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Herzlich willkommen zum heutigen Webinar. Heute geht es um 100 Jahre Börsengeschichte. Es wird ein Wechselbad der Gefühle, so viel kann ich schon vorwegnehmen. Wenn man sich die Börsengeschichte langfristig betrachtet, kann man relativ entspannt bleiben. Der langfristige Zeitraum wirkt wie eine Beruhigungspille, wenn man ihn kennt und entsprechend handelt. Wer allerdings das aktuelle Börsenumfeld genauer betrachtet, wundert sich, wie ignorant manche agieren, und ist fassungslos über das, was momentan passiert. Panik könnte eine mögliche Reaktion sein. Ich versuche im Webinar einzuordnen, was derzeit geschieht. Wichtig für alle Teilnehmenden: Am Ende möchte ich auch aufzeigen, welche Handlungsmöglichkeiten es gibt, speziell in der persönlichen, individuellen Situation. Das ist die Spezialität von fynup. Darf ich mich kurz vorstellen: Mein Name ist Wolfgang, ich bin Gründer und Geschäftsführer von fynup. fynup ist der digitale Finanzberater, der einen durchgängigen Prozess anbietet – kosteneffizient, steueroptimiert und alles transparent auf Honorarbasis. Warum ist das wichtig? Heute gibt es sehr viele gute Möglichkeiten, sich zu informieren, in der Regel über Finfluencer, Internetportale und Selbstrecherche. Auch wir nutzen immer wieder solche Portale. Finanzfluss kommt heute zum Beispiel wieder vor. Das sind wichtige, gute Informationen, die man in der Regel kostenlos bekommt. Dann passiert aber oft ein Bruch: Jeder hat eine individuelle Situation. Wie gehe ich konkret in meiner individuellen Situation mit meinen Bedürfnissen und Zielen um? Wie kann ich meine Ziele am besten umsetzen? Das ist individuelle Beratung. Hier wendet man sich meistens an Banken, Versicherungen oder Berater, die auf Provisionsbasis arbeiten. Am entscheidenden Punkt, dem Kauf des Produktes, wird dann oft der Fehler gemacht, dass das Produkt zu teuer und qualitativ nicht optimal ist. Auch die anschließende Betreuung ist mal besser, mal weniger gut. fynup bietet den gesamten Prozess an: von der kostenlosen Information über viele Rechner auf der Webseite bis zur individuellen Honorarberatung, persönlich und online. Dadurch gelingt es uns, beim Kauf wirklich auf den Punkt zu kommen – alles provisionsfrei und günstiger. Wir schauen uns das am Ende noch kurz an. Außerdem bieten wir die digitale Betreuung an. So viel kurz zu uns und zu deinen Vorteilen bei fynup. Bevor wir einsteigen, noch ein kurzer Haftungshinweis: Geldanlagen bergen immer Risiken. Dieses Webinar ersetzt keine Beratung, und Renditen der Vergangenheit sind keine Prognose für die Zukunft.
100 Jahre Börsengeschichte ist ein Feld voller Krisen. Wir haben hier einen Chart von 1928 bis heute und zählen circa über 30 Krisen und Kriege, die es auf der ganzen Welt gegeben hat. Wichtig, und das ist die eigentliche Entspannungspille: Trotz aller Krisen und Kriege konnte man am Aktienmarkt trotzdem eine Rendite von circa 10% erzielen. Man muss nur diese Wellenbewegungen, diese Volatilität und diese Kursschwankungen aushalten und dabei bleiben. Dann kann man ernten, was man gesät hat. Man geht in den Markt und kann tatsächlich Renditen in einer Größenordnung erwirtschaften, die den Inflationsverlust ausgleichen – man erzielt also auch reale Gewinne. Das ist das Schöne, wenn man solche langfristigen Charts sieht. Seit 1928 hat der S&P 500, also die 500 größten Unternehmen in den USA, zwei Weltkriege, den Kalten Krieg, Vietnam, den Golfkrieg, 9/11, die Finanzkrise, Corona und den Ukraine-Krieg überstanden. Der Markt hat sich immer wieder erholt. Darauf möchte ich nicht zu sehr in die Tiefe eingehen, sondern auf den Artikel „Aktien – die besondere Anlageklasse" verweisen, den wir hier ebenfalls haben.
Börsencrashs seit 1950: Wir zoomen etwas herein, von 1950 bis 2020. Auch hier hat es viele Verlustjahre gegeben, darunter regelmäßig Verluste von über 15%. Und trotzdem lagen die Renditen über 10%. Das ist im Prinzip eine Wiederholung des vorherigen Charts, aber hier sieht man es noch einmal deutlich. Herausgeschrieben haben wir: Circa alle drei bis vier Jahre gab es einen Crash von 15%. In sieben Jahrzehnten gab es 21 Mal einen Crash von 20%, einen von 28%, einen von 36%, einen von 48% während der Dotcom-Blase im Jahr 2000 und einen von 57% während der Finanzkrise 2008. Während Covid gab es noch einmal einen Einbruch von 34%. Das ist also der Normalzustand. Wer Geld in Unternehmen investiert, muss an der Börse damit rechnen, dass es keine lineare Entwicklung gibt, sondern ein Auf und Ab. Wer langfristig investiert, für den spielen diese Volatilitäten und Kursschwankungen keine Rolle. Es zählt die durchschnittliche Rendite nach Abzug aller Kosten. Langfristig – und man sollte als Investor nicht nur die Sparphase, sondern auch die Entnahmephase betrachten, wenn es um die Altersvorsorge geht – hat man sehr lange Zeiträume. Ein heute 50-Jähriger, der 90 Jahre alt wird, hat einen Investitionszeitraum von 40 Jahren. Wer schon öfter bei uns war, kennt diese Aussage bereits. Aber sie ist umso wichtiger: Time in the market beats timing the market. Es ist wichtiger, investiert zu sein, als zu versuchen, den Markt zu timen, also zum richtigen Zeitpunkt aus- und wieder einzusteigen. Natürlich wäre es optimal, wenn man wüsste, wann die Märkte noch fallen, um auszusteigen, und wann sie am Tiefpunkt sind, um wieder einzusteigen. Das wäre das Wunschszenario. Hätte das jemals ein Mensch geschafft, wäre er heute mit Abstand der reichste Milliardär oder Billionär der Welt. Auch auf dieses Thema kommen wir heute noch zu sprechen. Es hat noch niemand geschafft. Es gibt Ausnahmekenner, die das ansatzweise schaffen, aber nur mit Strategie und nicht mit der Glaskugel.
Was sehen wir in diesem Chart? Hätte man im Zeitraum 2003 bis 2022, also 20 Jahre lang, 10.000 Euro in den Standard- und Kursindex investiert und wäre durchgehend im Markt geblieben, hätte man vor Abzug aller Kosten und Steuern – diese Werte sind sehr wichtig – knapp 65.000 Dollar erzielt. Hätte man nur die 10 besten Tage an der Börse versäumt, hätte sich der Gewinn halbiert. Man hätte dann nur noch ein Gesamtvermögen von rund 30.000 Euro. Unten sieht man, wann diese 10 besten Tage waren. Am 13. Oktober 2008 erholte sich der Markt an einem einzigen Tag um 11,6%. Während der Finanzkrise wurde politisch eingegriffen, und plötzlich kam dieser Rebound, also diese plötzliche Markterholung. Die anderen Tage zeigen positive Tagesrenditen von 10,8% bis 6,3%. Wer genau an diesen zehn Tagen nicht investiert war, hätte seinen Gewinn tatsächlich halbiert. Daher lautet die allgemeine Empfehlung: lieber durchgehend im Markt bleiben, als zu versuchen, durch Ein- und Ausstieg den Markt zu schlagen. Das gelingt in der Regel nicht. Trotzdem werden wir später sehen, dass man das Ganze auch etwas differenzierter betrachten sollte. Hätte man die 30 besten Tage nicht gehabt, wäre kaum noch ein Gewinn übrig geblieben. Wäre man die 60 besten Tage nicht dabei gewesen, hätte man sogar einen Verlust gemacht. In der Praxis ist es natürlich unrealistisch, dass man ausgerechnet genau diese Tage verpasst und alle anderen nicht. Auch solche Statistiken und Berechnungen sollte man daher mit einem gewissen Abstand betrachten. Die Grundaussage ist aber grundsätzlich richtig.
Hier der Chart eines globalen Aktienfonds von 1996, also die letzten 30 Jahre. Wir zoomen also wieder in einen kürzeren Zeitraum herein. Sehr schön zu sehen ist der Beginn des Anstiegs vor der Dotcom-Blase im Jahr 2000. Hier der Einbruch nach unten – das war 9/11. Ich gehe davon aus, dass sich einige von euch an dieses Ereignis erinnern. Danach hatten wir eine sehr lange Durststrecke bis 2003. Das waren für mich die härtesten drei Jahre. Ich habe um 1997 und 1998 begonnen, an der Börse zu investieren, und geglaubt, das Leben werde sehr angenehm, weil man mit wenig Aufwand viel Geld verdienen kann. Diese drei Jahre danach waren wenig ertragreich, aber sehr lehrreich – und letztlich ein wichtiger Abschnitt. Dann hat sich das Ganze wieder erholt bis 2007, gefolgt von der Finanzkrise und dem erneuten Crash, den wir vorhin bereits gesehen haben. Seit 2008 geht es im Prinzip relativ stetig nach oben. Wir sehen hier nach Abzug aller Kosten und Steuern: Wer einen globalen Aktienfonds steuer- und kostenoptimiert in einer Doppel-Nettopolizze investiert hat, erzielte eine Nettorendite nach Abzug aller Kosten und Steuern von knapp 10% in diesem Zeitraum. Wer diese 30 Jahre im Markt war und einmalig 10.000 Euro investiert hat, hätte heute einen Gewinn von 147.000 Euro erzielt. Ich glaube, damit ist jeder zufrieden.
Die große Frage ist: Was lernen wir aus der Geschichte? Wo stehen wir heute, und was können wir tun, damit es vielleicht nicht so schmerzhaft wird wie für mich in den Jahren 2000 bis 2003 oder in der Finanzkrise? Wie können wir solche psychologischen Belastungen etwas abfedern?
Zur platzenden Dotcom-Blase: Einige von euch wissen vielleicht, dass die heutige Zeit mit KI oft mit der Dotcom-Blase verglichen wird. Viele warnen davor, dass auch jetzt eine Blase entstanden sein könnte, die ähnlich wie im Jahr 2000 platzen könnte. Dazu habe ich etwas mitgebracht, das die Situation meiner Meinung nach sehr gut widerspiegelt. Im Jahr 2000 hatte Sun Microsystems wesentlich höhere Kurserfolge erzielt, ist aber nach dem Platzen der Dotcom-Blase wie viele andere IT-Unternehmen um 90% eingebrochen. Der Durchschnittsmarkt brach um 50% ein, Unternehmen wie die Deutsche Telekom, Sun Microsystems oder andere Tech-Giganten teilweise um 90%. Das tut richtig weh. Interessant ist, was damals der CEO von Sun Microsystems, Scott McNealy, gesagt hat. Die Aktie war am Höhepunkt mit dem Zehnfachen des Umsatzes bewertet. Er sagte sinngemäß: Um euch bei einer Bewertung vom Zehnfachen des Umsatzes in zehn Jahren euer Geld zurückzuzahlen, müsste ich zehn Jahre lang 100% des Umsatzes als Dividende ausschütten – ohne Kosten, ohne Forschung, ohne Steuern, nichts für Mitarbeiter. Was habt ihr euch dabei gedacht, liebe Investoren? Warum habt ihr das Unternehmen zu derart hohen Bewertungen gekauft? Das Zehnfache des Umsatzes. Wir haben Börsenkennzahlen, die zur Bewertung von Unternehmen herangezogen werden – das Verhältnis, zu welchem Preis ein Unternehmen an der Börse im Verhältnis zu seinem Gewinn bewertet wird. Hier geht es um den Umsatz. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Ein Unternehmen macht einen Umsatz und wird mit dem Zehnfachen dieses Umsatzes an der Börse bewertet. Das kann in der Regel nur bei kleinen Startups gerechtfertigt sein. Aber das waren bereits große, börsennotierte Unternehmen. Es war so viel Zukunftsfantasie im Markt, so viele Chancen wurden gesehen, dass man bereit war, zu derart hohen Kursen zu kaufen – was im Nachhinein utopisch war. Im Nachhinein ist man immer klüger, und wir sind heute hier, um daraus zu lernen. McNealy erklärte damit, warum es wahnsinnig gewesen war, diesen Preis überhaupt zu zahlen.
Wie ist es heute? SpaceX ist vergangenen Freitag, am 12. Juni, an die Börse gegangen. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis von SpaceX zum Zeitpunkt des IPOs beträgt das 96-Fache des Umsatzes. Was damals das Zehnfache des Umsatzes war und den CEO von Sun Microsystems zu der Aussage veranlasste, zu welchem Preis habt ihr denn gekauft, ist bei SpaceX das 96-Fache des Umsatzes. Die Idee war damals schon gut – wir haben das Internet, Technologie ist Fortschritt, und wir wissen, was uns die Technologie heute alles gebracht hat. Aber das rechtfertigt noch lange nicht, Unternehmen zu einem astronomischen Preis zu kaufen. Was damals das Zehnfache des Umsatzes war, ist bei SpaceX das 96-Fache. Das sind Superlative, die unglaublich sind. Und das ist genau das, was ich vorhin gemeint habe – bei derart hohen Bewertungen bleibt einem der Atem weg. Auf SpaceX komme ich in den nächsten Folien noch einmal separat zu sprechen. Aber auch andere Unternehmen, die zu den größten der Welt gehören und im S&P 500 zu den zehn größten zählen, wie Broadcom, haben ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 27. Das bedeutet, dass in den nächsten 27 Jahren der gesamte Umsatz an die Investoren zurückgezahlt werden müsste, damit diese ihren Einsatz zurückhaben – nicht der Gewinn, sondern der Umsatz. Zwischen Umsatz und Gewinn liegt in der Regel eine große Spanne. Das kann nur gerechtfertigt werden, wenn diese Unternehmen außerordentlich stark wachsen. Nvidia liegt bei 20, Tesla bei 15, Eli Lilly bei 13, Alphabet bei 10. Bei Alphabet hat man gesehen, dass Warren Buffett letztes Jahr eingestiegen ist – zu einem noch deutlich günstigeren Kurs. Alphabet hat in den letzten Monaten eine bemerkenswerte Rallye hingelegt. Es ist also immer wieder wichtig zu differenzieren, wann man ein Unternehmen kauft. Das sind relativ aktuelle Zahlen. Meta liegt bei 9,4, Microsoft und Apple bei 8,2. Bei Apple zum Beispiel, die 10 Milliarden Gewinn machen und sehr stark wachsen, könnte das durchaus gerechtfertigt sein. Bei anderen bin ich etwas skeptischer. Amazon ist in dieser Kennzahl noch relativ günstig bewertet. Die Aktie von Warren Buffetts Unternehmen liegt bei 2,6 – ein typischer Standardwert, ein eher unspektakuläres Unternehmen, aber relativ günstig bewertet. Zum Vergleich: Nestlé liegt bei 1,9 und VW bei 0,15, also unter einem Jahresumsatz. Das Unternehmen wird derzeit unglaublich günstig an der Börse gehandelt. Die Probleme sind bekannt, aber ich glaube daran, dass VW auch in zehn Jahren noch Autos verkaufen und sich den Gegebenheiten anpassen wird. Ich kann mir vorstellen, dass wir dieses Unternehmen in zehn Jahren noch an der Börse sehen werden und dass es seine Hausaufgaben machen und die Probleme lösen wird. Gleiches gilt für Nestlé. Ich möchte damit nur sagen: Man sollte nicht alle Aktien in einen Topf werfen. Es gibt solche und solche. Momentan wird sehr viel über Technologieunternehmen gesprochen, speziell in Amerika. Und der Börsengang von SpaceX hat tatsächlich alle bisher bekannten Rahmen gesprengt, denn derartige Bewertungen hat man, zumindest meines Wissens nach, noch nie gesehen.
Hier ein Zitat von Warren Buffett, dem wohl bekanntesten Investor der letzten Jahrzehnte. Er hat sich kürzlich aus seinem Unternehmen zurückgezogen und ist nicht mehr CEO – mit 95 Jahren. Er hat gesagt: Vergiss nie zu fragen, wie viel. Auch wenn eine Idee oder Geschäftsidee noch so gut ist, auch wenn die Story von SpaceX noch so überzeugend klingt – vergiss nie zu fragen, wie viel du dafür bezahlst. Eines der ersten Bücher, die ich gelesen habe, war von Benjamin Graham, dem Lehrer und Mentor von Warren Buffett, der das Buch „Der intelligente Investor" geschrieben hat. Ich empfehle es jedem, der Interesse an solchen Lektüren hat, als meine Hauptempfehlung. Natürlich kann man auch Kostolany lesen – sehr interessante Einblicke – oder die Essays von Warren Buffett. Auch dort lässt sich sehr viel lernen. Worum geht es? Es geht darum, wirklich selektiv in den Markt einzugehen, Unternehmen zu bewerten und zu einem Preis zu kaufen, der realistisch und gerechtfertigt ist. Benjamin Graham schrieb – ich habe einen Satz herausgeschrieben –: Der intelligente Investor ist ein Realist, der an Optimisten verkauft und von Pessimisten kauft. Im Jahr 2003 herrschte nur Pessimismus. Nach der Finanzkrise glaubten alle, es gehe nie mehr nach oben. Die langfristigen Charts vorhin haben gezeigt, dass sich der Markt immer wieder erholt hat. Die entscheidende Frage ist aber: Wann kaufe ich was? Und wie gehe ich dabei möglichst gut vor? Das spricht im Prinzip für selektives Investieren und dafür, nicht ausschließlich in Indizes zu investieren. Ich weiß, dass es dazu eine starke Marktmeinung gibt, aber ich möchte das anhand von Fakten darstellen, damit ihr euch selbst ein gutes Bild machen könnt.
Dann habe ich noch ein sehr interessantes Zitat aus dem Buch „Der intelligente Investor" von Benjamin Graham, das Sir Isaac Newton betrifft. Ich möchte nicht zu sehr in die Details eingehen, sondern nur den Rahmen kurz skizzieren, weil es so gut zu SpaceX passt. SpaceX ist ja für viele das Weltraumunternehmen schlechthin – wir erobern neue Galaxien, neue Welten, und damit lässt sich viel Geld verdienen. Damals, im Jahr 1720, hatte England einen Handel mit den Südländern begonnen. Es war sehr viel Fantasie im Markt, und die South Sea Company wurde gegründet – eine Schifffahrtsgesellschaft, mit der Handel betrieben wurde, an der auch die britische Regierung beteiligt war. Der Börsenkurs explodierte nahezu. Isaac Newton stieg aus, machte einen großen Gewinn und stieg rechtzeitig aus. Dann machte er aber einen großen Fehler: Die Party war noch nicht vorbei. Die Kurse stiegen weiter steil an und explodierten nahezu. Er stieg zu einem höheren Zeitpunkt wieder ein, in der Erwartung, dass es so weitergeht – kurz bevor die Wende kam. Dann implodierten die Kurse, die South Sea Company wurde quasi wertlos, und er verlor unheimlich viel Geld, im heutigen Geldwert mehrere Millionen Euro. Daraus stammt der bekannte Satz: Ich kann die Bewegung der Himmelskörper berechnen, nicht jedoch den Wahnsinn der Menschen. Ab diesem Zeitpunkt war er ein dauerhaft frustrierter Aktionär. Niemand weiß, wie die Geschichte mit SpaceX und den aktuellen Bewertungen weitergeht. Das sollte aber jedem eine Warnung sein, was in der Vergangenheit passiert ist.
Jetzt schauen wir uns SpaceX, da es so aktuell ist, etwas genauer an. 2025 erzielte der Konzern einen Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 33% gegenüber dem Vorjahr – also ein sehr starkes Wachstumsunternehmen. 11,4 Milliarden Dollar, circa 60%, kommen von Starlink, einem profitablen Geschäftsbereich mit Satelliten-Internet. Vier Milliarden kommen aus dem Raketengeschäft, also dem Kernthema, für das SpaceX bei den meisten bekannt ist – dieser Bereich ist finanziell neutral. Was viele nicht wissen: XAI, also die KI-Sparte, gehört ebenfalls zu SpaceX und ist stark verlustreich. 2025 wurde dort ein Verlust von 6,35 Milliarden Dollar gemacht. Insgesamt wurde 2025 ein Verlust von rund 5 Milliarden Dollar erzielt. Trotzdem wird das Unternehmen mit 1,8 Billionen Dollar bewertet – eine derart hohe Bewertung beim Börsengang hat es in der Geschichte noch nicht gegeben. Das entspricht einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 96, wie ich bereits erwähnt habe. Interessant ist außerdem, dass nur 5% der Aktien an die Börse gebracht wurden, also ein Streubesitz von 5% in den Händen verschiedener Aktionäre liegt. 95% der Aktien befinden sich im Besitz von Elon Musk. Er kontrolliert damit das Unternehmen und hat es so eingerichtet, dass er als Geschäftsführer nicht abgesetzt werden kann. Klagen können nur vor einem Schiedsgericht stattfinden, nicht öffentlich. Das hat einige Pensionsfonds dazu bewogen, anzukündigen, dieses Unternehmen nicht kaufen zu wollen, solange die Unternehmensführung derart gestaltet ist.
Damit man sich eine Billion etwas besser vorstellen kann, weil wir uns mit solchen Größenordnungen wirklich schwertun: Eine Million Sekunden sind 11,5 Tage – das kann man sich noch vorstellen. Eine Milliarde Sekunden, also drei Nullen mehr, sind 31,7 Jahre – vielleicht auch noch vorstellbar, wenn man überlegt, was vor 31 Jahren war und was in 31 Jahren sein könnte. Hängt man noch einmal drei Nullen dran, kommt man auf 31.000 Jahre. Das ist eine unvorstellbare Größe – damals befanden wir uns in der Eiszeit und betrieben Höhlenmalerei. Elon Musk ist durch diesen Börsengang auf dem Papier zum ersten Billionär der Geschichte geworden. Das sind astronomische Zahlen.
Was bedeutet das für den Investor? Was bedeutet das speziell für jemanden, der in ETFs investiert? Zur Einordnung: An die Börse gebracht wurden ca. 90 Milliarden Dollar, also nur etwa 5% des Unternehmens – alle Zahlen sind gerundet. Daraus ergibt sich die Marktkapitalisierung, wie ich vorhin erwähnt habe. Allein diese 5%, die an die Börse gebracht wurden, übertreffen alle bisherigen IPOs, also alle Neuemissionen an der Börse. Der bisher größte Börsengang war 2019 von Saudi Aramco mit rund 26 Milliarden Dollar, gefolgt von der Alibaba Group 2014 mit 22 Milliarden Dollar. SpaceX hat nun knapp 90 Milliarden Dollar eingesammelt. In der Grafik sind die Börsenbewertungen noch einmal dargestellt. Im Jahr 2000 kamen circa 300 Unternehmen an die Börse, mit Emissionserlösen von insgesamt rund 120 Milliarden Dollar – aufgeteilt auf 300 Unternehmen. SpaceX hat vergangenen Freitag alleine 90 Milliarden Dollar eingesammelt. Wir erleben gerade Geschichte. Und SpaceX ist nicht allein: OpenAI und Anthropic planen dasselbe, voraussichtlich im Herbst, ohne genaues Datum, was wahrscheinlich auch von der weiteren Börsenentwicklung abhängen wird.
Um die Größenordnung einzuordnen: SpaceX wäre mit einer Marktkapitalisierung von 1,8 Billionen Dollar das achtgrößte Unternehmen der Welt. Inzwischen ist der Kurs bereits gestiegen, sodass wir nun bei über 2 Billionen liegen. SpaceX könnte hier also relativ schnell weiter vorrücken. Für OpenAI und Anthropic wird beim geplanten Börsengang von einer Bewertung von knapp einer Billion Dollar gesprochen. Das bedeutet, dass eine der größten IPO-Wellen der Börsengeschichte bevorsteht, mit über 4 Billionen Dollar in Summe, für die frisches Kapital gesucht wird. Zum Vergleich: Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Deutschland und Frankreich zusammen.
Nun kurz zur Frage, ob man über Investitionen in Indizes wie MSCI World, FTSE All World, S&P 500 und so weiter tatsächlich auch in diese neuen Unternehmen investiert werden kann. Es gibt grundsätzlich Regeln der verschiedenen Indexanbieter. Hier haben wir vier davon aufgeführt. Die Quelle und die Grafik stammen von Finanzfluss. Wir weisen darauf hin, dass es dort ein tolles Video gibt, das das Ganze in 15 bis 20 Minuten sehr anschaulich erklärt. Daher fasse ich es hier nur kurz zusammen. Der MSCI-Anbieter verlangt grundsätzlich eine Mindesthandelsdauer von drei Monaten, und die Aufnahme erfolgt einmal im Quartal. Beim S&P 500 muss ein Unternehmen zwölf Monate an der Börse sein, bevor es aufgenommen werden kann. FTSE nimmt einmal im Quartal auf, und Nasdaq grundsätzlich einmal im Jahr im Dezember. Das haben sie nun extra für diese großen Börsengänge geändert: Die Aufnahme erfolgt jetzt einmal im Quartal, bereits nach dreimonatigem Handel. Es gibt auch eine Änderung bei den Free-Float-Grenzen. Der bisherige Mindeststreubesitz von 10% wurde abgeschafft. Es gibt kein Minimum mehr, stattdessen eine maximale Gewichtung für geringen Streubesitz. SpaceX hat ja nur 5% Streubesitz und wäre mit der alten Regelung nicht in den Index aufgenommen worden. Auch die Regelung, dass ein Unternehmen erst ab dem 15. Handelstag aufgenommen werden kann, wurde geändert. Kurz zusammengefasst: Es wurden Änderungen vorgenommen, damit typische Indexkäufer mit einem Nasdaq-ETF dieses Unternehmen schneller kaufen können. Dadurch ist man in der Regel automatisch dabei. Auch beim FTSE gilt: Ab dem fünften Handelstag und bei einem Streubesitz von 5% – was gegeben ist – erfolgt die Aufnahme einmal im Quartal. Das Unternehmen wird also tatsächlich aufgenommen. Der S&P 500 hat eine Streubesitzgrenze von 10%, hat überlegt, die Regeln zu ändern, es aber nicht getan. Wer also in einem S&P-500-Index investiert ist, kauft derzeit SpaceX nicht. Beim MSCI gilt grundsätzlich eine Grenze von 15%, bei der man nicht dabei wäre. Aber auch hier gibt es eine Ausnahme für sehr große Titel, weshalb man mit folgenden Anteilen investiert ist: Wer beispielsweise einen MSCI World hat, investiert 0,1% seines Geldes in SpaceX. Beim FTSE All World sind es 0,09%, beim Nasdaq 100 circa 0,5%. Das wären die entsprechenden Werte auch für die anderen Unternehmen, wenn sie wie geplant an die Börse kommen. Betrachtet man diese Werte, gibt es grundsätzlich keinen Grund zur Beunruhigung oder Panik. Das sind keine Werte, die uns besorgen sollten. Was man aber berücksichtigen sollte: Der Anteil der Unternehmen an der Börse kann jederzeit erhöht werden, da bisher ja nur 5% platziert wurden. Und wie wir vorhin gesehen haben, haben auch Unternehmen
Dieses Risiko betrifft auch dich. Im Folgenden wird ausführlich beschrieben, wie sich die Geldmenge entwickelt hat und wie immer mehr Geld gedruckt worden ist. Die Staaten – nicht nur Österreich, sondern alle europäischen Staaten, allen voran auch Amerika und Japan – haben sich stark verschuldet, was für die Zukunft gewisse Gefahren birgt. Die vereinbarte Staatsschuldenobergrenze lag bei 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Tatsächlich liegen wir bereits bei 80 Prozent, und wie fast alle Länder weit darüber. Besonders beunruhigend sind die Prognosen: Man möchte die Staatsschulden reduzieren und einbremsen, wofür Reformen notwendig sind. Gelingen diese Reformen, steigen die Staatsschulden im besten Fall auf 148 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Gelingen sie nicht, steigen sie auf 250 Prozent. Das bedeutet, dass zwar Risiken auf der Seite von Aktienunternehmen bestehen, die Alternative – nichts zu tun und das Geld in Staatsanleihen zu investieren, wie es früher vielleicht einfacher war – derzeit jedoch ebenfalls mit Vorsicht zu genießen ist.
Was ist die Lösung? Die Lösung kann selektives Investieren sein. Wie bereits gezeigt wurde, gibt es Unternehmen wie Nestlé, Volkswagen, Coca-Cola oder Berkshire – breit aufgestellte Unternehmen, die vom gesamten Tech-Hype in Amerika nicht betroffen waren. Diese Unternehmen wurden zuletzt eher gemieden und gelten als unspektakulär, sind jedoch profitabel und erwirtschaften Gewinne. Es gibt sogenannte Dividendenaristokraten – Unternehmen, die seit 60 Jahren jedes Jahr steigende Gewinnausschüttungen an Anleger vorgenommen haben. In diesem Segment findet sich sehr viel substanzieller Wert. Diese Unternehmen sind von der Geldschwemme weniger betroffen und haben eine starke Marktstellung. Sollte es zu größeren Verwerfungen kommen, bin ich davon überzeugt, dass die Mehrzahl dieser Unternehmen das gut überstehen wird. Ein Indikator dafür, dass diese Unternehmen derzeit möglicherweise interessant zum Kauf sind, zeigt sich in einem Blick auf die Vergangenheit: Vor dem Jahr 2000 wurden diese Qualitätsunternehmen großteils gemieden, weil viele Anleger die Chancen in Dotcom-Unternehmen sahen. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase waren es genau diese Qualitätsunternehmen, die die großen Profiteure waren. Derzeit ist wieder eine markante Underperformance zu beobachten, da das Geld sehr einseitig in Technologieunternehmen rund um künstliche Intelligenz fließt. Das muss nicht zwingend falsch sein – es soll hier lediglich differenziert dargestellt werden, dass es Alternativen gibt und man sich selektiver aufstellen kann.
Hier noch ein Vergleich von Berkshire mit dem S&P 500: In der blauen Linie ist das Unternehmen von Warren Buffett dargestellt, das unter anderem in Coca-Cola, Alphabet und Apple investiert, grundsätzlich aber in solide Geschäftsmodelle wie Eisenbahngesellschaften und Versicherungskonzerne – mit sehr hohen Gewinnen und hohen Cash-Reserven. Berkshire hält derzeit 30 Prozent seiner gesamten Unternehmenskapitalisierung tatsächlich in Cash, was darauf hindeutet, dass man an der Börse mit einem gewissen Effekt rechnet. Im Vergleich der letzten 20 bis 25 Jahre hat sich Berkshire gegenüber dem S&P 500 etwas besser geschlagen. Interessant ist dabei das Jahr 2000: Als die Dotcom-Blase ihren Höhepunkt erreichte, wollte niemand mehr Berkshire kaufen – das Unternehmen galt als unattraktiv und verlor tatsächlich rund 40 Prozent an Wert. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase wurde Berkshire wieder interessant, und der Kurs stieg im Verhältnis zum S&P 500 wieder stark an. Genau an diesem Punkt befinden wir uns derzeit wieder: Die Berkshire-Aktie hat in den letzten zwölf Monaten 40 Prozent weniger performt als der S&P 500. Das ist zwar eine Betrachtung der Vergangenheit, könnte aber ein Hinweis darauf sein, dass es genau jetzt interessant ist, in solche soliden Unternehmen zu investieren oder das Portfolio breiter aufzustellen.
Grundsätzlich bin ich ein Befürworter des Sowohl-als-auch statt des Entweder-oder. Unsere Strategie besteht darin, sowohl passiv als auch aktiv zu investieren – in einem Mischverhältnis, das wir gemeinsam mit den Investorinnen und Investoren im persönlichen Beratungsgespräch bestimmen und bei dem wir die jeweiligen Vor- und Nachteile aufzeigen. So gelangt man zu einem individuellen Mix, der für jeden gut passt.
Dazu haben wir einige Links zu Artikeln, in denen wir auf diese Themen bereits wesentlich ausführlicher eingegangen sind – zum Beispiel zu Clean Shares als beste Alternative zu ETFs. Wichtig ist dabei immer: Wer selektiv mit aktivm Management investieren möchte, sollte auf die Kosten achten. Der Grund, warum aktivs Management so in der Kritik steht und in wissenschaftlichen Studien so schlecht abschneidet, sind überwiegend überhöhte Kosten, die für Vertriebsprovisionen verwendet werden. Diese Struktur hat sich in den letzten 50 Jahren herausgebildet und muss bereinigt werden. Inzwischen gibt es erste Wege dorthin: Unternehmen bieten sogenannte provisionsfreie Fondsklassen – Clean Shares – auch für Kleinanleger an, ab 100 Euro monatlich oder ab 10.000 Euro Einmalerlag. Normalerweise stehen solche provisionsfreien Fonds nur Großinvestoren ab 5 Millionen Euro zur Verfügung. Wir empfehlen Clean Shares und haben die Möglichkeit, diese auch in Produkten für Kleinanleger umzusetzen.
Hier sind die Ergebnisse unserer Portfolios seit 2014 zu sehen. In blau das gemischte Portfolio mit 50 Prozent – ich gehe kurz in den Rechner. Das ist unser fynup-Rechner, der im fynup-Portal zur Verfügung steht und wesentlich mehr Informationen liefert, etwa zu Anlageklassen und Management-Stil. Hier ist ein Portfolio mit 50 Prozent passiven ETFs und 50 Prozent aktiv gemanagten Clean Shares dargestellt, daneben ein Portfolio mit 100 Prozent ETFs – Vanguard Global Stock und Vanguard Emerging Markets – sowie ein Portfolio mit nahezu 100 Prozent aktivm Management, mit dem man in den nächsten Monaten möglicherweise gut aufgestellt sein könnte. Im Rückblick zeigt sich: Mit der Mischung aus 50 Prozent aktiv und 50 Prozent passiv konnte das passiven Investment nach Abzug aller Kosten und Steuern übertroffen werden. Hätte man am 1. Februar 2014 100.000 Euro in eine Doppelnetto-Police mit diesen konkreten ETFs und Fonds investiert, hätte man heute einen Gewinn von 317.000 Euro erzielt – in blau – gegenüber 282.000 Euro in rot. Das entspricht einer Outperformance von rund 30.000 Euro. Das ist eine erfreuliche Entwicklung, die sich jedoch nicht zwingend wiederholen muss. Den großen Vorteil sehen wir weniger in der Vergangenheitsbetrachtung, die sich ohnehin nicht mehr verändern lässt, sondern in der Kombination aus passivenm und aktivm Investieren – eben weil man mit einem aktivn Ansatz selektiver agieren kann.
Als Beispiel sei hier der Amundi US Equity Fundamental Fund genannt, der in Amerika nur in rund 30 Unternehmen investiert und damit wesentlich selektiver vorgeht. Schaut man auf die Einzeltitel, findet man dort Amazon und Apple – durchaus hoch bewertet, aber nicht so hoch wie etwa Nvidia. Microsoft ist ebenfalls enthalten, daneben aber auch andere Unternehmen, die für die Zukunft möglicherweise besser aufgestellt sind. Ob dem Fondsmanager das gelingt, wissen wir ebenso wenig wie jeder andere – die Zukunft ist ungewiss. Wir fühlen uns jedoch wohl dabei, einen Teil des Portfolios selektiver aufzustellen, also nicht vollständig mit dem Markt mitzugehen. Die etwas höheren Kosten wurden in der Vergangenheit durch die bessere Performance mehr als ausgeglichen, und man ist mit unterschiedlichen Managementansätzen breiter aufgestellt.
An alle, die uns zuschauen und bei uns ein Betreuungspaket haben: Wir werden in nächster Zeit mit konkreten Vorschlägen auf euch zukommen, wie das jeweilige Portfolio in der aktuellen Situation leicht angepasst werden kann. Wichtig ist dabei: Wir versuchen kein Market Timing zu betreiben, da das niemandem gelingt. Innerhalb der Anlageklasse Aktien lässt sich jedoch durch eine Veränderung der Gewichtung durchaus ein positiver Einfluss erzielen.
Abschließend sieben Regeln für turbulente Zeiten. Erstens: Du solltest wissen, was du hast. Wir erleben es leider immer wieder, dass Interessenten zu uns kommen und sagen, sie hätten einen MSCI World oder MSCI All Country World Index und damit sei alles in Ordnung – vielleicht seit acht Jahren investiert. Man muss aber auch verstehen, was dahinter steckt und wie sich ein solcher Indexfonds oder ETF in Krisenzeiten verhalten kann, um darauf vorbereitet zu sein. Niemand weiß, wann eine Krise kommt, aber es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, dass irgendwann wieder ein größerer Rückschlag an den Aktienmärkten eintreten wird. Das Wichtigste ist daher, zu wissen, was man hat – ohne dabei ein Experte in der Tiefe der Materie sein zu müssen, aber mit einem grundlegenden Verständnis der eigenen Portfoliostruktur.
Das entspricht auch unserem Beratungsansatz: Wir stellen sehr viel Wissen und Information kostenfrei zur Verfügung und übernehmen dann die individuelle Beratung. Ich frage mich oft, wie es Bankern oder provisionsbasierten Beratern gelingt, ohne Vorabinformationen für den Kunden alles in ein oder zwei Gesprächen vollständig zu vermitteln. Für uns ist es wesentlich angenehmer: Im Beratungsgespräch kann ich dem Kunden sagen, dass das Gespräch aufgezeichnet wird und er es sich noch einmal ansehen kann. Ich gebe einige Informationen mit – sogenannte Hausaufgaben: zwei, drei Videos ansehen oder einen Artikel lesen. So kann man besser verstehen, worum es geht, und im Folgegespräch lässt sich das Thema viel fundierter umsetzen. Gegebenenfalls folgt noch ein drittes Gespräch. Entscheidend ist immer diese Kombination aus digitaler Information und persönlicher Beratung. Wenn das gut digitalisiert ist, lassen sich provisionsfreie, günstige Produkte auch wirtschaftlich erfolgreich abwickeln. Hohe Qualität zu günstigen Kosten in der Betreuung ist ebenfalls nur mit dem Einsatz von Technologie möglich. Wir nutzen daher auch KI-Lösungen, die von Anbietern zur Verfügung gestellt werden oder zu guten Preisen eingekauft werden können. Diese Entwicklung kommt dem Kunden sehr zugute – vorausgesetzt, dass auch diese Unternehmen langfristig Gewinne erwirtschaften.
Was ist in turbulenten Zeiten noch wichtig – auch wenn diese derzeit an der Börse noch kaum sichtbar sind? Die Kurse steigen von Monat zu Monat, mit kurzen Rücksetzern, die sich schnell wieder erholen. Wirklich gelitten hat man in den letzten Jahren nicht, so wie im Jahr 2000 oder 2007/2008. Solche Zeiten haben wir derzeit nicht. Dennoch sollte man auf eine eventuelle Krise vorbereitet sein und für ausreichend Liquidität sorgen. Unsere Empfehlung lautet grundsätzlich, sechs Monatsgehälter als Liquiditätsreserve zu halten. Wenn eine Krise kommt, sind viele Menschen auch am Arbeitsmarkt betroffen – Kurzarbeit, Lohneinbußen. Plötzlich benötigt man mehr Kapital, als man eingeplant hatte. Deshalb sollte man einen Liquiditätspuffer aufbauen, damit man in Krisenzeiten nicht bei fallenden Aktienmärkten auf das Vermögen im Aktiendepot oder in der Police zurückgreifen muss. Liquidität ist entscheidend. Wer möchte – und das ist keine Pflicht – kann sich zusätzliche Reserven zurückhalten, um günstige Kurse bei Rücksetzern zu nutzen. Das halte ich aus heutiger Sicht für eine gute Idee. Alternativ kann man in selektivere Anlagen investieren.
Zweitens: Panikverkäufe sind unbedingt zu vermeiden. Wenn es wirklich turbulent wird, ist ein Panikverkauf eine der teuersten Entscheidungen, die man treffen kann. Wir sind in solchen Situationen für dich da, informieren über Webinare im Betreuungspaket und versuchen, die Lage einzuordnen. Wir haben keine Glaskugel, aber gute Information ist in Krisenzeiten hilfreich – auch wenn wir uns derzeit noch nicht in einer solchen befinden.
Drittens: Ich bin davon überzeugt, dass Qualitätsunternehmen Krisen nicht nur überstehen, sondern sogar davon profitieren können. Viertens: Man braucht Ausdauer und Durchhaltevermögen. Ein Sparplan ist der stärkste Verbündete – bestehende Sparpläne sollten wenn irgend möglich durchgehalten werden. Das Sparen aufzugeben, nur weil die Kurse vorübergehend fallen, ist keine gute Entscheidung.
Fünftens: Die Welt wird immer Krisen haben. Es wird immer Kriege und wirtschaftliche sowie politische Spannungen geben. Die Frage ist nicht, ob die nächste Krise kommt, sondern ob du darauf vorbereitet bist. Mit diesen Punkten solltest du bestmöglich vorbereitet sein.
Wir erstellen auch einen Finanzplan, in dem wir deine persönliche Situation und deine bestehenden Produkte analysieren, deine Ziele definieren, prüfen, ob die Produkte zu deinen Zielen passen, und anschließend ein Finanzkonzept erarbeiten – damit du, wenn es gut läuft, davon profitierst und wenn es weniger gut läuft, alles im Griff hast.
Abschließend möchte ich mit einem Zitat meines Lieblingsinvestors Warren Buffett schließen: Der Aktienmarkt ist ein Instrument, das Geld von den Ungeduldigen zu den Geduldigen transferiert. Sei also geduldig, sei auf mögliche Szenarien vorbereitet – und du wirst feststellen, dass du sehr ruhig schlafen und sehr gute, positive, reale Renditen erzielen kannst.