Transkript zum Nachlesen und Suchen
Krieg, Krisen, Blockaden – was bedeutet das alles für dein Geld und deine Geldanlage? Wie wertvoll ist jetzt eine Finanzberatung? Das sind sehr berechtigte Fragen. Schlaue Antworten liefert Finanzprofi Wolfgang. Es geht um dein Geld, schau dir das an. Praktisch veranlagt, der Podcast für alle, die Finanzen besser verstehen wollen.
Hallo, mein Name ist Michael. Gehen wir gleich ans Eingemachte. Lieber Wolfgang, was bedeutet der Krieg jetzt für mein Geld und meine Geldanlage?
Grundsätzlich ist es so, dass Krisen eigentlich das Normale sind, sowohl an der Börse als auch in unserem Leben. Leider oder glücklicherweise vergessen wir das oft wieder. Wenn ich nur ein paar Beispiele nennen darf: 1991 war der erste Irakkrieg. Damals erinnere ich mich, dass wir an der Tankstelle Benzinkanister auffüllten, weil wir glaubten, jetzt sei eine richtige Krise auch bei uns. 1998 die Russlandkrise, verbunden mit dem Hedgefonds LTCM, Long Term Capital Management, der dann in Konkurs ging und fast eine Weltwirtschaftskrise ausgelöst hätte.
Das kann ich mich nicht mehr erinnern.
Ja genau, das sind die Sachen, die man dann wirklich wieder vergisst. Was sicher in Erinnerung geblieben ist, Michi und den meisten auch, das war dann die Internetblase. Oder speziell dann im Zuge 2001 der Terrorangriff auf das World Trade Center, also 9-11. Das glaube ich, das ist noch jedem wirklich sehr, sehr bewusst. Oder die Finanzkrise 2008, die war auch sehr einschneidend. Das war der größte Einbruch an den Finanzmärkten seit den 1930er Jahren. Da hat man wirklich geglaubt, jetzt ist es vorbei mit unserem Geldsystem. Und dann kam die Euro-Krise 2012, 2013. Wir erinnern uns an die Zypern-Krise, Griechenland. Dann natürlich Corona 2020 und 2022, wie Russland dann in der Ukraine einfiel. Das, glaube ich, ist uns auch noch bekannt. Jedes Mal, wenn etwas Neues passiert, schreckt man natürlich auf und hat Angst, ganz verständlich. Grundsätzlich muss man sich aber vor Augen führen, ich könnte wirklich eine Liste zurückgehen bis zu den 1970er Jahren, also seit meinem Geburtsdatum im Prinzip. Und wir haben jedes Jahr irgendeinen Krisenmodus gehabt. Das Entscheidende ist, dass Aktien an den Börsen durchschnittlich, auch in diesen Zeiten, durchschnittlich immer so um 8, 9 Prozent, teilweise sogar 10 Prozent in gewissen Perioden gestiegen sind. Kurzfristig hat man halt die Schwankungen gehabt, aber entscheidend ist ja, was langfristig sich entwickelt.
Du sagst also, Krisen sind eh das Normale. Was bedeutet das jetzt für mich und meine Geldanlage? Wie gehe ich vor? Wie bereite ich meine Geldanlage vor auf Krisen und Kriege und alles Mögliche?
Das Wichtigste ist einmal, wenn man Geld anlegt, man braucht einen Plan und man braucht eine Strategie, bevor man überhaupt einmal startet. Und es ist ja eine sehr individuelle Sache, wie ich auf eine Krise reagiere. Es macht ja einen riesengroßen Unterschied, ob ich jetzt für die Pensionsversorgung 200 Euro monatlich spare und ich heute vielleicht 40 Jahre bin. Also das heißt, der Beginn der Entnahmen erst in 25 Jahren beginnt und dann hoffe ich, lebe ich nur einmal 25 Jahre. Das heißt, ich habe eine Investitionsdauer von 50 Jahren. Da wird langfristig dieser Irak-Krieg noch... Nach historischen Daten oder wenn man zurückschaut auf die anderen Ereignisse, die haben keine Rolle gespielt. Niemand kann in die Zukunft schauen, bleiben wir lieber bei den vergangenen Sachen. Da kann man drauf zurückführen. Das heißt, in der Vergangenheit haben solche Krisen wirklich nichts ausgemacht für den Investor, der das durchgezogen hat. Was soll ich jetzt machen? Es ist wirklich ganz unterschiedlich. Habe ich jetzt eine Pensionsversorgung, wie ich schon gesagt habe? Kunden haben ja in der Regel mehrere Produkte. Die haben ein Online-Depot, die haben vielleicht am Sparbuch etwas liegen, die haben Aktienfonds, die haben vielleicht auch Anleihen. Das heißt, auf welche Veranlagungsart sollte man wie reagieren? Das ist eine höchst individuelle Sache und entscheidend ist, dass man einfach seine Strategie und seinen Plan durchzieht. Also am Aktienmarkt. Der Kostolani hat immer gesagt, es gibt die Zittrigen und die Hartgesottenen und langfristig werden immer die Hartgesottenen gewinnen, weil die einfach genau bei solchen Krisen nicht wie ein Fähnchen im Wind sofort umfallen, sondern einfach der Strategie und dem Plan treu sind und durchhalten. Ich weiß, das ist oft nicht leicht, aber das ist eben sehr wichtig, dass man hier einfach durchzieht, was man geplant hat und da an der Stelle ist ja dann oft eine oder ein Betreuer, der dich da ein bisschen unterstützt, vielleicht wertvoll. Und ja, das sind auch so die Punkte, wo zum Beispiel auch der Warren Buffett gesagt hat, Investing is simple but not easy. Und genau in Krisenzeiten ist es so, dass es nicht easy ist, diese Strategie, die man vielleicht einmal hoffentlich geplant hat, durchzuhalten. Das ist halt Emotion, Angst und Gier. Das sind halt, ja, das sind mächtige Gefühle.
Angst und Gier funktionieren ja auch in den Social Media recht gut. Und da hören wir ja oft von Influencern, dass gerade in Krisenzeiten muss man irgendwas machen, weil ich sehe das, ich schaue auf Social Media und dann sagen die Influencer, was weiß ich, jetzt muss ich alles verkaufen oder gehe aus Bitcoin raus und was weiß ich. Die ärgsten Sachen brauche ich dir eh nichts erzählen. Haben so Strategien für Geldanlage, jetzt weiß ich nicht, funktioniert das? Ist jetzt der MSCI World schlecht? Ist der nicht mehr zum Schlagen? Was mache ich jetzt?
Ja, also es ist grundsätzlich so, du hast vollkommen recht, Michi, man hört manche Stimmen oder viele Stimmen, die sehr aktionistisch sind, also handeln, handeln, handeln. Es gibt aber auch seriösere Informationen im Netz, die sagen, hey, alles gut, die weisen auf diese langfristige Statistik hin und im Prinzip brauchst du nichts machen. Du wirst 20 oder 10 verschiedene Videos anschauen, hast wahrscheinlich 10 verschiedene Meinungen. Das Entscheidende ist, dass es dann letzten Endes doch eine sehr individuelle Situation ist. Welche Produkte hast du und welchen Lebensabschnitt bist du gerade? Also habe ich eine Pensionsversorgung, wie vorher gesagt, habe ich ein Wertpapierdepot, habe ich ein Sparbuch? Und das ist dann schon sehr unterschiedlich, wie ich mich verhalte. Es kann sein, dass ich in einer gewissen Situation tatsächlich vielleicht in meinem mittelfristigen Wertpapierdepot aufgrund der aktuellen Situation etwas ändern sollte, bei der langfristigen Pensionsvorsorge aber nicht. Das heißt, Pauschalaussagen sind hier problematisch oder können problematisch sein. Ich weiß, auch Influencer weisen sehr oft darauf hin, dass genau die individuelle Beratung dann einfach genau das Problem ist, weil das eben sehr, sehr teuer ist. Sehr berechtigte Information, also das stimmt. Individuelle Beratung ist sehr teuer und deswegen sollte man sich vor dem Kauf, bevor man ein Produkt kauft, bevor man sich mit einem Berater wirklich für einen Berater entscheidet und für Produkte entscheidet, soll man wirklich genau prüfen, Preis-Leistungs-Verhältnis, was will ich, was brauche ich, wofür bezahle ich, wie viel und wie flexibel bin ich in dem ganzen Vermögensaufbau.
Und was brauche ich jetzt als normaler Anleger, damit meine Geldanlage krisensicher ist?
Wie ich vorher schon gesagt habe, du brauchst auf alle Fälle einen Finanzplan und eine Strategie. Das ist das Allerwichtigste, bevor man überhaupt startet. Im Prinzip sind es drei Punkte, die du brauchst. Finanzplan und eine Strategie. Die kann man sich selber zurechtlegen. Aber da kann man sich auch Unterstützung holen. Der zweite Punkt ist, du brauchst ein Basisverständnis für die Anlageklassen, im Wesentlichen Sparbuch, Anleihen, Aktien. Das sind so die wichtigsten. Da kann man sich dann noch zusätzlich ein bisschen beschäftigen mit Immobilien oder eben auch mit Edelmetallen. Aber die wichtigsten sind eben, wie gesagt, Sparbuch oder Geldmarkt, Anleihen und Aktien. Und dann brauche ich im Prinzip nur mehr die Information, welche Produkte sind für welche Ziele am besten geeignet. Die Themen Qualität, Kostensteuereffizienz und Flexibilität ins Spiel. Und drittens ist im Prinzip, wo du die Produkte kaufst. Das macht nämlich einen großen Unterschied, dann hat Einwirkung auf die Qualität, auf die Kostensteuereffizienz und auf die Flexibilität. Und im Prinzip, wo du das kaufen kannst, du kannst es im Prinzip online informieren. Kannst du dann alles selbst kaufen. Du kannst zu einem Berater gehen, bei einer Bank, Versicherung oder zu einem selbstständigen, unabhängigen Berater. Manche mehr, manche weniger. Oder eben zu einem Honorarberater. Das sind im Prinzip dann wieder die drei Möglichkeiten, wo du Produkte dann direkt kaufen kannst.
Das ist spannend. Das schauen wir uns jetzt nach der Reihe an. Das erste ist ja heutzutage online, hast du gesagt. Die erste Möglichkeit, wo man was kaufen kann, ist online. Heutzutage kann man ja alles Mögliche online kaufen. Wenn nicht alles. Was sind jetzt die Vorteile? Oder gibt es sicher auch Nachteile, wenn ich meine Geldanlage jetzt online selber mache?
Online selber machen, ich habe klare Vorteile bei den Kosten und ich bin selbstbestimmt. Das heißt, ich weiß, ich kann das selber entscheiden. Und in der Regel, wenn ich es online direkt kaufe, ist es grundsätzlich günstig. Es gibt aber auch ein paar Fallstricke. Aber grundsätzlich kann man das mal so stehen lassen. Die Nachteile, die man, wenn man es selber kauft, speziell in Krisen, sind vielleicht, reichen dann in Krisensituationen die allgemeinen Informationen, die ich im Internet bekomme, für meine Handlung wirklich aus. Wie ich vorher schon gesagt habe, ich... bekomme vielleicht irgendwo eine Empfehlung zu handeln. Betrifft das jetzt alles? Betrifft das nur mein Wertpapierdepot, das ich für mittelfristige Ziele habe? Oder betrifft das vielleicht meine Doppelnetto-Polizze, die ich habe für meine Pensionsversorge? Dann habe ich vielleicht nur einen dritten oder einen vierten Topf. Ist es vielleicht unterschiedlich? Das heißt, ich habe da eher einheitliche Informationen, aber keine individuelle Beratung. Und ich weiß das, ich bin seit über 30 Jahren auch in der Finanzberatung tätig. Es ist im Prinzip so wie beim Hausbauen. Wenn jemand Haus baut, dann weiß man, man hat eine Küche, ein Esszimmer, ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer, zwei Kinderzimmer, Bad und so weiter. Weiß man. Immer Standard. Trotzdem baut jeder sein Haus individuell. Und bei der Finanzberatung und speziell bei der Betreuung ist es dann auch so, grundsätzlich hat man schon einheitliche Informationen, die für... alle gleichermaßen gelten. Es ist aber dann trotzdem oft eine sehr individuelle Sache und Kunden haben nach speziellen Krisenzeiten doch wieder das Bedürfnis, die individuelle Situation ganz konkret zu betrachten. Es ist oft eine psychologische Sache, wo man einfach verunsichert ist und da brauche ich vielleicht eine Vertrauensperson, die mich da an der Hand nimmt, damit ich dann eben keine Fehler mache und zur falschen Zeit genau das falsche mache in dieser Zeit.
Und wie beim Hausbau, der Teufel liegt dann wahrscheinlich oft im Detail.
Genau.
Und deswegen gehen wahrscheinlich viele mit ihrer Geldanlage zu vertrauenswürdigen, sag ich jetzt einmal unter Anführungszeichen, Institutionen wie zum Beispiel der gewohnten Bank oder dem Versicherungsberater, den sie schon ewig kennen oder vielleicht sogar einen Bekannten aus der aus irgendeinem Verein, der sich gut mit dem Geld auskennt und da was macht, weil da kennt ja jeder irgendjemanden. Also die zweite Kategorie, die du vorher genannt hast, war ja Hausbank, Versicherung, solche Dinge, klassische Beratung. Wo wären jetzt da die Vorteile, weil da hätte ich ja jemanden, der sich um mich kümmert, den ich vielleicht sogar schon gut kenne. Wo sind Vorteile und wo sind Nachteile?
Ja, wie du eh schon gesagt hast, Michi, also die Vorteile sind die persönliche Beratung. Jederzeit ist ein Gespräch möglich. Ich habe eine Vertrauensperson, an die ich mich wenden kann, die mir hilft, unter Anführungszeichen. Die Nachteile sind genau die, die wir ja auch wirklich von Influencern immer hören, wo sie sagen, pass auf, wenn du zu einem Berater gehst, weil erstens, die sind sehr, sehr teuer. Das sieht man oft nicht, wie teuer die sind, weil die über versteckte Provisionen oder über Provisionen, die schon transparent grundsätzlich in den Bedingungen stehen, aber deren Auswirkung die Kundinnen meistens nicht erkennen. Das heißt, ich bezahle den Berater nicht direkt, weil die Berater, Banken, Versicherungen, Freiberater bezahlt werden über Provisionen von Produkten, die ich bei denen gekauft habe. Und das hat katastrophale Auswirkungen, weil dafür lebt man wirklich pro Jahr 2% Rendite. Wie wir schon oft in Podcasts und Videos gezeigt haben. Und die Auswirkungen sind so katastrophal, weil ich wirklich 50% des Gewinnes dadurch verliere.
Weil diese Provisionen über die Kosten bezahlt werden, die du bezahlst. Also der Anleger.
Genau so ist es. Und dieses Provisionsthema ist halt auch so problematisch, weil ich damit so unflexibel bin. Weil einmal Provision bedeutet immer Provision. Ich werde dadurch unheimlich unflexibel. Und wenn ich diese Dienstleistung der Beratung nicht mehr brauche, dann zahle ich es trotzdem. Das ist wie bei so einem Abo, wenn ich gehe in ein Fitnesscenter und ich bezahle einfach das Abo, ohne dass ich hingehe. Oder ich brauche es vielleicht nicht mehr, weil ich mir daheim ein Fitnesscenter einrichte, also weil ich daheim trainiere. Und ich bezahle das aber immer. Und die Auswirkungen der Kosten sind halt viel, viel höher, als wenn es nur um ein Fitnesscenter-Abo ginge. Ich kriege es nicht mehr weg. Das ist wie ein Glotz am Bein. Das kriege ich einfach nicht mehr weg, wenn ich das einmal habe. Und da muss man sich natürlich auch schon die Frage stellen und die Erfahrung machen wir bei konkreten Produktprüfungen ja sehr häufig, dass ja auch die Qualität oft sehr mangelhaft ist. Es werden oft hauseigene Fonds verkauft, die nicht die besten sind. Wenig ETFs, weil da gibt es weniger Provisionen. Die Beratungskompetenz, also da haben wir auch schon Sachen gehört, wo ich sage, boah. Wenn das der Berater wirklich so gesagt hat, wie sonst der Kunde sagt, dann ist das schon grenzwertig. Also der echte Mehrwert dieser Beratung auf Provisionsbasis ist oft sehr überschaubar und er kann sogar oft mehr schaden, als er nutzt. Das sind im Prinzip so die Vor- und die Nachteile, wenn ich zu einem Berater mit Provisionen gehe.
Jetzt hast du vorhin gesagt, als Alternative und die drängt sich ja jetzt fast schon auf, nach dem vorherigen, was wir da jetzt gehört haben, gibt es noch diese neuen Honorarberater. Wo ist jetzt der Vorteil von einem Honorarberater bei Finanzberatung für mein Geld, für meine Geldanlage? Was ist da besser, was sind Vor- und Nachteile?
Wir sind davon hundertprozentig überzeugt, weil es auch belegbar ist und ganz klar auf der Hand liegt, braucht keine Wissenschaft dazu bemühen, sondern das ist wirklich eine Hausverstandssache. Es ist einmal transparenter. Das heißt, die Produktkosten sind getrennt von den Kosten der Beratung, also der Dienstleistung des Beraters, sind ganz separat und es steht immer Preis-Leistungsverhältnis, ist immer erkennbar. Ich sehe sofort, welche Leistung wird mir geboten. Zu welchem Preis? Man muss aber da auch hier ein bisschen aufpassen, weil es schon auch Honorarberater gibt, die sagen, okay, 1% des veranlagten Vermögens ist mein Honorar plus zusätzlich 20% Erfolgshonorar. Und da muss man dann aufpassen, weil wenn die Märkte 10% Rendite machen, dann habe ich plötzlich 3% Renditeverlust nur für den Berater. Dann kommen noch die Kosten von den Fonds und ETFs dazu und oft dann noch die Steuer. Und da ist es dann unterm Strich oft genauso teuer wie bei der Provision, aber es ist wenigstens transparenter und ich kann es in der Regel auch ändern, weil die Produkte nicht provisionsbeladen sind, sondern die Produkte provisionsfrei sind, kann ich sagen, okay, ich gebe jetzt das Honorar weg und das Produkt bleibt provisionsfrei bestehen. Transparenz ist einmal ganz wichtig. Zweimal, dreimal vielleicht genau hinschauen, dass da nicht wieder irgendwas drinnen steht, das ich vielleicht nicht ganz berechnet habe, welche Auswirkungen das hat. Aber ich habe es einmal transparent. Die Kosten stehen immer einer Leistung gegenüber, wie ich schon gesagt habe. Ich habe in der Regel immer klar erkennbar Leistungspaket und die Kosten dafür.
Und deswegen komme ich nie bei einer Honorarberatung in die sogenannte Maischberger Falle, dass ich mich nachher frage, wo war meine Leistung bzw. wo war die Leistung vom Berater?
Genau, genau, genau. Die Maischberger Falle, das gefällt mir sehr gut, Michi. Genau so ist es. Das heißt, wenn ich vorher genau weiß, das ist das Leistungspaket, das kostet. Ein Installateur genauso, der kommt, hat einen Stundensatz oder ich bringe mein Auto zur Reparatur, Spengler hat seinen Stundensatz. Ich weiß, was mich das kostet und welche Leistung ich dafür bekomme und das kann ich da einfach klar erkennen.
Und jetzt gibt es aber noch einen Unterschied, den wir vorher gelernt haben bei dem zweiten. Ich kann ja das online machen, dann bin ich auf mich allein gestellt und habe halt so 5,1 und beim zweiten war es... Und ich gehe zu meinem Berater, den ich halt kenne von der Hausbank. Der ist halt, ich sage jetzt mal in Klammern, ein bisschen teurer, obwohl wir jetzt gelernt haben, es ist viel teurer. Aber ich kann halt immer hingehen, auch wenn ich abgeschlossen habe. So zwei Jahre später kann ich noch hingehen. Ich kann auch fünf Jahre hingehen und sagen, ja, wie ist denn das da? Jetzt ist zum Beispiel der Krieg. Ich habe vor fünf Jahren abgeschlossen. Jetzt habe ich die Panik. Was mache ich? Was mache ich? Dann gehe ich zu meinem Berater und kann jederzeit fragen, ja, was muss ich denn jetzt machen?
Genau, also das kann man auf alle Fälle machen. Ein großer Unterschied ist in der Betreuung auch, ist es eine proaktive Information, die vom Berater kommt oder hole ich mir eine Information, weil ich aktiv hingehe. Zum Provisionsberater kann ich natürlich jederzeit hingehen, ruf ihm an, mache einen Termin aus, das funktioniert in der Regel. Ich möchte aber als Kunde vielleicht auch haben, Ich informiere mich proaktiv, wenn es mich konkret persönlich betrifft. Und das ist im Prinzip genau das, was ich vorher gesagt habe, Michi. Es ist ein Unterschied, ob jetzt im Iran was passiert und die Kurse vielleicht einbrechen, ob ich jetzt eine Monatsprämie, einen Monatssparplan habe für die Pensionsversorge und ich bin vielleicht gerade 40 Jahre und das dauert eh alles noch länger, habe ich vielleicht einen anderen Handlungsbedarf, als wenn ich vielleicht 100.000 Euro in einem Wertpapierdepot habe mit dem Ziel, dass ich vielleicht einen größeren Teil in acht Jahren brauche davon. Habe ich ganz einen unterschiedlichen Handlungsbedarf? Weiß ich das selber als Kunde wahrscheinlich nicht. Das ist die Frage, wie ist denn der jeweilige Berater aufgestellt, dass er dich rechtzeitig und passend informiert? Das ist die Herausforderung dieser analogen Beratung. Das heißt, die nehmen zwar automatisch die Provisionen, also das heißt, bezahlt werden sie automatisch schon, aber welche Gegenleistung bekomme ich wirklich, wenn ich so eine proaktive individuell basierte Information haben möchte, dann geht das ohne Technik nicht. Deswegen sind wir der Überzeugung, dass die digitale Finanzberatung das Maß der Dinge ist. Die Technik, die hilft uns enorm. Wir haben die Informationen, wir können sofort rausfiltern, für welchen Kunden, für welchen Vertrag ist jetzt welche Information relevant und der kriegt nicht ein Newsletter, sondern der bekommt eine individuell auf ihn. Eine abgestimmte Information, hey, bei dir ist jetzt Handlungsbedarf gegeben, mit einer konkreten Information, in dem Fall würden wir das und das machen und entweder reicht mir dann die Information schon oder ich kann dann sagen, okay, dann vereinbare ich mir vielleicht einen Termin und bespreche das vielleicht ausführlicher oder ich habe eine Information, wo wir sagen, Jetzt ist das und das passiert, aber lieber Kunde, dich betrifft das ja gar nicht, weil du hast ja eben eh diesen Sparplan für die Altersvorsorge langfristig und so weiter. Das heißt, ich habe eine passende Information und das ist wichtig, dass ich dafür Technik habe, Technik einsetzen kann, weil analog ist das gar nicht möglich. Stell dir vor, ein Berater hat 500 bis 1000 Kunden.
Ja.
Und der müsste jetzt wirklich jeden Einzelnen durchrufen, mal durchschauen, welche Produkte hat er jetzt konkret, was ist bei dem jeweiligen Produkt zu tun, Fondsänderung, marktbasierte Änderung oder Produktänderung. Und das geht sich nicht aus.
Du meinst, das geht sich zeitlich gar nicht aus, dass der erstens einmal das checkt und dann... 1000 Leute, was macht er dann? Anruft individuell, weil jeder ein anderes Ding hat?
Genau, das dauert ein Jahr, bis er da durch ist. Da ist schon wieder alles geändert. Das heißt, ein guter Rat ist auch maßgeblich daran zu messen, ob er zeitgerecht erfolgt oder die Information zeitgerecht erfolgt. Und das kann man eben durch Technik, wenn man eine gute Datenbank hat, eine gute Informations-Ecke hat und diese Daten miteinander so verknüpft, dass ich hier schnelle Auswertungen habe und hier rasch Information transportieren kann. Und dann habe ich als Kunde natürlich den riesengroßen Vorteil, dass ich weiß, ich bin immer passend informiert.
Und da ist ja sehr viel automatisiert, soweit ich das mitbekommen habe. Was ist denn da jetzt alles dabei, was wirklich praktisch ist?
Es sind im Wesentlichen fünf Punkte. Das erste ist einfach eine Fondportfolio-Optimierung mit Rebalancing. Das ist wichtig, mindestens einmal im Jahr sollte man da drüber schauen, aber bei Bedarf vielleicht auch öfters unter dem Jahr. Marktmonitoring, das heißt, was passiert an den Märkten, an den Aktienmärkten, an den Zinsmärkten auf der Inflationsecke. Gibt es Auswirkungen auf das Produkt? Gibt es ein neues Produkt? Gibt es ein besseres Produkt? Tut sich irgendwas mit dem Produkt anbieten? Auch hier gibt es immer wieder Veränderungen. Diese ganzen Informationen individual passiert, zusätzlich aber mit einem Betreuungswebinar. Das heißt, dass man dann einfach sagt, tiefer gehende Informationen sind dann vielleicht in der ersten Information zu viel. Darauf aufbauend gibt es dann eben ein Webinar, entweder zu einer jeweiligen Situation oder einmal im Jahr mindestens, dass man diese Informationen dann einfach ein bisschen tiefer gehend behandelt. Dann unterstützt man natürlich auch bei Vertragsänderungen. Das heißt, wo nicht von außen irgendwas einwirkt, sondern wenn ein Kunde zu uns kommt und sagt, ich hätte gerne aufgrund meiner geänderten Lebenssituation mehr eingezahlt, weniger eingezahlt. Beim Startmanagement möchte ich ein Monitoring haben oder bei den Entnahmen möchte ich was haben. Das ist alles da inkludiert.
Das klingt nach sehr viel Aufwand und Aufwand klingt nach teuer. Was kostet jetzt ein Paket?
Genau. Du sagst es Michi, wenn man das bezahlen müsste, weil wir das handtisch, manuell alles machen, dann wäre das sehr, sehr teuer, weil auch wir leben nicht von Luft und Liebe. Weil wir aber so einen hohen Digitalisierungsgrad haben und so einen Automatisierungsgrad haben, können wir dieses Paket bereits ab 5 Euro im Monat anbieten.
Klingt schon nicht so teuer. Klingt spannend.
Gesagt habe, Preis-Leistung. Das ist das Entscheidende und das sehe ich bei der Honorarberatung. Wenn ich es sehe, kann ich es auch vergleichen. Dann weiß ich, dieses Unternehmen A bietet diese Leistungen zu diesem Preis. Zu welchen Leistungen, zu welchem Preis bekomme ich woanders? Und wenn das transparent ist, Transparenz ist mal die erste und die wichtigste Voraussetzung dafür, dass ich etwas vergleichen kann. Das kann ich bei Provisionsprodukten ja gar nicht. Das ist eben das Schöne in der Honorarberatung, ich habe das Leistungspaket, ich habe den Preis und dann sage ich, okay, passt, wenn sich das ausgeht, da gibt es ja auch so eine Werbung, Ranz nicht kauf, weiß nicht, ob ich das sagen darf. Okay, geht sich das bei denen aus? Ja, geht sich aus, ist durchkalkuliert aufgrund der technischen, der Technik und aufgrund der hohen Anzahl von Kunden, die wir mittlerweile haben und unser Wachstum, das besteht. Lass dich das so durchführen. Und das ist im Prinzip dann, glaube ich, ein ganz nettes Angebot.
Und weil wir bei anderen Werbungen sind, das ist wahrscheinlich wirklich das Modernste, das es in dem Feld gibt in Österreich.
Auf alle Fälle. Ich bin davon überzeugt, dass Honorarberatung in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Digitalisierung wird an Bedeutung gewinnen. Und wenn man beides kombiniert, digitalisierte, honorarbasierte Finanzberatung und Betreuung, das ist... Da bin ich davon überzeugt, ist die Zukunft. Und all jene, die es selber machen, ist alles gut. Aber auch da bin ich davon überzeugt, speziell wenn es Krisen gibt, dann steigt einfach wieder der Bedarf, dass man doch vielleicht jemanden hat, der individuell auf die jeweilige persönliche Situation hinschaut und nicht allgemeine Masseninformation ist man dann vielleicht zu wenig.
Und das ist erst der Anfang, wie ich unsere IT-Abteilung kenne. Dann kommt da noch viel mehr, aber das ist wahrscheinlich Thema für den nächsten oder übernächsten oder jedenfalls eine weitere Folge dieses Podcasts. Also abonnieren nicht vergessen. Dann versuche ich das jetzt nochmal kurz grob zusammenzufassen, was die wichtigsten Punkte sind, was ich jetzt gelernt habe. Also erstens Krieg, Krisen, sonst irgendwas. Es kommt darauf an, dass man einen guten Plan hat und eine Strategie und das ist immer sehr individuell und dass man es halt durchzieht. Das ist der erste Punkt, kann man sagen.
Genauso ist es, Michi.
Zweiter Punkt, Online-Infos sind gut, da gibt es alles Mögliche, vielfältig gute, schlechte, welche die Panik machen, aber wichtig ist, passt es auch für dich selbst? Das musst du herausfinden und das ist, wie ich jetzt gelernt habe, oft sehr individuell und es hängt davon ab, genau das war auch noch, welche Ziele du hast. Ob das ein Wertpapierdepot ist, hat vielleicht was anderes, wie dein langfristiger Altersvorsorge. Das war Punkt zwei.
Korrekt, genau.
Dritter Punkt, ist ja schon oft vorkommen. Honorar ist viel besser als Provision. Provision kostet nur scheinbar nichts und in Wahrheit ist es viel, viel teurer, wenn man es sich ausrechnet über die Laufzeit. Klare Vorteile beim Honorar.
Korrekt.
Das vierte war, wenn eine Betreuung über die Laufzeit, also lang nachdem du abgeschlossen hast oder vielleicht sogar kurz, je nachdem, also wenn du noch Fragen hast, wenn eigentlich schon alles erledigt ist, dann ist es auch gescheiter, wenn man etwas modernes, digitales nutzt, dass es da wirklich eine brauchbare Info gibt und nicht jemand, der dich nur beruhigt und sagt, ist ja alles gut, ist ja alles gut, doch habe ich das nächste unterschreibt, ist jetzt von mir spontan interpretiert.
Genau, es muss rasch sein, rasche Hilfe ist doppelte Hilfe, es muss transparent sein und es muss qualitativ einfach hochwertig sein.
Und analog, wie ich das richtig mitgekriegt habe, ist es eigentlich gar nicht mehr abbildbar, es muss was Digitales sein.
Genau, so ist es. Nur mit guter Technik ist das wirklich durchführbar.
Ja, das war es eigentlich, oder? Habe ich etwas vergessen?
Wo?
Wo kann ich das kaufen?
Ja, unsere Zuhörer wissen es eh, auf fynup.at.
Apropos Zuhörer, das ist eine super Überleitung. Also schaut auf fynup.at. Und zum Schluss habe ich noch etwas ganz superiges, weil wir haben ja arg angefangen mit dem Krieg, was ja eigentlich nichts zum Feiern ist, aber wir haben tatsächlich etwas zum Feiern. Eine kleine Freude. Das ist die hundertste Folge dieses Podcasts.
Ah ja, tatsächlich, genau.
100 Folgen Finanzwissen, 100 Folgen praktische Tipps für Geld und Geldanlage. Manchmal sehr, sehr in die Tiefe, manchmal ein bisschen leichter verständlich, aber wir versuchen es immer so zugänglich wie möglich zu machen. Deswegen wäre eine interessante Frage jetzt von mir. Schreibt uns bitte in die Kommentare, was bringt euch... der Podcast praktisch veranlagt. Was würdet ihr gerne hören? Aber vor allem, was hat er euch gebracht? Hat er euch in der eigenen Geldanlage geholfen? Das würde mich sehr freuen. Ich sage danke für die Treue und verabschiede mich gleich, weil das letzte Wort hat wie immer der Wolfgang.
Danke Michi. Ich hätte jetzt gern was zum Ausstoßen. Wir sitzen jetzt leider nicht in derselben Location. Ich werde mir heute Abend dann einfach eine Flasche Wein aufmachen und an dich denken, oder?
Prost. Prost. Ich habe auch nichts, leider.
Ich habe das super viel abgefahren. Haben wir jetzt nicht vorbereitet. Und ich habe ein Wasserglas mit einem Haifisch drauf von meiner Tochter. Sehr gut, sehr gut.
Das ist der Kredithai.
Dann Prost, Michi.
Prost. Und danke für das treue Zuschauen. Pfürt euch. Tschüss, Baba.
Danke, Servus.