Provisions-Berater verdienen an der Vermittlung eines Produktes – nicht an der Beratung, nicht an der Betreuung nach dem Abschluss. Kund:innen zahlen jedoch indirekt über Provisionen für die Leistung der Beratung vor dem Abschluss und der Betreuung des Produktes nach dem Abschluss.
Nochmals: Bezahlt wird ein Provisionsberater ausschließlich für die Vermittlung eines Produktes. Kommt keine Vermittlung zustande, gib es auch keine Provision. Erst mit der Vermittlung erfolgt die Vergütung für die Beratung - das ist der Interessenskonflikt.
Die Abschlussprovision wird zudem gleich nach der Vermittlung bezahlt, welche häufig durch die sogenannte Zillmerung sehr hoch ist. Betreuungskosten sind fest in den Produktkosten verankert, unabhängig der tatsächlich erbrachten Betreuungsleistung nach dem Abschluss. Das ist die zweite große Schwäche des Provisionssystems in Österreich.
Ein vollständiger Marktvergleich würde regelmäßig Produkte mit geringerer oder ganz ohne Provision an die erste Stelle setzen. Das ist ein struktureller Interessenkonflikt, kein persönliches Fehlverhalten.