Staatsschulden explodieren – was das jetzt für DEIN GELD bedeutet

Rekordschulden, Inflation, Gold-Rally: Die großen Signale im Finanzsystem zeigen auf Alarm. Stehen wir an einem finanzpolitischen Wendepunkt?

Podcast-Aufzeichnung

Podcast-Aufzeichnung vom 24. Februar 2026

Die wichtigsten Punkte dieses Podcasts

Finanzpolitischer Wendepunkt

  • Mark Carney's Rede in Davos 2026:
  • Zusammenbruch der Weltordnung: Übergang von einer angenehmen Fiktion zu einer brutalen Realität.
  • Geopolitik der Großmächte: Keine Beschränkungen mehr.

Historischer Kontext

  • Nach dem Zweiten Weltkrieg:
  • US-Dollar als Weltleitwährung.
  • 1971: Richard Nixon hebt die Goldbindung des Dollars auf.
  • Fiat-Geld: Geld ohne Gegenwert, Beginn der globalen Verschuldung.

Staatsverschuldung

  • Österreich:
  • 1970: 3,5 Milliarden Euro (12% des BIP).
  • 2025: 420 Milliarden Euro (82% des BIP).
  • 2060: Prognose 150% des BIP (Best Case), 250% des BIP (Worst Case).

Inflation und Geldwert

  • Inflation in Österreich:
  • 2020-2026: 30% Geldwertverlust.
  • 1970-2026: Durchschnittlich 3% Inflation pro Jahr.
  • Kritik: Gefühlte Inflation höher als offizielle Zahlen.

Gold und Sachwerte

  • Gold:
  • 1970-2026: Durchschnittlich 9% Wertsteigerung pro Jahr.
  • Korrelation: Staatsverschuldung und Goldpreis steigen ähnlich.

Geldanlage

  • Sichere Geldanlagen:
  • Zinsen: Niedriger als Inflation.
  • Währungsreform: Mögliches Szenario.

Empfehlungen

  • Sachwerte:
  • Edelmetalle: Gold, Silber.
  • Immobilien.
  • Unternehmen: Aktien, Aktienfonds, Aktien-ETFs.

Fazit

  • Point of No Return: Überschritten.
  • Lösung: Investition in Sachwerte.
  • Positive Aussichten: Langfristige Sachwertinvestitionen haben sich bewährt.

Transkript zum Nachlesen und Suchen

Rekordschulden, Inflation, Goldrallye – die großen Signale im Finanzsystem zeigen auf Alarm. Heute fragen wir Finanzprofi Wolfgang, was genau dahinter steckt und was das für deine Geldanlage bedeutet. Es geht um unser Geld. Schau dir das an. Wolfgang, viele haben ja gerade das Gefühl: Krisen, Trump, Kriege, Gold auf Rekord, die Schulden steigen und steigen. Ist es nur Stimmungsmache oder stehen wir wirklich an einem finanzpolitischen Wendepunkt?

Ja, Michi, weil du sagst, finanzpolitischer Wendepunkt, an der Stelle möchte ich vielleicht gleich beginnen mit der Rede von Mark Carney, dem Ministerpräsidenten von Kanada in Davos heuer, 2026 im Jänner. Ja. Der hat wortwörtlich gesprochen von einem Wendepunkt für die Welt. Wir stehen an einem Wendepunkt in der Welt. Der Zusammenbruch der Weltordnung, von dem spricht er, er spricht, dass wir in einer angenehmen Fiktion gelebt haben und dass wir nun in den Beginn einer brutalen Realität übergehen, in der die Geopolitik der Großmächte keiner Beschränkungen mehr unterliegt.

Das klingt dramatisch.

Das klingt brutal dramatisch und er hat Standing Ovations bekommen für seine Rede. Ich glaube, wenn ein Ministerpräsident vor fünf Jahren so eine Rede in Davos gehalten hätte, hätte er weniger Applaus bekommen.

Hätten sie ihn verjagt? Wahrscheinlich.

Oder vielleicht sogar das, genau. Das heißt, wir haben jetzt wirklich eine Veränderung in unserer Welt, politisch. Und natürlich auch in unserer Finanzwelt. Das wird sich niederschlagen und hat sich schon niedergeschlagen.

Wie merkt man es in der Finanzwelt? Weil, dass man es so mitkriegt, braucht man nur die Nachrichten auftragen. Da muss man jetzt gar nicht Davos verfolgen. Also es reicht, wenn man die normalen Nachrichten schaut. Es tut sich sehr viel, um es einmal dezent auszudrücken. Aber wie hängt es mit dem Geld zusammen?

Ja, genau. Es hängt wirklich ganz zentral mit dem Geld zusammen. Ich versuche jetzt einen Mittelweg zu finden, nicht zu sehr auszuholen, aber doch die wesentlichsten Punkte ins Spiel zu bringen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Amerika unumstrittene Weltmacht. Man hat sich darauf geeinigt, dass der US-Dollar die Weltleitwährung ist. Dann Kalter Krieg, kennen wir ja, Zusammenbruch, Berliner Mauer und so weiter, war Amerika in einer sehr angenehmen Position und hat in der Welt relativ gut tun lassen können, was sie wollte. Europa hat sich Amerika angehängt. Das ist im Prinzip ja auch dem, von dem Mark Carney spricht, diese angenehme Fiktion, die wir gehabt haben, die sich jetzt ändert. Aber ein wesentlicher Punkt ist passiert, von dem haben wir ja schon öfters gesprochen, 1971, als Richard Nixon quasi die Goldbindung einseitig aufgehoben hat. Das heißt, vorher war das Geld an den Dollar gekoppelt und der Dollar hat zu einem fixen Umwechslungskurs zum Gold zu 35 Dollar pro Feinunze den Geldwert stabil gehalten. Das ist seit 1971 nicht mehr der Fall.

Also du hast theoretisch immer 35 Dollar umtauschen können in eine Unze Gold.

Genau. Wie gesagt, auch nicht, dass wir jetzt so sehr in die Tiefe gehen, aber das war wichtig. Wir haben ein relativ stabiles Geldsystem gehabt in der Nachkriegszeit bis 1971. Dann wurde das aufgekündigt und seitdem leben wir in dem sogenannten Fiat-Geld. Fiat ist Lateinisch und steht für es werde oder es soll sein. Und hier in diesem Geldsystem kann man einfach Geld drucken ohne Gegenwert. Es ist nicht mehr beschränkt. Und das ist der Beginn der globalen Verschuldung. Und das ist vielleicht wie im privaten Haushalt auch, ein bisschen Schulden am Anfang merkt man gar nicht so, tut gar nicht so weh, man kann sich einrichten, aber wenn es einmal zu viel wird, dann wird es einmal problematisch. Und an diesem Punkt sind wir mittlerweile schon drüber gegangen und die Aussichten für die nächsten Jahre sind eben noch dramatischer.

Du gehst ja recht weit zurück, 71 ist ja schon sehr lange her. Die meisten ZuhörerInnen waren ja wahrscheinlich noch gar nicht am Leben.

Nein, wir sind auch gerade einmal geboren worden.

Und jetzt merkt man das erst, das ist ein bisschen lang.

Ja, ja, es dauert ein bisschen lang, aber wie gesagt, das entwickelt sich halt gerade. Wenn man sich das vielleicht einmal kurz mit den Zahlen, was die Staatsschulden betrifft, anschaut, haben wir 1970 gehabt ca. 3,5 Milliarden Euro Staatsschulden. Das hat damals entsprochen 12% des Bruttoinlandsproduktes. Grundsätzlich sagt man, bis zu 60% Schulden in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt ist in Ordnung. Zumindest war das bei der Gründung, bei der Einführung des Euros so. Da hat es die sogenannten Maastricht-Kriterien gegeben, wo es geheißen hat, jeder Staat darf sich bis zu 60% des Bruttoinlandsproduktes verschulden, darüber hinaus nicht, weil wenn die Schulden größer wären, dann wäre das eine Gefahr für den Euro. Dann wird die Währung schwach. Dann wird die Währung schwach und wenn man zu viel Geld druckt, dann wird die Währung vielleicht irgendwann einmal wertlos. So, momentan sind wir bei 420 Milliarden Euro Staatsverschuldung, das heißt von 3,5 Milliarden auf 420 Milliarden. Und das entspricht heute einem Verschuldung von 82 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das heißt, wir sind schon weit, weit drüber.

Also wir waren bei 12, haben wir angefangen.

Wir waren bei 12 1970, jetzt sind wir bei 82.

Und 60 wäre die Grenze.

Genau, 60 wäre die Grenze und das entspricht einer Verschuldungszunahme von jährlich 9% im Durchschnitt. Das heißt, wir haben uns jedes Jahr 9% mehr verschuldet. In der Zinseszinsrechnung werden so über diese Jahre aus 3,5 Milliarden 420 Milliarden. Interessantes Detail am Rande, vielleicht kommen wir dann später noch dazu.

Also die 9% sollte man sich merken?

Die 9% sollte man sich merken, genau, danke Michi. An der Stelle reicht es soweit. So, das ist der Stand 2025.

Und soll das jetzt so weitergehen mit diesen 9%? Das hört ja dann nie auf, oder? Das wäre ja schlecht.

Genau, wir haben im Prinzip schon seit 20 Jahren, hören wir immer wieder, dass die Staatsverschuldung endlich reduziert werden muss, dass wir Reformen brauchen. In Österreich, in europäischen Staaten, in Amerika genauso und in Japan und so weiter genauso. Das heißt, das ist ein globales Problem der Staatsverschuldung, die immer gestiegen ist. Und wenn wir uns wieder auf Österreich einfach beziehen, dass wir hier einfach konkrete Zahlen haben, dann ist es so, dass jetzt das Wirtschaftsinstitut, das WIFO, ein Basisszenario errechnet hat bis 2060 auf Basis der der Budgetplanungen aktuell mit Einsparungen, also mit den ganzen geplanten Einsparungen und Maßnahmen, die alle wehtun und die noch lange nicht durch sind, dass uns die wirklich gelingen, wird unsere Staatsverschuldung bis 2060 ansteigen auf 150% des Bruttoinlandsproduktes.

Das ist das, wo wir nur 60 machen dürfen.

Das ist das, wo wir nur 60 machen dürfen, wo wir jetzt bei 82% stehen und 1970 bei 12% gestanden sind. Wissen wir heute, im Best Case werden wir 2060 150% Staatsverschuldung gemessen am Bruttoinlandsprodukt haben und wenn die ganzen Einsparungsmaßnahmen, die in der Vergangenheit ja nie funktioniert haben, nicht so gelingen, wie sie es geplant hätten, dann wird das 250 Prozent.

Von 12 auf 250?

Genau.

Und warum ist das so arg?

Weil wir ständig neue Schulden machen. Und das kennen wir vielleicht eher aus dem Privaten auch. Wenn ich schon Schulden habe, dann muss ich auch Zinsen bezahlen. Dann habe ich einen Teil meines Einkommens, muss ich dafür hernehmen, dass ich Zinsen bezahle. Das schmälert wieder meine laufenden Einnahmen und dann kommt nur dazu, dass wir immer älter werden und mittlerweile schon 25% unserer Staatseinnahmen für Rentenzahlungen ausgegeben werden, die normalerweise finanziert werden sollten über das Umlageverfahren. Das heißt, man sollte von den Staatseinnahmen gar nicht Renten zuschießen müssen, muss man aber, auch das muss man in der Zukunft mehr. Und das führt dazu, vielleicht ein anderes Beispiel dazu, Amerika gibt mittlerweile schon mehr für die Zinstilgung aus, also für das, dass die Zinsen bezahlen, als für militärische Ausgaben.

Und die haben das höchste Militärbudget überhaupt auf der ganzen Welt.

Genau so ist es. Das ist ein Szenario, das das Ganze jetzt sehr, sehr schwierig macht. Und damit ich jetzt auf die Gegenwart wieder runterbreche und auf Mark Carney zurückkomme, der in Davos eben die Rede gehalten hat, Amerika hat momentan das Problem, dass sie natürlich immer wieder neue Schulden machen müssen, um die alten Schulden zu bedienen. Und die muss gerne jemand abkaufen. Und andere Nationen wie China, Indien sind immer weniger bereit, Staatsschulden von Amerika zu kaufen. Die kaufen lieber Gold und weniger die amerikanischen Staatsschulden. Und deswegen wird immer wieder neues Geld von der Notenbank gepresst, um den drohenden Staatsbankrott abzuwenden. Und dann kommt noch dazu, dass aufgrund dieser steigenden Geldmenge sollten eigentlich die Zinsen steigen. Da gibt es auch einen Kampf in der Federal Reserve, also in der amerikanischen Notenbank. Die wollen eigentlich die Zinsen senken, um die Inflation einzudämmen. Trump möchte die Zinsen niedrig halten. damit eben nicht so viel für die Zinsen bezahlt werden muss. Und das löst Riesenkonflikte und Riesenspannungsfelder auf, das gelöst werden sollte, aber wo es meiner Meinung nach wenig Chancen auf wirkliche nachhaltige Lösung gibt.

Und es geht offensichtlich allen Staaten so, oder? Im Moment. Oder sagen wir den meisten. Großen.

Alle westlichen Staaten, weil wir einfach in den letzten 50, 60 Jahren einfach über unseren Verhältnissen Geld ausgegeben haben.

Und es scheint auch keinen Mechanismus zu geben, wie man das irgendwie aufbrechen kann, oder?

Naja, man müsste wirklich restriktiv sparen. Wenn heute eine österreichische Regierung sagt, die Pensionen werden gekürzt und gewisse Staatsausgaben werden gekürzt und bei den Beamten sparen wir, wir brauchen weniger Beamte und so weiter, dann haben die ein Problem, dass beim nächsten Mal gewählt werden. Und das ist natürlich auch ein gewisser Schwachpunkt im System, dass Reformen, die wirklich wehtun, von der Bevölkerung mitgetragen werden müssten. Das ist halt meistens so nicht der Fall in der Praxis.

Und glaubst du, dass der kanadische Ministerpräsident Akane mit seiner Rede, beziehungsweise er bildet ja nur was ab, glaubst du, dass die, diese ganzen Krisen und Kriege, die sich da ankündigen, dass die mit dem zu tun haben, dass die Staatsschulden mehr oder weniger der Auslöser für das Ding sind?

Sie spielen auf alle Fälle mit Sicherheit eine wesentliche Rolle. Wer jetzt wirklich der Auslöser ist und welchen Anteil was hat, es ist ein komplexes Zusammenspiel von mehreren. Was für uns in der Geldanlage einfach das Entscheidende ist, wir sehen ja immer, wenn man dem Staat Geld borgt, dann gilt das ja als absolut sichere Geldanlage. Das ist ja gesetzlich auch so definiert, wenn man Österreich, Deutschland, Schweiz, Frankreich Geld borgt, und Amerika genauso, dann ist das risikolos per Definition. Und das muss man klar und deutlich infrage stellen. Das ist nicht risikolos, sondern da kann tatsächlich einfach was passieren.

Aber oft hört man ja, das liest man auch bei uns unter den Videos in den Kommentaren manchmal, ja, Staat kann ja eh nicht eingehen. Also das ist ja eh wurscht. Theoretisch ist ja das wurscht, ob das jetzt 82% sind oder 250% von Staatsschulden, der Staat kann ja eh nicht in den Konkurs gehen.

Genau, man hat sich mit dieser Rhetorik mehr oder weniger abgefunden, weil Amerika hat 122% Staatsverschuldung gemessen am Bruttoinlandsprodukt. und die sagen, das ist ja kein Problem, weil die Japaner haben 240% und wir wissen, dass wir 2060 150% haben. Aber wenn es zu locker und zu einfach wäre, dann frage ich mich, warum hat es jemals Regeln dafür gegeben? und warum hat man damals, wie man Euro eingeführt hat, beschlossen, 60% ist die Obergrenze, damit eben die Währung stabil bleibt. Das ist ja nicht umsonst. Und ich glaube nicht, dass man den Ball ewig in eine Richtung spielen kann. Man muss einmal wieder in die andere Richtung gehen. Und die große Gefahr oder die große Herausforderung für Leute, die Geld anlegen, weil wir ja beim Thema sind, nicht weniger beim politischen, sondern beim Finanzthema, ist natürlich, was passiert und wie kann ich mich darauf einstellen, um es schon vorwegzunehmen. Zwar Ausgangsszenarien, entweder steigende Inflationsraten oder irgendwann mal vielleicht doch eine Währungsreform. Das heißt, dass einfach die Währung auf neue Beine aufgestellt werden muss.

Jetzt hast du vorher gesagt, wir sollen uns 9% merken. Hat das irgendwas zu tun mit Gold?

Ja, das ist sehr interessant, weil eben Gold seit 1970 genauso um 9% pro Jahr gestiegen ist, wie eben auch die Staatsverschuldung in Österreich. Und da sieht man schon... dass das offensichtlich eine gewisse Korrelation hat oder einen gewissen Zusammenhang hat, wenn über so einen langen Zeitraum ähnliche Anstiege sind. Wie gesagt, pro Jahr der Anstieg der Staatsverschuldung in Österreich 9%. Gleichzeitig pro Jahr der Anstieg von Gold von damals 35 Dollar pro Feinunze, heute auf 5000 Dollar pro Feinunze, entspricht auch in etwa 9%. im gleichen Zeitraum müsste eigentlich heißen, dass der Geldwert auch um 9% pro Jahr gesunken ist.

Ist es so? Weil die Inflation ist ja eigentlich, die sorgt ja dafür, dass der Geldwert sinkt, die Inflation. Und man sagt ja auch, die Inflation, mit der kann sich ja der Staat entschulden. Also vielleicht geht sich das eh alles aus dann.

Das Ziel der Europäischen Zentralbank ist es, den Geldwert stabil zu halten. Bei 2% Inflation ist das Ziel der Europäischen Zentralbank. Tatsache ist aber, dass wir von 2020 bis 2026 hat unser Geldwert 30% verloren. Das heißt, gegenüber Jänner 2020 zu Jänner 2026 ist heute laut offiziellen Verbraucherpreisindex in Österreich, alles um 30% im Durchschnitt teurer.

In sechs Jahren?

In die sechs Jahre. Wenn ich keine Zinsen gekriegt habe in diesen sechs Jahren oder wenig Zinsen bekommen habe als Entschädigung, dann habe ich tatsächlich 30% meines Geldwertes verloren. Das schadet mir als Sparer, nützt natürlich demjenigen, der einen Kredit hat, wie dem Staat. Der Staat könnte sich quasi über so einen Mechanismus tatsächlich entschulden. Langfristig ist die offizielle Inflation Österreich seit 1970 bis 2026 bei ein bisschen über 3% im Durchschnitt pro Jahr. Also wesentlich weniger als die 9% Anstieg Staatsverschuldung oder eben die 9% Anstieg Gold. Die Kritiker, die sagen, die Berechnung des Warenkorbs, des Verbraucherpreisindex, ist hier nicht ganz korrekt.

Weil die gefühlte Inflation höher ist als die angegebene. Also wenn man einkaufen geht und sich denkt, es gibt ja nicht das, dass es aber in Not teurer wird. Ich kaufe immer das gleiche Zeug. In meinem Einkaufssagen ist immer das gleiche. Und ich zahle immer mehr an der Kasse. Das geht sich nicht aus.

Genau. Und diese gefühlte Inflation, die wird eben mit Zahlen und Fakten quasi eliminiert, weil da sagt man, schau, wir berechnen das ja alles mit einem Wadenkorb und das bildet man sich nur ein. In Wirklichkeit ist die Inflation bis vor 2000 wirklich bei 2% gelegen und nach 2000, bis 2020, Entschuldigung, bei 2% gelegen und nach 2020 ist dann eben stärker angeschiegen wie vorher. Aber man muss da folgende Punkte vielleicht auch wissen. Erstmal, wie wird denn dieser Verbraucherpreisindex berechnet? Da gibt es einen bestimmten Warenkorb. Da gibt es durchaus Kritiker, die sagen, die Art und Weise, wie dieser Warenkorb zusammengesetzt wird und welche Waren hier berechnet werden, das führt ein bisschen zu Verzerrungen. Das ist ein Punkt. Dann gibt es zum Beispiel einen sehr interessanten Punkt, das ist der sogenannte Lustgewinn. Wenn ich heute einen Fernseher kaufe, sagen wir einen Fernseher vor zehn Jahren und heute, dann kann es sein, dass der Fernseher vielleicht nicht um viel teurer geworden ist, aber er ist leistungsmäßig viel besser geworden. Er ist größer geworden, die Bildschärfe ist stärker, die Qualität vor dem Fernseher ist viel besser, heute ist es fast der Computer. Und diese qualitativen Verbesserungen zieht man den Preis ab. Es kann sein, dass im Warenkorb ein Fernseher, der heute 2000 Euro kostet und vielleicht vor 10 Jahren 1000 Euro gekostet hat, nicht im Warenkorb sich widerspiegelt als plus 100 Prozent, sondern vielleicht sogar als minus 30 Prozent. Weil man sagt, der kann ja aber heute um 200 Prozent mehr als wie vor 10 Jahren. Und deswegen wird das im Warenkorb nicht mit mehr Kosten berechnet, sondern mit weniger Kosten. Das ist ein sogenannter Lustgewinn.

Ist aber auch ein bisschen komisch, weil ich habe vorher Sachen anschauen können und ich kann nachher Sachen anschauen.

Genau, ich kriege einfach keinen Fernseher mehr in einer Qualität wie vor zehn Jahren. Das heißt, ich kann da gar nicht eingreifen. Und Kritiker sagen eben auch, wenn man im Warenkorb wirklich diesen Lustgewinn mitberechnet, dann müsste man auch einen sogenannten Lustverlust mit berücksichtigen, der nicht berücksichtigt wird. Was wäre zum Beispiel ein Lustverlust? Das ist ein witziges Wort. Das wäre zum Beispiel, wenn man heute weiß, wenn man vor 10, 20 Jahren geflogen ist, Da hat man immer irgendwas zum Essen gekriegt. Die Sitzabstände waren breiter, es waren weniger Leute in derselben Maschine, es war ein bisschen bequemer. Heute werden mehr Menschen in die Maschine gepackt. Gepfercht, gepfercht ist das Wort. Genau, man muss für Gepäck zusätzlich bezahlen, man kriegt weniger Essen, man hat einen Qualitätsverlust.

Das kann man ruhig sagen, beim Fliegen ist das tatsächlich ein Lustverlust, wenn das alles so eng beieinander ist.

Genau. Und das ist ja nur als Beispielhaft. Da gibt es ja andere Punkte natürlich auch. Und das wird aber nicht im Warenkorb mit berücksichtigt. Das heißt, da wird nur effektiv geschaut, was kostet heute das Fliegen im Verhältnis zu vor zehn Jahren. Oder halt jährlich wird das natürlich berechnet. Und das gibt eben Anlass für Kritiker, die sagen, in unserer offiziellen Inflationsberechnung stimmt was nicht. Und dann gibt es nur einen Punkt, das ist die geplante Obsoleszenz. Das heißt, das sind Sollbruchstellen. wo auch nachgewiesen wurde schon seit vielen Jahrzehnten, dass Waren hergestellt werden, die bewusst ein Ablaufdatum haben. Da will ich jetzt gar nicht mehr zu weit in die Tiefe eintauchen. Ich möchte damit einfach nur sagen, dass die offizielle Verbraucherpreisindex-Statistik durchaus auch kritisch betrachtet werden kann. Und wie ich vorher schon gesagt habe, Michi, wir haben... offizielle Verbraucherpreissteigerung von 1970 bis 2026 von circa 3% pro Jahr. Es ist aber das Bruttoinlandsprodukt in Österreich um 5,3% gestiegen in der Zeit und die Löhne sind auch um 4,8% gestiegen in der Zeit. Das heißt, wenn wirklich die Inflation niedriger gewesen ist, also 4,8%, dann müssten wir alle eigentlich wirklich um ein Eck reicher sein heute oder wesentlich mehr verdienen im Verhältnis zu dem, was Wohnen kostet, was Lebensmittel kosten. und das kann ich dann vielleicht ein bisschen im Verhältnis sehen. und dann komme ich wieder zurück auf die 9%. jährliche Steigerung der Staatsschulden und um die 9% Steigerung bei Gold. Das heißt, man sollte eher in Zukunft mit höheren Inflationsraten rechnen, als mit geringeren realen.

Also das Gefühl ist eher, es bleibt weniger übrig, wie wir werden immer reicher.

Ich denke schon, das ist eher so meine Wahrnehmung, wenn man heute Wohnraum schaffen möchte, wenn man mietet, wenn man einkaufen geht.

Wie kann man das alles zusammenfassen? Was bedeutet das jetzt für konkret die Geldanlage? Wenn du jetzt sagst, in Wahrheit muss man eher damit rechnen, dass die Inflation weit höher ist, wie uns vermittelt wird und dass das Staatsschulden, Gold, Inflation, das hängt alles zusammen. Wie kann ich mich jetzt schützen? Ich weiß das jetzt, da passiert was, was kann ich konkret machen?

Man sollte sich konkret einfach Bewusst sein, dass die sogenannten sicheren Geldanlagen, wo ich heute Geld weglege und dafür Zinsen bekomme, dass die Zinsen nach Abzug aller Kosten und Steuern geringer ausfallen, als der Inflation mir wegfrisst. Das heißt, Geld, das ich auf dieser Ecke spare, wird real weniger wert. Und das ist im Prinzip der große Punkt. Es ist davon auszugehen, dass sich das in den nächsten fünf, zehn Jahren verschärft. Das heißt, dass die Inflation zunimmt im Verhältnis zu der Entschädigung Zinsen. Dass eine potenzielle Gefahr da ist, dass vielleicht sogar eine Währungsreform kommen könnte, wo der Geldwert tatsächlich in irgendeiner Form reduziert wird. Und die Lösung daraus ist, weniger Geldwerte und mehr in Sachwerte investieren. Bei den Sachwerten habe ich Edelmetalle wie Gold und Silber, Immobilien und der beste geeignete Sachwert nach unserer Dafürhalten und aufgrund von Fakten der Vergangenheit sind einfach Unternehmen und in Unternehmen kann ich investieren in Form von Aktien, Aktienfonds und Aktien-ETFs. Und das ist im Prinzip die Lösung des mit dem man sich wirklich jetzt tiefgehend beschäftigen soll, wenn man es noch nicht gemacht hat.

Und da gibt es genug auf dem Kanal. Falls man sich da vertiefen will, deswegen lohnt sich ein Abo. Und dann sehen wir uns auch nächste Woche wieder. Zum Schluss habe ich noch eine Frage. Wenn diese Inflation, Schulden, Gold zusammen betrachtet, du hast es vorher ganz am Anfang angedeutet, geht sich das überhaupt nur aus? Oder haben wir da einen Punkt erreicht, wo eigentlich ein Ende abzusehen ist? Und was ist das dann für ein Ende?

Experten sind sich eigentlich absolut einig, dass der Point of No Return längst überschritten ist. Wir sind an einem Punkt, wo wir nur mehr zurück können in ein Normal, wo es irgendwo ein bisschen wehtun wird. Wirklich mit höheren Inflationsraten oder eben mit einer Währungsreform, beides ist nicht lustig. Es gibt aber nur die zwei Optionen, damit das ganze Gefüge wieder irgendwo auf stabile Beine aufgestellt werden kann.

Keine positiven Aussichten, oder?

Naja, schon. Man muss das schon immer wieder relativ auch sehen, weil diejenigen, die sich langfristig mit Sachwerten gut aufstellen, das hat die Vergangenheit gezeigt, da bin ich über Jahrhunderte gekommen mit vielen Krisen. Es ist halt einfach wirklich wichtig aufzuwachen. und es ist einfach so, wenn man heute schon älter ist und man hat und jahrelang erlebt, dass man eh Zinsen gekriegt hat am Sparbuch und dass da eh alles sicher ist und ich habe immer mein Geld bekommen, dann glaube ich dem Ganzen natürlich auch und bin schon glücklich. Nur ich muss mir halt wirklich bewusst sein, dass sich wirklich nachhaltig etwas geändert hat in der Finanzwelt und eben auch auf unserer politischen Bühne, um hier wieder zu dem Eingang zurückzukommen, was eben der Marc Carney gesagt hat, der kanadische Ministerpräsident. Wir haben andere Zeiten, politisch, aber auch finanziell und man sollte sich wirklich jetzt, solange man die Möglichkeit hat, sich Gedanken machen, wie posiziert man sich, wenn man Geld zum Ansparen übrig hat und Geld heute auf die Seite legen möchte, damit man später was hat. Die Möglichkeiten gibt es, man muss halt machen und man sollte schauen, dass man wegkommt, einfach vom gemütlichen, nur alles auf dem Sparbuch liegen. Wie gesagt, in Österreich liegen 300 Milliarden nur am Sparbuch und Konten und dann gibt es zig Milliarden in Garantieprodukten, die sind alle davon betroffen. Diejenigen, die in Unternehmen, Gold und Immobilien investiert haben, für denen sehe ich im Prinzip, ja, es gibt bei jeder Krise Gewinner und das werden die Gewinner sein.

Okay. Naja, doch nicht so schlecht. Doch ein positives Ende. Also ein Abo lohnt sich wirklich, weil es geht immer gut aus. Schreib uns in die Kommentare, ob dir das jetzt was gebracht hat, diese Folge. Ob du denkst, die spinnen ja total, die übertreiben. Oder ob du denkst, naja, vielleicht sollte ich doch auch was machen und mehr von Geldwerten in Sachwerte gehen. Ein Like freut uns natürlich auch und dann sehen wir uns nächste Woche wieder. bei Praktisch Veranlagt. Ciao, Baba.

Servus.

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