch wirklich selber gut über die Runden kommt und hier nicht irgendwelche zusätzlichen Einkommensquellen suchen muss. Und die haben ja auch deswegen diese Clean Shares und die ETFs, wo es eben keine Provisionen von den Fondshäusern gibt. Bekommen, jedenfalls soweit mir das bekannt ist. Ich gehe davon aus, dass es so ist. Und es geht immer darum, transparent nachvollziehbare Kostenstrukturen zu haben und alle Kosten einzurechnen und dann zu vergleichen. Das ist genau das, warum es uns gibt.
Es spricht eigentlich immer mehr für die Doppelnetto-Polizze, wenn ich da so zuhöre. Das führt uns gleich zur nächsten Frage, die passt da dazu, nämlich, dann ist jetzt die Nettopolizze nicht so gut? Sollte man umschichten? Also es bezieht sich darauf, dass wir immer von der Doppel-Nettopolizze sprechen.
Genau, wir haben, das ist wirklich ein wichtiger Unterschied, dass ich hier, wenn ich schon in eine fondsgebundene Lebensversicherung investiere, das ist der rechtliche, die rechtliche Formulierung. Die Nettopolizze heißt ja nur, dass die fondsgebundene Lebensversicherung frei von Provisionen ist. Und die Doppel-Nettopolizze ist nicht nur frei von Vertriebsprovisionen für den Vermittler, der das Produkt vermittelt, also von der beratenden Stelle, die das Produkt vermittelt, sondern eine Doppel-Nettopolizze bekommt auch keine Provisionen aus der Ebene Fonds oder ETFs. Also da fließen keine Provisionen und deswegen ist die Doppelnetto-Polizze wichtig. Weil was habe ich davon, wenn ich eine günstige Polizze mir kaufe, weil der Berater keine Provisionen bekommt, dann erfahre ich aber, dass vielleicht aus einem aktiv gemanagten Fonds der Versicherung 1% Provisionen aus den Fonds bezahlt werden. Die ich als Kunde bezahlen muss und dann letzten Endes als Zusatzeinkommen beim Versicherer landen. Das möchte ich nicht haben und wenn ich das nicht haben möchte, dann brauche ich eine Doppelnetopulize. Und vielleicht noch ein Satz, Michi. Davon ausgeht, dass mich das nicht betrifft, weil ich sowieso nur in ETFs investieren möchte, dann ist das auch in Ordnung heute. Aber wie gesagt, man schließt einen Vertrag oft über 20, 30 Jahre, wo man vorhat, über einen sehr, sehr langen Zeitraum nicht nur zu investieren, sondern auch über einen langen Zeitraum Geld zu entnehmen. Und da soll ich mir schon heute schon alle das beste Produkt wählen, wo ich auch vielleicht einmal in 5 oder in 10 Jahren oder in 20 Jahren habe ich vielleicht einmal doch den Wunsch, in einen aktiv gemenschten Fonds zu investieren, der ein bisschen selektiver vorgeht als ein ETF. Das heißt, wir haben zum Beispiel in Amerika einen Fonds, der investiert halt nur in 30, 40 Unternehmen, nicht in Nvidia, nicht in Broadcom, nicht in Tesla, aber dafür mehr in Apple, Microsoft und Alphabet, a la Warren Buffett und Co. Das heißt, wir gingen schon davon aus, dass wir in den nächsten Jahren hier mit Clean Shares einen deutlichen Mehrwert zeigen können.
Also Doppel-Nettopolizze ist deutlich besser als die Nettopolizze.
Auf alle Fälle klare Empfehlung.
Und jetzt wäre die Frage, wenn der das bei uns schon vielleicht gekauft hat oder über fynup, ist es dann schon eine Doppel-Nettopolizze?
Wir haben immer darauf geschaut, dass es eine Doppel-Nettopolizze ist. Das heißt, bei der Standard Life war es immer schon so. Und bei der HDI Leben oder bei der Merkur Leben ist es... Zwar so, dass man keine Clean Shares kaufen kann, aber dass diese Provisionen, die aus den Fonds fließen, nicht bei der Versicherung hängenbleiben, sondern weitergezahlt werden an die Kunden. Das ist zwar jetzt nicht so eine saubere, klare Lösung wie bei der Standard Life, aber es werden die Provisionen weitergereicht und dadurch kann man durchaus auch hier von einer Doppelnetto-Polizze sprechen.
Also doppelt ist besser als weiter.
Doppelt ist immer besser.
Okay, jetzt habe ich eine Frage, mit der können wir zwei uns sehr gut identifizieren. 50 plus. Eine Frage bleibt bei der Ansparphase offen, gerade wenn schon Kapital vorhanden ist. Ist dann eine Einmalzahlung empfehlenswert?
Ja, wenn ich schon Kapital habe, 10.000 Euro aufwärts, kann man sich auf alle Fälle... Würde man grundsätzlich mit einer Einmalzahlung starten, natürlich haben wir hier auch eine klare Strategie, wie man mit einer Einmalzahlung in den Markt investiert, da gibt es ein Startmanagement, eine klare Empfehlung, damit man nicht das Einstiegsrisiko hat, das heißt wir wissen nicht, wohin die Märkte gehen in den nächsten Jahren. Es könnte sein, dass man genau wenn man einsteigt, den höchsten Punkt erwischt. Das möchten wir nicht haben. Deswegen steigen wir da über einen Zeitraum von 12, 24 oder 36 Monate ein. Die Entscheidung liegt natürlich beim Kunden. Wir empfehlen derzeit 36 Monate Startmanagement. Wenn man vom Sparbuch kommt, wenn man schon vom Aktiendepot kommt, vom Wertpapierdepot, dann braucht man das natürlich nicht, weil man im selben Marktsegment daheim ist. Das ist dann ein Punkt, den man dann einfach in einem persönlichen Gespräch am besten klärt. Aber ja, grundsätzlich mit einem Einmalerlag, es gibt aber auch durchaus Situationen und Konstellationen, wo es gemacht wird, dass zum Beispiel 20.000, 30.000 Euro über einen Sparplan über die nächsten Jahre verteilt investiert werden. Auch diese Möglichkeiten gibt es, da gibt es ein paar Vor- und ein paar Nachteile. Auch hier ist wieder ein bisschen die Steuer im Spiel. Und die mögliche Behaltefrist und Vermögensübergaben. Würde aber hier zu weit führen, wenn ein Thema ist, ich habe ein Geld einmalig, also generell vielleicht kann ich empfehlen und das würde vielleicht auch gut passen. Richtung abschließende Frage zu der heutigen Fragerunde. Immer bitte empfehlen wir, nutzt diese 30 Minuten kostenlose Erstberatung. Wir erleben schon immer wieder, dass Kunden sagen, hey, ich fühle mich so gut zurecht bei euch auf der Webseite, ich kaufe das gleich online direkt. Und dann beim Zweitkauf oder nach ein paar Wochen oder nach ein paar Tagen kommt es dann vielleicht doch zu einem Gespräch. Es gibt dann vielleicht doch immer noch ein paar Punkte, die man dann gemeinsam klären kann und nur ein bisschen optimieren kann in die Richtung. Also wir verdienen nichts dabei, aber wir haben... Wir sind interessiert daran, dass dein Vertrag für dich bestmöglich gemacht wird und wirklich deinen individuellen Ansprüchen gerecht wird. Und deswegen bieten wir gerne an, diese 30 Minuten kostenfreie Erstberatung in Anspruch zu nehmen, wo man eben genau solche letzte Fragen klärt, damit es wirklich alles perfekt läuft für dich.
Super letzte Frage. Vielen Dank für die vielen Antworten, auch an euch, an dich. Vielen Dank für die vielen, vielen Fragen.
Danke, Michi, dass du so schöne Fragen rausgesucht hast für mich.
Es gibt noch jede Menge davon, also ein Abo lohnt sich. Wenn euch das gefallen hat, unbedingt ein Like dalassen und schreibt wieder Fragen in die Kommentare, dann machen wir wieder so eine Folge. Und sonst sehen wir uns nächste Woche wieder bei einem spannenden Finanzthema. Also dranbleiben! Bis nächste Woche.
Ja, ich freue mich auch auf weitere Fragen. Schreibt es einfach gerne. Ciao. Servus. Ciao.