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Lebensversicherung kündigen: 6 Dinge, die du vorher wissen musst

David Pohl
Autor: David Pohl
Aktualisiert am 26. August 2026
Kündigen kannst du fast immer. Die Frage ist, ob es die beste von mehreren Möglichkeiten ist – und das entscheidest du erst, wenn du weißt, was dein Vertrag heute wert ist und was er dich bis zum Ende noch kostet. Diese sechs Punkte gehst du durch, bevor du das Schreiben abschickst.

Das Wichtigste in Kürze

fynup lebensversicherung kuendigen 1
  • Eine Kündigung heißt im Fachjargon Rückkauf – ausgezahlt wird der Rückkaufswert, nicht das Einbezahlte
  • Es gibt vier Alternativen zur Kündigung, jede mit Nebenwirkungen
  • Entscheidend sind die Kosten der Restlaufzeit – nicht die, die du schon bezahlt hast

1. Kündigungsfrist prüfen

Die gute Nachricht zuerst: Du sitzt nicht fest. Fondsgebundene und klassische Lebensversicherungen kannst du in der Regel jährlich kündigen, bei vielen Verträgen sogar monatlich. Eine Ausnahme ist die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge (PZV) – die ist frühestens nach zehn Jahren kündbar und selbst dann werden noch 50 % der staatlichen Prämie zurückgefordert. Außerdem fällt zusätzlich die KESt. an (ist in der Praxis allerdings meist kein großes Thema, weil sich PZV-Verträge sehr oft im Verlustbereich befinden).

Deine konkrete Frist steht in der Polizze oder in den Versicherungsbedingungen. Wenn du sie dort nicht findest, ist ein Anruf bei der Versicherung der schnellste Weg.

Kündbar heißt aber nicht automatisch sinnvoll. Bevor du das Schreiben aufsetzt, lohnt sich der Blick auf drei Dinge: was tatsächlich ausgezahlt wird, warum es oft so wenig ist – und was du sonst noch tun könntest.

2. Rückkaufswert kennen

Es klingt zunächst seltsam: Wenn du deine Lebensversicherung kündigst, also dein Geld zurückhaben willst, spricht man von einem Rückkauf. Ausgezahlt wird der Rückkaufswert – und der ist fast nie identisch mit dem, was du eingezahlt hast.

Diesen Wert musst du nicht schätzen. Er steht in deiner jährlichen Wertmitteilung, und du kannst ihn jederzeit bei der Versicherung anfordern. Verlange dabei gleich zwei Zahlen: den aktuellen Rückkaufswert und die Summe deiner bisherigen Einzahlungen. Die Differenz zwischen beiden ist der Ausgangspunkt für alles Weitere.

Achte außerdem auf die steuerliche Seite. Bei Lebensversicherungen fällt Versicherungssteuer auf die Einzahlungen an, und wer einen Vertrag vor Ablauf bestimmter Mindestlaufzeiten auflöst, muss unter Umständen mit einer Nachversteuerung rechnen. Was für deinen Vertrag gilt, hängt vom Abschlussjahr und der vereinbarten Laufzeit ab.

3. Zillmerung verstehen

Wenn dein Rückkaufswert deutlich unter deinen Einzahlungen liegt, steckt dahinter meistens ein Mechanismus mit einem sperrigen Namen: die Zillmerung.

Dabei werden sämtliche Abschlusskosten eines Vertrags nicht über die gesamte Laufzeit verteilt, sondern gleich zu Beginn abgezogen – üblicherweise in den ersten fünf Jahren. Für dich hat das zwei Folgen. Erstens bleibt in dieser Zeit kaum etwas von deinen Einzahlungen übrig, das überhaupt veranlagt wird. Zweitens fehlt genau dieses Geld dauerhaft, weil es keinen Zinseszins mehr erwirtschaften kann.

Zu Beginn deutlich im Minus

Laufzeit 35 Jahre - Einzahlung: € 100,00 monatlich
CHART

Die klassische Lebensversicherung ist in Österreich nach wie vor eines der meistverkauften Vorsorgeprodukte. Für den Vertrieb ist sie ein gutes Geschäft – für dich ist sie es nur unter bestimmten Bedingungen. Genau deshalb lohnt sich der genaue Blick, bevor du irgendetwas unterschreibst oder auflöst.

Wichtig dabei: Die Grafik zeigt ein allgemeines Beispiel. Wie es bei dir aussieht, hängt vom Tarif, vom Abschlussjahr und von deiner Restlaufzeit ab. Wir rechnen diesen Verlauf für dein konkretes Produkt – dann siehst du deine eigene Kurve statt einer Modellrechnung.

4. Alternativen zur Kündigung kennen

Kündigen ist nur eine von mehreren Möglichkeiten. Die anderen vier sind weniger bekannt, für viele Verträge aber die bessere Wahl. Jede hat allerdings eine Nebenwirkung, die du kennen solltest.

Prämienfreistellung

Du zahlst nicht mehr ein, der Vertrag läuft aber weiter. Das kann sinnvoll sein, wenn die Abschlusskosten längst bezahlt sind und nur noch geringe laufende Kosten anfallen. Nebenwirkung: Die Fixkosten bleiben und fressen sich in einen kleiner werdenden Vertrag.

Bietet sich meist an, wenn Liquidität benötigt wird oder eine Neuveranlagung aktuell keinen Sinn macht.

Prämie senken

Du zahlst weniger ein. Klingt harmlos, hat aber einen Haken: Ein Teil der Kosten ist fix und bleibt gleich hoch. Im Verhältnis zu deiner kleineren Einzahlung steigt der Kostenanteil damit – deine Rendite sinkt.

Indexierung stoppen

Viele Verträge erhöhen deine Prämie jedes Jahr automatisch. Diese Erhöhung kannst du beenden. Sinnvoll vor allem dann, wenn auf jede Erhöhung erneut Abschlusskosten anfallen.

Teilentnahme

Du entnimmst einen Teil und lässt den Rest laufen. Bei klassischen Lebensversicherungen und bei der PZV kann sich dadurch allerdings die Gewinnzuweisung deutlich reduzieren.

Es gilt also: Jede Änderung hat Konsequenzen, und manche wirken an anderer Stelle stärker als der eigentliche Vorteil. Deshalb solltest du alle Auswirkungen kennen, bevor du dich für eine entscheidest.

Optimierung

Unter Umständen kann auch durch Reduzierung der Fondskosten bzw. Optimierung der Fondsauswahl aus dem bestehenden Vertrag deutlich mehr herausgeholt werden.

5. Restlaufzeit und Kosten rechnen

Hier fällt die eigentliche Entscheidung – und hier machen die meisten denselben Denkfehler. Sie rechnen mit dem Geld, das schon weg ist. Das ist verständlich, führt aber in die Irre: Bereits bezahlte Abschlusskosten bekommst du nicht zurück, egal was du tust. Für deine Entscheidung zählt nur, was der Vertrag dich ab heute bis zum Ende noch kostet – und was du mit demselben Geld anderswo erreichen könntest.

Lass dir deshalb den Verlauf der Gesamtkosten über die volle Laufzeit zeigen, nicht nur eine Prozentzahl. Stellt sich heraus, dass die Kosten der Restlaufzeit im Rahmen bleiben und sich die Fonds im Vertrag optimieren lassen, solltest du nicht kündigen. Sind sie hoch und die Restlaufzeit lang, sieht es anders aus.

Diese Rechnung ist der Grund, warum wir fynup überhaupt gebaut haben. Es ist der einzige Vergleichsrechner für Geldanlage in Österreich, der alle Kosten und Steuern über die volle Laufzeit einrechnet – inklusive der Auszahlungsphase, in der bei vielen Verträgen noch einmal Kosten anfallen.

Deshalb arbeiten auch die Arbeiterkammer Wien, der Verein für Konsumenteninformation und der Verbraucherschutzverein mit uns zusammen. Konsumentenschützer raten seit Jahren dazu, bestehende Verträge prüfen zu lassen, statt vorschnell zu handeln – nur fehlte dafür lange das Werkzeug.

6. Beim Ablauf keine Fehler machen

Hast du dich für die Kündigung entschieden, ist der Rest schnell erledigt – aber es gibt drei Stellen, an denen es schiefgeht.

  • Schriftlich und nachweisbar. Informiere die Versicherung schriftlich, mit deinem Namen und der Vertragsnummer. Schick das Schreiben eingeschrieben und verlange eine Bestätigung.
  • Erst die Bestätigung, dann alles Weitere. Warte ab, bis Kündigung und Auszahlungsbetrag schriftlich bestätigt sind, bevor du das Geld verplanst.
  • Nicht in den Doppelfehler laufen. Der teuerste Fehler passiert nach der Kündigung: alten Vertrag auflösen und sofort einen neuen unterschreiben, bei dem die Abschlusskosten wieder von vorne beginnen. Dann hast du die Kosten zweimal bezahlt. Wer dir zur Kündigung rät und im selben Gespräch ein neues Produkt anbietet, hat selten nur dein Interesse im Blick.

Wenn du bei einem dieser Punkte unsicher bist, sprich vorher mit jemandem, der dir nichts verkaufen muss. Bei uns ist das erste Gespräch kostenlos, und wir sagen dir auch dann, dass dein Vertrag in Ordnung ist, wenn er in Ordnung ist.

Fazit

  • Kündigen kannst du fast immer – die Frage ist, ob es die beste Option ist
  • Ausgezahlt wird der Rückkaufswert, nicht deine Einzahlungen
  • Prämienfreistellung, Prämie senken, Indexierung stoppen und Teilentnahme sind echte Alternativen
  • Entscheidend sind die Kosten der Restlaufzeit, nicht die bereits bezahlten
  • Prüf deinen Vertrag, bevor du kündigst – und erst ein Angebot recht, bevor du etwas Neues unterschreibst
Informationen in diesem Artikel sind allgemein und nicht als Beratung oder Empfehlung zu verstehen. Trotz größter Sorgfalt können wir keine Gewähr für die Eignung, Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität und Verfügbarkeit der unverbindlich zur Verfügung gestellten Informationen übernehmen. Eine Haftung der fynup GmbH ist daher in jedem Fall ausgeschlossen. Performanceergebnisse der Vergangenheit, Berechnungen und Aussagen über Gewinn und Rendite basieren auf Annahmen und lassen keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Jede Veranlagung bringt hohe Verlustrisiken – bis hin zum Totalverlust - mit sich. Es gelten alle Haftungsbegrenzungen der Funktionsbeschreibung.

Häufige Fragen

In der Regel nicht vollständig. Ausgezahlt wird der Rückkaufswert. Wie weit er von deinen Einzahlungen abweicht, hängt vor allem davon ab, wie lange der Vertrag schon läuft.
Bei der Kündigung wird der Vertrag aufgelöst und ausgezahlt. Bei der Prämienfreistellung zahlst du nichts mehr ein, der Vertrag läuft aber weiter.
Ein Verfahren, bei dem die gesamten Abschlusskosten eines Vertrags gleich zu Beginn abgezogen werden, meist in den ersten fünf Jahren. Deshalb liegt der Rückkaufswert in dieser Zeit deutlich unter den Einzahlungen.
Frühestens nach zehn Jahren, ohne dass die staatliche Prämie anteilig zurückgefordert wird.
Schriftlich, mit Name und Vertragsnummer, eingeschrieben versendet und mit einer schriftlichen Bestätigung der Versicherung.
Meistens ja. Entscheidend sind die Kosten der Restlaufzeit – und die stehen in keinem Standardschreiben.
David Pohl

Autor: David Pohl

Honorarberater
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Wenn Verbraucherschützer, Medien und Kunden übereinstimmen

Das ist kein Zufall. fynup ist das einzige Modell, das strukturell auf der Seite der Kunden steht. Und das merkt man.

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Als Konsumentenschützer der AK Wien setze ich mich dafür ein, dass komplexe Finanzprodukte transparent und vergleichbar werden. Ein Beitrag dazu ist die gemeinsame Studie der AK-Wien und fynup „Provisionen vs. Honorare im Finanzvertrieb im Vergleich“.

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Für mich als Obfrau ist klar: Lebensversicherungen mit verdeckten Provisionen sind keine faire Altersvorsorge – gemeinsam mit Partnern wie fynup zeigen wir einfache Honorarberatungslösungen, die ehrlich und nachvollziehbar sind.

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